Figure AI: F.02-Roboter enden im 75-Tonnen-Ofen mit Schwarzenegger
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das US-amerikanische Robotikunternehmen Figure AI hat seine humanoide Roboterflotte der Generation F.02 weitgehend ausgemustert und die Maschinen in flüssigem Stahl einschmelzen lassen.
Die Inszenierung in Finnland lehnte sich an die bekannte Filmreihe Terminator an und umfasste einen Gastauftritt von Arnold Schwarzenegger. Der Schritt markiert das offizielle Ende des Praxistestzyklus für diese Modellreihe, nachdem die Einheiten zuvor umfangreiche Einsätze in der Industrie absolviert hatten.
Praxiseinsatz in der Automobilfertigung bei BMW
Vor ihrer Ausmusterung durchliefen die F.02-Roboter ein intensives Erprobungsprogramm in der Automobilindustrie. Im Werk von BMW in Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina absolvierten die zweibeinigen Roboter über 1.200 Betriebsstunden und unterstützten dort die Fertigung von rund 30.000 Einheiten des Modells BMW X3. Branchenberichten zufolge handhabten die Systeme dabei in mehr als 1.250 Betriebsstunden über 90.000 Bauteile.
Figure AI, im Jahr 2022 gegründet und mittlerweile mit 39 Milliarden US-Dollar bewertet, begründete die Außerdienststellung mit dem raschen Hochlauf der Nachfolgegeneration F.03. Angesichts begrenzter Platzkapazitäten am Unternehmenssitz und strenger Schutzanforderungen für proprietäre Technologien schied eine reguläre Demontage aus.
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Ein solcher Rückbau hätte spezialisiertes Personal für geistiges Eigentum gebunden und damit die Entwicklung des kommenden Modells Figure 04 verlangsamt. Nur wenige F.02-Einheiten bleiben zu Dokumentationszwecken im Archiv sowie am Hauptsitz eingelagert.
Ungewöhnliche Entsorgung nach Hollywood-Vorbild
Ursprünglich stellte Figure AI in einer Umfrage drei Entsorgungswege zur Wahl: eine Demontage im Livestream, eine Umwandlung in Kunstobjekte oder eine Sprengung. Obwohl die Sprengung die meisten Stimmen erhielt, entschied sich die Unternehmensführung für eine andere Option. Am 19. August 2026 hatte Arnold Schwarzenegger auf der Plattform X auf eine Anfrage von Figure-CEO Brett Adcock geantwortet, man solle die Maschinen einschmelzen.
Für das Vorhaben trainierten die Entwickler am Hauptsitz in San Jose ein auf Stunt-Darstellern basierendes KI-Modell, mit dem die Roboter lernten, autonom aus dem zweiten Stock auf ein Luftkissen zu springen.
Da Gießereien in den USA und Mexiko die Annahme von Robotern mit verbauten Lithium-Ionen-Akkus verweigerten, wich das Unternehmen auf einen Partnerbetrieb in der finnischen Stadt Imatra aus. Figure AI betonte in einer Stellungnahme, dass die Roboter, das Training und der geschmolzene Stahl vollständig real gewesen seien.
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Ablauf im Elektrolichtbogenofen und Andenken
In Finnland kam ein 75-Tonnen-Elektrolichtbogenofen zum Einsatz. Dem Team standen insgesamt 24 Stunden sowie sechs Schmelzvorgänge zur Verfügung, wobei jedes Zeitfenster etwa 20 Minuten betrug, bevor die Oberfläche des flüssigen Stahls erstarrte.
Trotz extremer Hitzeentwicklung und starker elektromagnetischer Felder blieben die Roboter bis zum Schmelzvorgang funktionsfähig. In der Videodokumentation senkt Schwarzenegger einen Roboter an einer Kette in das Metallbecken ab, woraufhin die Maschine mit einer Daumen-hoch-Geste reagiert und der Schauspieler den Roboter verabschiedet.
Der erstarrte Stahl wurde anschließend zu Barren geformt, in die USA transportiert und zu limitierten Erinnerungsstücken verarbeitet. Kleinere Andenken aus diesem Material wurden für 500 US-Dollar angeboten, wobei die Auflage voraussichtlich auf lediglich 50 Stück begrenzt ist.
