Firefox gewinnt sechs Millionen Nutzer durch EU-Regulierung
18.05.2026 - 23:22:34 | boerse-global.deSeit Inkrafttreten der neuen Wettbewerbsregeln hat Firefox rund sechs Millionen neue Nutzer gewonnen – ein Zuwachs, der vor allem auf die verpflichtenden Browser-Auswahlbildschirme auf Smartphones zurückgeht.
Während der US-Konzern diese Woche mit Version 150.0.3 ein wichtiges Sicherheitsupdate ausrollt, zeichnet sich ein strategischer Wandel ab: Unter neuer Führung setzt Mozilla wieder stärker auf technische Grundlagen und Datenschutz.
DMA beschert Firefox 113 Prozent Wachstum auf dem iPhone
Der größte Sprung gelang Firefox im Apple-Ökosystem. Auf iPhones stieg die Nutzung um beeindruckende 113 Prozent. Grund ist die DMA-Pflicht für Apple, EU-Nutzern beim ersten Öffnen von Safari einen Auswahlbildschirm mit alternativen Browsern anzuzeigen.
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Auf Android fiel das Plus mit zwölf Prozent deutlich bescheidener aus. Der Unterschied liegt in der Systemlogik: iOS zeigt die Auswahl beim ersten Start des vorinstallierten Browsers, Android hingegen bereits beim Einrichten des Geräts oder nach einem Werksreset – ein Zeitpunkt, zu dem viele Nutzer weniger aufmerksam sind.
Mozilla drängt nun auch in Großbritannien auf ähnliche Regeln. Die Begründung: Mobile Geräte verantworten inzwischen über die Hälfte des gesamten Internetverkehrs. Ohne fairen Zugang zu diesen Plattformen, so die Argumentation, sei die Zukunft unabhängiger Browser-Engines gefährdet.
Sicherheitsupdate 150.0.3 schließt kritische Lücken
Die aktuelle Version 150.0.3 adressiert mehrere Sicherheitslücken und Fehler. Besonders brisant: Ein Problem, bei dem eingegebene Passwörter in der Druckvorschau oder auf Ausdrucken unverschlüsselt auftauchen konnten. Der Fehler, intern als Bug 2037803 geführt, wurde priorisiert behoben, um die versehentliche Preisgabe sensibler Zugangsdaten zu verhindern.
Mozilla hat nach dem Start von Firefox 150, das insgesamt 271 Schwachstellen beseitigte, auf einen wöchentlichen Patch-Rhythmus umgestellt. Branchenweit steigt die Update-Frequenz – auch weil neue KI-gestützte Werkzeuge zur Schwachstellenerkennung immer effektiver werden. Neben Mozilla haben auch Apple und Microsoft ihre Patch-Zyklen verkürzt.
Neuer Chef setzt auf „Zurück zu den Wurzeln“
Seit Ajit Varma Ende 2025 die Führung von Firefox übernahm, verfolgt der Browser einen technischen Neuanfang. Der ehemalige Google-Produktmanager setzt auf Funktionen, die die Community seit Jahren fordert: vertikale Tabs, Split-View-Browsing und integrierte VPN-Steuerung.
Beim Thema Künstliche Intelligenz geht Mozilla einen eigenen Weg. Anders als Wettbewerber, die KI-Modelle direkt in die Browser-Oberfläche einbauen, betont das Unternehmen, keine KI-Funktionen aufzuzwingen. Nutzer können „KI-Erweiterungen" komplett deaktivieren. Mozilla will die sicherste Umgebung für diejenigen bieten, die KI nutzen möchten – und eine leistungsstarke für alle, die darauf verzichten.
Parallel dazu lobbyiert Mozilla bei britischen Regulierern für den Schutz von VPN-Diensten. In Schreiben von Mitte Mai warnte das Unternehmen, dass breit angelegte Sicherheitsgesetze virtuelle Privatnetzwerke untergraben könnten. VPNs seien essenziell, um Standortdaten zu schützen und Profilbildung über IP-Adressen zu verhindern.
Marktposition bleibt angespannt
Trotz des Zuwachses von sechs Millionen Nutzern liegt Firefox global bei einem Marktanteil von rund 3,5 Prozent (Stand Ende 2025). Die Konkurrenz ist übermächtig: Chromium-basierte Browser wie Google Chrome und Microsoft Edge dominieren den Markt.
Die jüngsten EU-Zugewinne liefern jedoch einen Beleg für Mozillas These: Regulatorische Eingriffe können kleineren Softwareentwicklern tatsächlich helfen, gegen die Marktmacht der Tech-Giganten zu bestehen. Die Existenz unabhängiger Browser-Engines sei essenziell für Innovation und Wettbewerb im Netz, betont Mozilla immer wieder.
Firefox 151 erscheint am 19. Mai
Der nächste große Sprung steht unmittelbar bevor: Firefox 151 soll am morgigen Dienstag erscheinen. Erwartet werden verbesserte Profilverwaltung und erweiterte Datenschutzfunktionen.
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Gleichzeitig bereitet Mozilla das Ende einer Ära vor. Der Support für Windows 7, Windows 8 und Windows 8.1 läuft aus. Nutzer dieser Systeme sollen auf moderne Plattformen oder Linux wechseln, um weiterhin Sicherheitsupdates zu erhalten. Für die zweite Jahreshälfte 2026 kündigt Mozilla an, die regulatorischen Rückenwinde nutzen zu wollen, um den Marktanteil zu stabilisieren und das Kern-Erlebnis des Browsers weiter zu verfeinern.
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