Fintech-Offensive, Revolut

Fintech-Offensive: bunq, Revolut und HSBC rüsten Banking auf

24.06.2026 - 00:02:45 | boerse-global.de

Mehrere Finanzinstitute lancieren Banking-Plattformen und Blockchain-Lösungen. Der Wettbewerb um Firmenkunden verschärft sich deutlich.

Fintech-Offensive: Bunq, Revolut und HSBC starten neue Dienste
Fintech-Offensive - A stylized digital interface showing financial data, charts, and virtual cards, representing digital banking services for businesses. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Wettbewerb um digitale Finanzdienstleistungen verschärft sich: Innerhalb weniger Tage haben mehrere große Fintechs und traditionelle Banken neue Plattformen, Expansionen und Blockchain-Dienste vorgestellt. Die Entwicklungen reichen von Embedded-Banking-Lösungen in Europa bis zu tokenisierten Einlagen im Nahen Osten.

Bunq öffnet Banking-Plattform für Unternehmen

Die europäische Neobank bunq hat am heutigen Dienstag ihr neues „bunq-as-a-Service"-Angebot gestartet. Damit können Unternehmen Finanzfunktionen wie virtuelle Karten, Sofortüberweisungen und persönliche IBANs direkt in ihre eigenen Systeme einbinden. Erste Daten zeigen eine bemerkenswerte Nutzerentwicklung: Beim Partnerunternehmen Blockrise wechselten bereits 40 Prozent der Kunden innerhalb des ersten Monats zu bunq-IBANs. Die Einlagen sind durch das niederländische Einlagensicherungssystem mit bis zu 100.000 Euro geschützt.

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Revolut und Rippling drängen in den Geschäftskundenmarkt

Ebenfalls am Dienstag gab Revolut die Expansion seines Geschäftskundenbereichs nach Neuseeland bekannt. Das Unternehmen sieht eine klare Nachfrage in der Region und will mit lokalen Banken konkurrieren.

Bereits am Montag hatte Rippling sein eigenes Geschäftskonto-Paket vorgestellt. Es umfasst ein verzinstes Girokonto mit 2,25 Prozent Jahreszins sowie ein Anlagekonto mit bis zu 3,50 Prozent Rendite über einen JPMorgan Treasury Plus Fonds. Die Plattform bietet zudem eine Same-Day-Payroll-Funktion und eine FDIC-Einlagensicherung von bis zu 200 Millionen Dollar.

Visa-Partnerschaft und Blockchain bei HSBC

Auch die Infrastruktur für grenzüberschreitende Zahlungen wird ausgebaut. Nuvion hat eine Partnerschaft mit Visa Direct geschlossen, um Echtzeit-Auszahlungen weltweit zu ermöglichen. Die Lösung kombiniert Multi-Währungs-Konten mit Stablecoin-Abwicklung und erlaubt Überweisungen auf Karten, Bankkonten und digitale Geldbörsen.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten hat HSBC am Montag einen tokenisierten Einlagendienst für Firmenkunden eingeführt. Die Blockchain-basierte Lösung ermöglicht rund um die Uhr Sofortüberweisungen. Der VAE-Dirham wurde in ein Netzwerk aufgenommen, das bereits Euro, britisches Pfund und US-Dollar unterstützt. HSBC zufolge soll der Dienst das Liquiditätsmanagement für regionale Unternehmen verbessern.

Sparkassen fordern Integration des digitalen Euro

Traditionelle Institute rüsten ebenfalls auf. Fiserv hat seine „Create Digital"-Lösung vorgestellt, die Banken wie die State Bank of Southern Utah mit Software-Kits und Fintech-Schnittstellen versorgt.

In Deutschland hat der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) am Dienstag klare Forderungen zum digitalen Euro erhoben. DSGV-Präsident Reuter verlangte die Integration der digitalen Währung in bestehende Systeme wie Girocard und SEPA-Instant Payments. Die Stellungnahme fällt zeitlich mit der geplanten Abstimmung eines EU-Parlamentsausschusses über den rechtlichen Rahmen des Projekts zusammen, das seit rund sechs Jahren entwickelt wird.

Wirtschaftlicher Gegenwind und stabile Regionalbanken

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Der Digitalisierungsschub kommt in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg im ersten Quartal 2026 um 6,5 Prozent auf 6.275 Fälle. Der März 2026 verzeichnete die höchste monatliche Insolvenzzahl seit 2018. Besonders betroffen sind Transport, Gastgewerbe und Baugewerbe. Die Energieinflation erreichte im Mai 6,6 Prozent.

Trotz dieser Belastungen zeigen sich einige Regionalbanken stabil. Die Volksbank im Münsterland meldete auf ihrer Generalversammlung am Montag einen Anstieg des Kundengeschäfts um fünf Prozent auf 26 Milliarden Euro. Die Volksbank Niederrhein erzielte ihr bestes operatives Ergebnis. Beide Institute sowie die VR-Bank Südniedersachsen schütten Dividenden von vier bis fünf Prozent an ihre Mitglieder aus.

Im Tarifkonflikt der Sparda-Banken legte der Arbeitgeberverband am Montag ein neues Angebot vor: 2,75 Prozent mehr Gehalt ab Juli 2026, gefolgt von 2,5 Prozent im Jahr 2027 – bei einer Laufzeit von 24 Monaten.

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