Fitness, EULAR

Fitness ab 50: EULAR empfiehlt Radfahren und Schwimmen gezielt

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 07:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue EULAR-Empfehlungen integrieren digitale Tools und Anti-Sitz-Strategien in die rheumatologische Versorgung. Sportwissenschaftler raten zu Zone-2-Training.

EULAR-Leitlinien 2026: Bewegung als Therapie bei Gelenkerkrankungen
Eine aktive Person über 50 fährt bei Sonnenuntergang mit dem Fahrrad auf einem Weg im Freien. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die sportliche Betätigung in der zweiten Lebenshälfte unterliegt einem stetigen Wandel wissenschaftlicher Erkenntnisse. Aktuelle Auswertungen von Bewegungsempfehlungen für verschiedene Altersgruppen unterstreichen, dass insbesondere Radfahren und Schwimmen als optimale Sportarten für Menschen ab 50 Jahren gelten.

Diese Einschätzung stützt sich auf medizinische Leitlinien und trainingswissenschaftliche Konzepte, die darauf abzielen, die körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten und chronischen Erkrankungen entgegenzuwirken.

Aktualisierte Leitlinien für die rheumatologische Versorgung

In einer im August 2026 veröffentlichten Aktualisierung hat die Europäische Allianz der Rheumatologie-Vereinigungen (EULAR) ihre Bewegungsempfehlungen für Patienten mit Arthritis und Arthrose angepasst. Eine 26-köpfige Task Force aus 17 Ländern erarbeitete diese Richtlinien auf Basis einer breiten Datenlage, die 54 systematische Reviews, 31 randomisierte kontrollierte Studien sowie 25 qualitative Studien umfasst.

Erstmals fließen in diese Empfehlungen auch Strategien zur Reduzierung von sedentärem Verhalten – also langem Sitzen – sowie der Einsatz digitaler Anwendungen ein.

Die Experten raten zu einer strukturierten Trainingsverordnung nach dem sogenannten FITT-VP-Prinzip (Frequenz, Intensität, Zeit, Typ, Volumen und Progression). Dabei wird der Einsatz von Wearables zur Überwachung sowie die Integration kurzer Aktivitätsphasen in den Alltag empfohlen. Ziel ist es, regelmäßige Bewegung als festen Bestandteil in die Regelversorgung von Patienten mit Gelenkerkrankungen zu verankern.

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Die Bedeutung des Zone-2-Trainings

Ein wesentlicher Faktor für die Ausdauerleistung im Alter ist die Intensitätssteuerung. Prof. Billy Sperlich von der Universität Würzburg verweist in diesem Zusammenhang auf das sogenannte Zone-2-Training. Hierbei findet die Belastung in einem Bereich von 60 bis 75 % der maximalen Herzfrequenz statt. Bei einer angenommenen maximalen Herzfrequenz von 190 Schlägen pro Minute entspräche dies einem Puls zwischen 114 und 143.

Diese niedrige Intensität, die durch einen einfachen Sprechtest während der Belastung kontrolliert werden kann, ermöglicht ein hohes Trainingsvolumen über die Woche. Für ambitionierte Hobbyläufer empfiehlt Sperlich ein Modell aus vier Einheiten pro Woche: zwei Einheiten in Zone 2, eine mittelintensive Einheit sowie ein Intervalltraining.

Anfänger sollten sich hingegen primär nach ihrem individuellen Gefühl richten. Ergänzend zu Ausdauersportarten wie Radfahren oder Laufen wird Rudern als effektives Ganzkörpertraining hervorgehoben. Die Trainerin Lyuda Bouzinova empfiehlt hierfür vier bis fünf Einheiten pro Woche von mindestens 20 Minuten Dauer bei 55 bis 85 % der maximalen Herzfrequenz.

Praktische Umsetzung und Ausrüstung im Radsport

Für den Einstieg in den Radsport konkretisierte Achim Schmidt von der Deutschen Sporthochschule Köln Rahmenbedingungen für Anfänger. Er rät zu zwei bis drei Ausfahrten pro Woche über Distanzen von 30 bis 50 Kilometern, idealerweise in kleinen Gruppen und auf verkehrsarmen Strecken.

Um typischen Beschwerden vorzubeugen, empfiehlt die Radexpertin Anne van Hettinga zudem ein tägliches, etwa fünf- bis zehnminütiges Dehnprogramm, das Übungen wie die Kobra oder die Dehnung von Hüftbeuger, Brust und Gesäß umfasst.

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Im Bereich der Seniorenmobilität zeigt sich eine differenzierte Marktentwicklung bei E-Bikes. Einsteiger-Modelle als City-E-Bikes mit tiefem Einstieg bewegen sich preislich zwischen 1.500 und 3.000 Euro.

Trekking-E-Bikes werden für 2.000 bis 4.000 Euro angeboten, während geländetaugliche E-Mountainbikes zwischen 2.500 und 6.000 Euro liegen. Als technischer Standard für diese Zielgruppe gilt ein Mittelmotor mit einer Leistung von 250 Watt.

Konzepte für langfristige Leistungsfähigkeit

Die Sportwissenschaft rückt vermehrt das Konzept der „Durability“ (Beständigkeit) in den Fokus. Dabei geht es darum, die Widerstandsfähigkeit gegen Ermüdung zu erhöhen, um Leistungseinbrüche während längerer Belastungen zu vermeiden. Dass sportliche Aktivität bis ins hohe Alter möglich ist, belegen Beispiele wie das der 100-jährigen Annelies Lippmann.

Die Seniorin trainiert seit 16 Jahren wöchentlich beim KSB Gesundheitssport Dresden in einer Gruppe, deren Mitglieder zwischen Mitte 60 und 91 Jahre alt sind. Sporttherapeuten wie Ivo Ullmann betonen, dass eine solche kontinuierliche Aktivität maßgeblich zum Erhalt der individuellen Selbstständigkeit beiträgt.

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