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Figure AI: Roboter sortiert 249.560 Pakete in 200 Stunden fehlerfrei

03.06.2026 - 04:50:43 | boerse-global.de

Figure AI erzielt 200-Stunden-Rekord ohne Ausfall, sichert ersten Retail-Großkunden und weitet BMW-Partnerschaft auf Leipzig aus.

Figure AI: Roboter sortiert 249.560 Pakete in 200 Stunden fehlerfrei - Bild: über boerse-global.de
Figure AI: Roboter sortiert 249.560 Pakete in 200 Stunden fehlerfrei - Bild: über boerse-global.de

Der US-Roboterpionier Figure AI hat im Mai 2026 mit einer Serie von Ausdauertests und Produktivitätsrekorden für Aufsehen gesorgt. Der erste große Handelsvertrag im Retail-Logistikbereich ist unter Dach und Fach, während BMW die Zusammenarbeit auf das deutsche Werk in Leipzig ausweitet.

200 Stunden ohne Ausfall – neuer Rekord für humanoide Roboter

Die Figure-03-Roboter haben im Mai eindrucksvoll bewiesen, was sie können. In einem 200-stündigen autonomen Livestream verarbeiteten die Maschinen 249.560 Pakete – ohne einen einzigen Hardware-Ausfall. Schon am 14. Mai hatte das Unternehmen vermeldet, dass die Roboter erstmals mehr als 24 Stunden ununterbrochen autonom arbeiten konnten.

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Doch wie schlagen sich die Maschinen im direkten Vergleich mit Menschen? Figure AI veranstaltete am 19. Mai einen zehnstündigen Pack-Wettbewerb. Der menschliche Arbeiter Aimé G. sortierte 12.924 Pakete und siegte knapp gegen den Figure-03-Roboter mit 12.732 Paketen. Der Clou: Der Roboter lag zwischenzeitlich sogar vorn – und zwar in der fünften Stunde, während der Mensch seine Pause machte. CEO Brett Adcock zeigt sich zuversichtlich: Die Leistungslücke schrumpfe rapide. Künftige Versionen dürften Menschen bei repetitiven Sortieraufgaben überflügeln.

Erster Großkunde: JCPenney setzt auf Roboter

Catalyst Brands, der Mutterkonzern von JCPenney, Brooks Brothers und Aéropostale, hat einen Vertrag über den Einsatz von Figure-03-Robotern in seinem Distributionszentrum in Reno (Nevada) unterzeichnet. Es ist der erste kommerzielle Deal von Figure AI im Retail-Logistikbereich. Die Roboter werden in das bestehende Sortiersystem integriert und übernehmen repetitive Pack- und Sortieraufgaben. Die 158.000 Quadratmeter große Anlage wurde zuvor für 40 Millionen Euro modernisiert.

BMW baut aus – Leipzig wird zum Testfeld

In der Automobilindustrie geht BMW nach einem elfmonatigen Pilotprojekt im Werk Spartanburg (South Carolina) den nächsten Schritt. Dort bewegten zwei Figure-Roboter über 1.250 Stunden hinweg mehr als 90.000 Teile und trugen zur Montage von über 30.000 BMW X3 bei. Die Roboter erfüllten alle Präzisions- und Taktzeitvorgaben – zu Kosten von umgerechnet rund 23 Euro pro Stunde.

Ab Sommer 2026 sollen humanoide Roboter nun auch im BMW-Werk Leipzig zum Einsatz kommen. Neben Figure 03 testet BMW dort auch die Aeon-Roboter von Hexagon Robotics – rollende humanoide Einheiten mit drei Stunden Akkulaufzeit und schnellem Batteriewechsel.

OpenAI und Qualcomm steigen ein

Die Branche erlebt einen regelrechten Boom. OpenAI-CEO Sam Altman kündigte am 31. Mai die Gründung einer neuen Robotik-Sparte an, geleitet von Aditya Ramesh. Ziel ist die Entwicklung von Robotern für Infrastrukturprojekte und den Privatgebrauch. Damit kehrt OpenAI nach Investitionen in Firmen wie 1X Technologies und Figure AI zur Hardware-Forschung zurück.

Parallel dazu stellte Qualcomm auf der Computex Taipei den Dragonwing IQ10 vor – ein spezielles Referenzdesign für Robotik mit leistungsstarker KI-Verarbeitung, das die nächste Generation humanoider Maschinen antreiben soll.

Technische Hürden bleiben

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Trotz der Fortschritte warnen Branchenanalysten vor verbleibenden Problemen. Die Aktuatoren leiden unter ständiger Bewegung – Hydrauliklecks oder Kompromisse zwischen Leistung und Gewicht sind an der Tagesordnung. Die Greifzuverlässigkeit hat erst kürzlich die Marke von 20 Stunden ohne Ausfall geknackt. Die Akkulaufzeit liegt bei fünf Stunden – zu wenig für eine übliche Acht-Stunden-Schicht. Und im Mai 2026 entdeckten Sicherheitsforscher eine kritische Schwachstelle (CVE-2026-8153) in Robotik-Betriebssystemen.

Milliardenmarkt in Sicht

Die Analysten sind sich einig: Der Markt für humanoide Roboter wird explodieren. Goldman Sachs prognostiziert ein Volumen von 35 Milliarden Euro bis 2035, Morgan Stanley sogar 4,6 Billionen Euro bis 2050. Entscheidend sind die sinkenden Kosten: Liegt ein Einheitspreis derzeit zwischen 83.000 und 92.000 Euro, könnten die Preise bis 2030 auf unter 15.700 Euro fallen. Auch Tesla plant ein Werk in Texas mit einer Kapazität von zehn Millionen Einheiten pro Jahr.

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