Fischöl-Studie: 43 Prozent weniger Herzinfarkte bei Dialysepatienten
02.07.2026 - 22:04:04 | boerse-global.de
Das belegen Daten aus dem Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Waren es 2017 noch 7.400 Fälle, registrierten die Ärzte 2024 nur noch 5.400 Betroffene.
Trotz des Rückgangs bleibt die Risikobelastung hoch. Sachsen-Anhalt führt bundesweit bei Bluthochdruck (über 39 Prozent) und Diabetes Typ 2 (fast 16 Prozent). Die „Big Five“ der Prävention stehen daher im Fokus: Übergewicht, Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte kontrollieren. Auch Lipoprotein(a) rückt als spezifischer Marker stärker in den Vordergrund.
Herz-CT statt Herzkatheter
Seit dem 21. Januar 2025 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Herz-Computertomographie (Herz-CT) bei Verdacht auf koronare Herzerkrankung. Das Verfahren gilt als schonende Alternative zum klassischen Herzkatheter.
Forscher der Universität Duisburg-Essen und des Uniklinikums Düsseldorf arbeiten parallel an neuen Screeningmethoden. In einem CO?-Wasserbad lassen sich Gefäßschäden mittels Nahinfrarotspektroskopie frühzeitig erkennen – präziser als bisherige Standardtests.
Auch die Grundlagenforschung liefert neue Ansätze. Eine Untersuchung des Max Delbrück Centers vom Mai 2026 zeigt: Gezielte Entzündungssignale steuern bei Zebrafischen die Regeneration von Herzgewebe. Die Erkenntnis könnte langfristig die Heilung nach einem Infarkt verbessern.
Medikamente: Adipositas und Fischöl
Dialysepatienten haben ein hohes Herzinfarktrisiko – doch eine aktuelle Charité-Studie zeigt: Mit täglich 1,5 Gramm Fischöl lässt sich das Risiko um 43 Prozent senken. Erfahren Sie in unserem kostenlosen Report, wie Sie die Big Five der Prävention kontrollieren und von neuen Screeningmethoden profitieren. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Zwei große Studien unterstreichen das Potenzial medikamentöser Anpassungen:
Eine Langzeitanalyse im Fachmagazin The Lancet (1990 bis 2024) belegt: Moderne Medikamente gleichen kardiovaskuläre Risiken bei älteren Menschen mit Adipositas aus. Mit Statinen und Blutdrucksenkern erreichen die Werte für LDL-Cholesterin und Blutdruck fast das Niveau von Normalgewichtigen.
Die Charité veröffentlichte am 1. Juli 2026 im Journal of Nephrology eine Studie zur täglichen Einnahme von 1,5 Gramm Fischöl bei Dialysepatienten. Ergebnis: Das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle sinkt um 43 Prozent. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bewertete die Qualität der Untersuchung als hoch.
Bei persistierendem Vorhofflimmern könnte zudem die Katheterablation der reinen Medikation als Erstlinientherapie überlegen sein – aktuelle Studien deuten darauf hin.
Zahnarztbesuche und Gesundheitspolitik
Finanzielle Barrieren beim Zahnarzt erhöhen das Risiko für Herzprobleme – das zeigt eine US-Studie. Unser Report erklärt, wie Sie mit einfachen Maßnahmen Ihre Herzgesundheit schützen und von neuen Kassenleistungen wie der Herz-CT profitieren. Präventions-Report jetzt sichern
Die Herzgesundheit hängt auch vom Zugang zum Gesundheitssystem ab. Eine US-Studie aus dem Jahr 2026 mit über 90.000 Teilnehmern zeigt: Finanzielle Barrieren beim Zahnarzt erhöhen das Risiko für Herzinsuffizienz und Herzinfarkte. Ein Teil der Erkrankungen wäre durch bessere zahnmedizinische Versorgung vermeidbar.
Auf politischer Ebene plant die Bundesregierung ein Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung. Ab 2027 sollen Entlastungen von rund 16,3 Milliarden Euro realisiert werden – unter anderem durch Ausgabenbremsen für Kliniken, die Pharmaindustrie und höhere Zuzahlungen für Medikamente. Zusatzleistungen im Wert von knapp einer Milliarde Euro bleiben vorerst erhalten. Kassenvertreter fordern strengere Regeln für die Abrechnung von Pflegekosten und die Rückzahlung von Überschüssen bei unbesetzten Pflegestellen.
