FIRE-Bewegung: Millionär mit 26 – wie Cody Berman es schaffte
21.06.2026 - 22:43:17 | boerse-global.de
Der Schlüssel liegt nicht nur im Sparen, sondern vor allem im Skalieren der Einkommen.
Vom Angestellten zum Millionär in drei Jahren
Cody Berman erreichte finanzielle Unabhängigkeit vor seinem 26. Geburtstag. Sein Geheimnis? Eine drastische Steigerung der Einnahmen bei gleichzeitig eingefrorenen Lebenshaltungskosten.
2019 verdiente Berman noch 96.000 US-Dollar. 2020 waren es bereits 198.000 US-Dollar, 2021 dann 403.000 US-Dollar. Seine jährlichen Ausgaben blieben konstant bei 24.000 US-Dollar. So konnte er innerhalb von drei Jahren 625.000 US-Dollar investieren.
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Ende 2021 bestand sein Portfolio aus Aktien im Wert von 500.000 US-Dollar, 13 Mieteinheiten mit einem monatlichen Cashflow von 3.700 US-Dollar und einem Digitalprodukt-Geschäft, das rund 10.000 US-Dollar pro Monat abwarf. Heute, 2026, liegt sein Nettovermögen bei über einer Million US-Dollar.
Die „FU-Zahl“: Wann ist genug genug?
Ein zentrales Element der FIRE-Planung ist die individuelle Zielsumme – oft „FU-Zahl“ genannt. Kaska Adoteye verließ mit 36 Jahren ihren Job beim Streaming-Dienst Netflix, nachdem ihr Vermögen die Zwei-Millionen-US-Dollar-Marke (etwa 1,84 Millionen Euro) überschritten hatte.
Häufig sind persönliche Krisen der Auslöser. Bei Adoteye war es eine seltene Hirnerkrankung, die sie mit 19 Jahren diagnostiziert bekam. Sie zwang sie, ihre Lebensplanung komplett zu überdenken. Nach dem Ausstieg widmet sie sich nun Mentoring, Reisen und finanzieller Bildung – ohne Druck durch Gehaltsverhandlungen.
Warum die klassische Rente immer unattraktiver wird
Der Wunsch nach finanzieller Eigenständigkeit wird durch die Realität an den Märkten befeuert. Tomas Peeters, CEO von Bilthouse, beobachtet massive Umwälzungen am Wohnungsmarkt. Wohneigentum wird für breite Schichten zunehmend unerreichbar.
Parallel dazu fordert Rentenexperte Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg drastische Reformen. Sein Vorschlag: Das Renteneintrittsalter bis 2030 schrittweise auf 70 Jahre anheben, das Rentenniveau von 48 auf 42 Prozent senken. Kein Wunder, dass minimalistische Lebensstile boomen.
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In den USA zeigt sich eine K-förmige Entwicklung: Besserverdiener investieren in Luxusgüter und Reisen, während Geringverdiener ihre Ausgaben massiv reduzieren. Verhaltensökonomen empfehlen hier das Prinzip des „Satisficing“ – die zufriedenstellende statt der perfekten Lösung.
Verzicht aus Überzeugung: Die ethische Dimension
Finanzielle Freiheit ist nicht nur eine Frage des Geldes. Eine Studie der Universität Bonn, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Science, zeigt: Weltweit sind 69 Prozent der Menschen bereit, für den Klimaschutz auf Einkommen zu verzichten. In Deutschland liegt dieser Anteil bei stolzen 86 Prozent.
Ben Cohen, Mitgründer von Ben & Jerry’s, rief Anfang Juni 2026 auf einer Fachkonferenz in London dazu auf, die Berufswahl nach Leidenschaft und sozialer Mission auszurichten – nicht nach dem Gehalt. Er kritisierte die extreme Vermögenskonzentration, die sich in der Entwicklung zum ersten Billionär der Wirtschaftsgeschichte zeigt.
Ökonom Gabriel Zucman warnt vor der wachsenden privaten Macht. Sein Vorschlag: koordinierte Mindeststeuern für Milliardäre, um demokratische Systeme und die soziale Balance zu schützen.
