Finerenon: Erste neue Therapie für Diabetes-Nierenschäden seit 30 Jahren
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 05:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Für Erwachsene mit chronischer Nierenerkrankung und Typ-1-Diabetes steht in den USA eine neue therapeutische Option zur Verfügung. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat das Medikament Kerendia mit dem Wirkstoff Finerenon in Dosierungen von 10 mg und 20 mg zur Senkung des Urin-Albumin-Kreatinin-Quotienten (UACR) zugelassen. Damit erweitert sich das Anwendungsgebiet des Präparats des Bayer-Konzerns um eine dritte US-Indikation.
Für die betroffene Patientengruppe bedeutet der Schritt die erste neue Behandlungsoption seit über 30 Jahren. Die Vereinigten Staaten sind das erste Land weltweit, das Finerenon für diese spezifische Indikation freigegeben hat.
Studienergebnisse der FINE-ONE-Untersuchung
Die behördliche Zulassung basiert auf den Daten der klinischen Phase-III-Studie FINE-ONE (NCT05901831). An dieser Untersuchung nahmen 242 Probanden an mehr als 80 Standorten in 9 Ländern teil. Primäres Ziel war die Prüfung der Wirksamkeit und Sicherheit des nichtsteroidalen Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten im Hinblick auf renale Biomarker bei Typ-1-Diabetikern mit Nierenschäden.
Die Ergebnisse der FINE-ONE-Studie belegen eine statistisch signifikante Reduktion der Albuminausscheidung im Urin:
- Gegenüber Placebo verringerte sich der UACR nach drei Behandlungsmonaten um 22 Prozent (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,68–0,90).
- Nach sechs Behandlungsmonaten lag die Senkung gegenüber Placebo bei 28 Prozent (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,60–0,86) bei einem p-Wert von p=0,0001.
- Über den gesamten Zeitraum von sechs Monaten hinweg betrug die UACR-Reduktion im Vergleich zu Placebo 25 Prozent.
- Eine Reduktion des UACR um mindestens 30 Prozent erreichten 68,1 Prozent der mit Finerenon behandelten Personen im Vergleich zu 46,6 Prozent in der Kontrollgruppe.
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Hinsichtlich des Sicherheitsprofils traten unerwünschte Ereignisse bei 47,1 Prozent der Behandelten auf, verglichen mit 49,2 Prozent unter Gabe des Scheinmedikaments. Ein erhöhtes Auftreten verzeichnete die Studie bei Hyperkaliämien: Diese wurden bei 10,1 Prozent der Patienten in der Finerenon-Gruppe dokumentiert, während es im Placebo-Arm 3,3 Prozent waren.
Medizinische Relevanz und wirtschaftliche Erwartungen
Chronische Nierenerkrankungen stellen eine häufige und schwerwiegende Folgeerscheinung bei Typ-1-Diabetes dar. Den zugrunde liegenden Berichten zufolge entwickeln rund 30 Prozent der Betroffenen in den USA im Krankheitsverlauf eine Nierenbeteiligung, wobei einzelne Erhebungen eine Spanne von 20 bis 30 Prozent angeben.
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Eine anhaltende Erhöhung der Albuminausscheidung im Urin gilt als zentraler Risikofaktor für das Fortschreiten des Nierenfunktionsverlusts bis hin zur Dialysepflichtigkeit.
Für das pharmazeutische Unternehmen Bayer besitzt die Indikationserweiterung auch eine erhebliche ökonomische Bedeutung. Der Konzern rechnet für Kerendia mit Spitzenumsätzen von über 3 Milliarden Euro pro Jahr. Das Präparat war zuvor bereits für die Behandlung chronischer Nierenerkrankungen in Verbindung mit Typ-2-Diabetes im US-Markt etabliert.
