Fischöl, Dialysepatienten

Fischöl bei Dialysepatienten: 43% weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle

Veröffentlicht: 02.07.2026 um 00:01 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Zwei unabhängige Studien belegen: Tägliche Fischöl-Einnahme reduziert schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse bei Nierenpatienten deutlich.

Fischöl senkt Herzrisiko bei Dialysepatienten um 43 Prozent
Nahaufnahme einer Dialysemaschine mit Schläuchen und einem leicht unscharfen Patientenarm im Hintergrund, der eine Nadel zeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine aktuelle Studie der Charité Berlin belegt: Die tägliche Einnahme von 1,5 Gramm Fischöl reduziert schwere kardiovaskuläre Komplikationen während der Dialyse massiv.

Zwei Studien, ein Ergebnis

Die im Juli 2026 im Journal of Nephrology veröffentlichte Untersuchung begleitete 1.200 Dialysepatienten. Das Ergebnis spricht eine klare Sprache: Herzinfarkte und Schlaganfälle gingen um 43 Prozent zurück. Die europäische Arzneimittelagentur EMA bewertete die Qualität der Studie als hochwertig.

Kritiker bemängeln jedoch fehlende Langzeitdaten. Die Charité reagiert bereits: Eine Folgestudie mit rund 5.000 Teilnehmern ist in Planung.

Parallel dazu liefert die PISCES-Studie der Monash University ähnliche Befunde. Unter der Leitung australischer und kanadischer Forscher erhielten 1.228 Dialysepatienten an 26 Standorten täglich 4 Gramm Fischöl. Auch hier sank die Rate schwerer kardiovaskulärer Ereignisse um 43 Prozent.

Dr. Van Kruijsdijk vom Radboudumc hebt die Kosteneffizienz hervor: Die jährlichen Kosten liegen bei etwa 300 Euro pro Patient – ohne zusätzliche Nebenwirkungen.

Grenzen der Omega-3-Wirkung

Nicht überall zeigt die Supplementierung Erfolg. Eine Studie von Keck Medicine (University of Southern California) untersuchte den Effekt von hochdosierter Docosahexaensäure (DHA) auf die kognitive Gesundheit. 365 Probanden zwischen 55 und 80 Jahren nahmen zwei Jahre lang täglich 2.000 Milligramm DHA ein.

Das Ergebnis: Weder die Gedächtnisleistung verbesserte sich, noch verlangsamte sich die Schrumpfung des Hippocampus.

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Diese Erkenntnisse decken sich mit älteren Metaanalysen. Bereits 2012 werteten Forscher im Archives of Internal Medicine 14 Studien mit über 20.000 Herzpatienten aus. Auch damals fand sich kein signifikanter Unterschied zwischen Omega-3- und Placebo-Gruppe.

Eine brasilianische Studie deutet hingegen darauf hin, dass Fischöl die Insulinresistenz bei Diabetes-Patienten verbessern kann.

Ganzheitliche Ansätze für Nierenpatienten

Neben der Supplementierung rücken umfassende Strategien in den Fokus. Wissenschaftler der Sechenov-Universität stellten ein integriertes Verfahren vor: Monitoring der Gefäßsteifigkeit, personalisierte Diät und strenge Blutdruckkontrolle sollen das kardiovaskuläre Risiko bereits in frühen Stadien minimieren.

Eine Übersicht im Journal of Clinical Lipidology verglich zudem Fischöl mit Lebertran. Das Ergebnis: Fischöl senkt den LDL-Cholesterinspiegel um 12 Prozent stärker. Die EFSA warnt vor Lebertran – hier könnten die Grenzwerte für Vitamin A überschritten werden.

Weitere präventive Maßnahmen

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Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) veröffentlichte im Mai 2026 ein Konsensuspapier. Demnach senkt bereits eine Gewichtsreduktion von 5 bis 10 Prozent bei adipösen Patienten die Rate der Rehospitalisierungen um bis zu 30 Prozent.

Flankiert werden diese Erkenntnisse durch neue medikamentöse Optionen. Ende Juni 2026 erteilte die FDA die Zulassung für Semaglutid zur Reduktion schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse (MACE).

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