Finanzielle Rücklagen: 80 Prozent der Deutschen völlig unvorbereitet
Veröffentlicht: 04.07.2026 um 15:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Eine Studie von Consors Finanz zeigt: 80 Prozent der Deutschen haben keine ausreichenden Rücklagen für Notfälle. Das betrifft sogar Haushalte mit über 5.000 Euro Nettoeinkommen im Monat.
Frauen schämen sich häufiger für Finanzprobleme
Bei der Vorsorge gibt es leichte Unterschiede zwischen den Geschlechtern. 43 Prozent der Männer haben vorgesorgt, aber nur 39 Prozent der Frauen. Rund 28 Prozent der Frauen empfinden Scham wegen ihrer Finanzlage.
Finanzexpertin Astrid Drechsel-Grau rät: Ruhe bewahren und den teuren Dispokredit vermeiden. Stattdessen könne ein Ratenkredit kurzfristig helfen. Für den Vermögensaufbau empfiehlt sie regelmäßige Budgets und automatische Sparraten direkt nach dem Gehaltseingang.
Abofallen und Erbrecht: Was Verbraucher wissen müssen
Streaming-Abos und Online-Verträge sind Kostenfallen. Die Button-Lösung schützt: Ein Vertrag gilt nur, wenn der Button klar mit „zahlungspflichtig bestellen" gekennzeichnet ist. Verbraucher haben 14 Tage Widerrufsrecht – bei fehlender Belehrung sogar bis zu einem Jahr und 14 Tagen.
Auch im Erbrecht gibt es Klarheit. Der BGH entschied am 24. Juli 2024 (IV ZB 9/23): Die Vergütung eines Nachlasspflegers hat bei teilmittellosen Nachlässen Vorrang vor Gerichtskosten. Anders als im Insolvenzrecht gibt es keine prozentuale Aufteilung.
80 Prozent der Deutschen haben keine ausreichenden Rücklagen für Notfälle – selbst bei hohem Einkommen. Mit dem richtigen Plan und den besten Tagesgeldzinsen können Sie in wenigen Schritten einen Notfallkoffer für 3 Monate aufbauen. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
EZB erhöht Zinsen – Sparer profitieren kaum
Die EZB hob Mitte Juni 2026 den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent an. Doch die Banken geben das kaum weiter. Laut Biallo erhöhten nur 12 von 800 Instituten ihre Tagesgeldzinsen spürbar. Überregionale Banken bieten im Schnitt 1,36 Prozent, Volksbanken und Sparkassen nur 0,44 bis 0,49 Prozent. Spitzenreiter ist die Ascory Bank mit 2,50 Prozent.
Grundsicherung ersetzt Bürgergeld
Seit Juli 2026 gilt in Deutschland die Grundsicherung statt des Bürgergelds. Wichtigste Änderung: Die Jobcenter übernehmen nur noch maximal das 1,5-fache der örtlichen Angemessenheitsgrenze für die Kaltmiete. Alles darüber müssen Bezieher aus dem Regelsatz von 563 Euro selbst zahlen. Laut IAB sind rund 35 Prozent der Bedarfsgemeinschaften betroffen.
Österreich: Sparen bei Kultur, nicht bei Gesundheit
Die EZB erhöht die Zinsen, doch die meisten Banken geben sie nicht weiter. Nur 12 von 800 Instituten haben ihre Tagesgeldzinsen spürbar angehoben. Erfahren Sie, welche Banken wirklich Top-Zinsen bieten und wie Sie automatische Sparraten einrichten. Top-Tagesgeldkonten und Sparplan jetzt sichern
Eine Studie der Universität Graz zeigt: Fast alle Österreicher sehen Gesundheitsversorgung und Altersabsicherung als Kernaufgaben des Staates. Höhere Ausgaben für Bildung und Gesundheit sind mehrheitsfähig, Kürzungen bei Kultur und Arbeitslosenunterstützung eher nicht.
Die Regierung plant ein Sparpaket für 2027 und 2028, um ein Budgetloch von über 5 Milliarden Euro zu schließen. Unter anderem sollen die Arbeitslosenversicherungsbeiträge steigen. Zur Entlastung wurde die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel zum 1. Juli 2026 von 10 auf 4,9 Prozent gesenkt – das kostet den Staat jährlich rund 400 Millionen Euro.
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