Fingerabdruck-Diebstahl, Kriminelle

Fingerabdruck-Diebstahl: Kriminelle extrahieren Daten aus Selfies

02.06.2026 - 11:55:06 | boerse-global.de

Sicherheitsbehörden warnen vor KI-gestützter Extraktion biometrischer Daten aus hochauflösenden Handaufnahmen.

Novo Nordisk: la píldora Wegovy gana peso clínico mientras el mercado espera su despegue comercial - Bild: über boerse-global.de
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Kriminelle extrahieren biometrische Daten aus öffentlichen Bildern – besonders aus hochauflösenden Selfies mit Peace-Zeichen.

KI-Tools schärfen die Bilddetails so weit, dass die Papillarleisten der Fingerkuppen sichtbar werden. Damit umgehen Angreifer biometrische Zugangssperren an Smartphones oder Banking-Apps.

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Technisch möglich – aber aufwendig

Das Wagoner County Sheriff's Office in Oklahoma wies Anfang Juni auf das Risiko hin. Hochauflösende Handaufnahmen in sozialen Netzwerken dienen demnach als Quelle für Identitätsdiebstahl.

Experten der New York University und der Carnegie Mellon University bestätigen: Die Extraktion ist technisch machbar. Voraussetzung ist oft ein Aufnahmeabstand von weniger als 1,5 Metern.

Die Methode ist nicht neu. Bereits 2014 rekonstruierte der deutsche Sicherheitsforscher Jan Krissler den Fingerabdruck von Ursula von der Leyen aus Pressefotos. Ein chinesischer Fernsehbeitrag griff das Thema im April erneut auf.

Professor Justin Cappos von der NYU schätzt das Risiko für die breite Bevölkerung derzeit als gering ein. Der Aufwand für einen gezielten Angriff sei hoch. Hacker benötigen neben dem rekonstruierten Abdruck oft physischen Zugriff auf das Zielgerät oder einen hochwertigen Silikon-Nachbau.

KI-Attacken boomen – Schutzmaßnahmen hinken hinterher

Die Warnungen fallen in eine Zeit steigender Cyberbedrohungen. Laut CrowdStrike sind KI-gestützte Attacken im Jahresvergleich um 89 Prozent gestiegen. Ein aktueller Cloud Security Report zeigt: 78 Prozent der befragten Unternehmen meldeten bereits sicherheitsrelevante Vorfälle mit KI-Bezug.

Trotz der technologischen Entwicklung bleiben Schutzmaßnahmen oft lückenhaft. Eine YouGov-Umfrage im Auftrag des Verbands eco ergab: 74 Prozent der Deutschen halten ihre Passwörter für sicher. Aber nur 25 Prozent nutzen eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Lediglich 32 Prozent setzen auf moderne Passkeys.

Das Hasso-Plattner-Institut betont: Phishing stellt eine wesentlich größere und unmittelbarere Bedrohung dar als das Klonen von Fingerabdrücken.

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So schützen Sie sich

Sicherheitsbehörden raten zu einem mehrstufigen Sicherheitskonzept:

  • Keine Nahaufnahmen teilen: Vermeiden Sie Fotos in sozialen Medien, auf denen die Innenseiten der Finger aus kurzer Distanz deutlich erkennbar sind.
  • Multi-Faktor-Authentifizierung nutzen: Schützen Sie sensible Konten nicht allein durch Biometrie. Nutzen Sie zusätzlich eine App-Bestätigung oder einen Sicherheitsschlüssel.
  • Datenschutzeinstellungen prüfen: Beschränken Sie die Sichtbarkeit Ihrer Social-Media-Profile auf bekannte Kontakte.
  • Passwort-Manager verwenden: Nur 24 Prozent der Nutzer setzen darauf – hier liegt enormes Verbesserungspotenzial.

Die Rekonstruktion von Fingerabdrücken aus Fotos bleibt derzeit ein technisch anspruchsvolles Szenario. Doch die sinkenden Hürden durch leistungsfähige KI-Software machen erhöhte Wachsamkeit beim Teilen privater Bilder erforderlich.

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