Finanzbildung: 81% der Jungen fordern mehr Unterricht in der Schule
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 01:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Besonders junge Menschen fordern mehr Wissen, während Schulden und Altersarmut drohen.
FIRE-Ideal und harte Realität
Das Konzept der finanziellen Unabhängigkeit – bekannt als „FIRE“ (Financial Independence, Retire Early) – klingt verlockend. Autor Grant Sabatier sieht heute bessere Chancen als je zuvor: Digitale Nebenjobs und clevere Investments sollen Vermögensaufbau in kurzer Zeit ermöglichen.
Doch die Kehrseite ist brutal. Steigende Wohnkosten und Inflation machen Geringverdienern das Leben schwer. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Privatinsolvenzen unter 24-Jährigen stiegen 2023 um 22 Prozent, so der Alpenländische Kreditorenverband.
Der Jugendbericht 2026 des Financial Life Park (FLiP) zeigt: Junge Menschen beschäftigen sich intensiv mit Geld, fühlen sich aber bei der praktischen Umsetzung alleingelassen.
Schule versagt bei Finanzbildung
Der Wunsch nach mehr Finanzwissen ist riesig. Laut einer OECD-Studie von 2024 wünschen sich 81 Prozent der 14- bis 24-Jährigen mehr Unterricht dazu. Eine Erhebung des Bankenverbandes aus diesem Jahr bestätigt: Auch Lehrkräfte halten das Thema für wichtig.
Das Problem: Zeitmangel, fehlende bundesweite Standards und kaum Fortbildungsmöglichkeiten. Die Bundesländer machen ihre eigenen Sachen – Berlin-Brandenburg setzt auf ein Leitfach, Nordrhein-Westfalen behandelt das Thema fächerübergreifend.
Die staatliche Plattform „Mit Geld und Verstand“ soll die Lücken schließen. Erfolgreiche Beispiele gibt es bereits: Die Wiener Volksschule Speisinger Straße wurde Ende Juni mit dem KARDEA!-Finanzbildungspreis ausgezeichnet – Nachhaltigkeit und Wohlstand werden dort schon früh thematisiert.
Partnerschaft: Das unterschätzte Risiko
81% der 14- bis 24-Jährigen wünschen sich mehr Finanzbildung in der Schule – doch das System hinkt hinterher. Mit unserem kostenlosen Leitfaden lernen Sie in 3 Schritten, wie Sie Ihren Notgroschen aufbauen, das neue Altersvorsorgedepot nutzen und mit PV & Wärmepumpe Kosten senken. Jetzt Leitfaden anfordern
Finanzielle Abhängigkeit in Beziehungen kann teuer enden. Nach einer Scheidung sinkt das Einkommen von Frauen im Schnitt um 17 Prozent. Eine UBS-Studie aus 2021 zeigt: 79 Prozent der Frauen erlebten nach dem Tod ihres Partners negative finanzielle Überraschungen.
Die Lösung klingt banal, ist aber entscheidend: eigenes Konto führen, Notgroschen aufbauen – drei bis sechs Nettogehälter sollten es sein. Auch ein eigenes Depot ist kein Luxus, sondern notwendig. Rund ein Viertel der Erwerbstätigen wird vor dem Rentenalter berufsunfähig.
Neue Gesetze: Was sich 2026/2027 ändert
Die rechtlichen Rahmenbedingungen verändern sich rasant. Seit dem 1. Juli 2026 gibt es eine Rentenerhöhung von 4,24 Prozent. Der Grundfreibetrag für Alleinstehende stieg auf 12.348 Euro, der steuerpflichtige Rentenanteil für Neurentner liegt nun bei 84 Prozent.
Seit Anfang Juli gelten zudem neue Pfändungsfreigrenzen: Der unpfändbare Grundbetrag wurde auf 1.589,99 Euro angehoben.
Was kommt als Nächstes?
- Altersvorsorgedepot: Ab 1. Januar 2027 soll der Riester-Nachfolger starten – mit staatlicher Förderung von bis zu 540 Euro jährlich.
- Rentenpflicht für Selbstständige: Die Bundesregierung plant eine Versicherungspflicht für Solo-Selbstständige, frühestens ab 2027. Bestandsselbstständige sollen eine Opt-out-Option bekommen.
- Krypto-Besteuerung: Das Finanzministerium kündigte im Juli 2026 das Ende des Steuerprivilegs an. Bisher waren Gewinne nach einem Jahr Haltefrist steuerfrei – das soll wegfallen.
Finanzielle Abhängigkeit in Beziehungen ist ein unterschätztes Risiko: Nach einer Scheidung sinkt das Einkommen von Frauen im Schnitt um 17%. Unser Ratgeber zeigt, wie Sie mit eigenem Konto und Notgroschen vorsorgen – und welche neuen Gesetze ab 2026 für Sie gelten. Ratgeber jetzt sichern
Kosten senken: PV-Anlagen und Wärmepumpen
Ein aktueller Anlageleitfaden vom Juli 2026 zeigt: Photovoltaik und Wärmepumpen können die laufenden Kosten massiv senken. Unter bestimmten Voraussetzungen sind Förderzuschüsse von bis zu 70 Prozent möglich – ein Hebel für langfristige wirtschaftliche Unabhängigkeit.
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