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Figure 03: Roboter sortiert 250.000 Pakete ohne Hardware-Ausfall

25.05.2026 - 17:18:41 | boerse-global.de

Neue KI-Architekturen und Milliardeninvestitionen treiben humanoide Roboter in die industrielle Massenproduktion.

Figure 03: Roboter sortiert 250.000 Pakete ohne Hardware-Ausfall - Foto: über boerse-global.de
Figure 03: Roboter sortiert 250.000 Pakete ohne Hardware-Ausfall - Foto: über boerse-global.de

Statt mechanischer Prototypen setzen die Hersteller jetzt auf hochentwickelte KI-Systeme, die komplexe Aufgaben in der realen Welt bewältigen. Von der Autofertigung bis zur Logistik – die Maschinen werden zu ernstzunehmenden Arbeitskräften.

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Zweigeteilte Architektur für höhere Effizienz

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer neuartigen Software-Architektur. Sie trennt die strategische Entscheidungsfindung von den reflexartigen Bewegungen. Der Figure 03 Roboter nutzt dafür das sogenannte Helix-System: Ein großes Sprachmodell mit sieben Milliarden Parametern übernimmt die komplexe Denkarbeit, während ein kleineres Modell mit 80 Millionen Parametern für blitzschnelle Reflexe sorgt.

Die Praxis zeigt, was das bedeutet. In einem BMW-Werk in South Carolina arbeitete eine flotte dieser Roboter 200 Stunden lang ohne einen einzigen Hardware-Ausfall. Sie sortierten rund 250.000 Pakete – jedes in 2,6 bis 3 Sekunden. Damit liegen sie fast auf dem Niveau menschlicher Arbeiter. Vor 18 Monaten betrug die Effizienz gerade einmal 16,7 Prozent. Der Erfolg dieser Tests spiegelt sich auch in den Finanzen wider: Eine Milliarde Euro flossen in eine Finanzierungsrunde, die Bewertung des Unternehmens liegt nun bei 39 Milliarden Euro.

Lernen durch Simulation: Vom Rechner ins echte Leben

Nicht nur Geschwindigkeit, auch Kraft ist gefragt. Boston Dynamics hat seinem elektrischen Atlas-Modell beigebracht, einen 45 Kilogramm schweren Kühlschrank zu heben und zu transportieren. Möglich wurde das durch millionenfache Simulationen auf Hochleistungs-Grafikprozessoren.

Diese Methode – Fachleute nennen sie „Sim-to-Real“ – verkürzt die Kluft zwischen digitaler Testumgebung und realer Fabrikhalle drastisch. Hyundai Motor Group plant, humanoide Roboter bis 2028 in der Teilelogistik seiner Metaplant America in Georgia einzusetzen. Ab 2030 sollen sie auch an der Montage beteiligt sein. Das ehrgeizige Ziel: 25.000 Roboter in den eigenen Werken und eine Jahresproduktion von 30.000 Einheiten durch Partnerfirmen.

Schwarmintelligenz in der Autofabrik

Moderne Fertigung verlangt nicht nur einzelne, sondern kooperierende Roboter. UBTECH testet in der ZEEKR-5G-Fabrik dutzende Walker-S1-Roboter, die über ein „Internet der Humanoiden“ miteinander vernetzt sind. Sie arbeiten an der Endmontage und Qualitätskontrolle, koordiniert von einem System namens BrainNet, das auf dem Reasoning-Modell DeepSeek-R1 basiert.

Die industrielle Basis wächst rasant. Partnerschaften mit BYD, Foxconn und FAW-Volkswagen untermauern die Ambitionen. Ende Mai 2026 lief der 1.000ste Walker S2 vom Band. Bis Jahresende soll die Produktion auf 10.000 Einheiten hochgefahren werden. Das Auftragsvolumen für 2025 lag umgerechnet bei rund 113 Millionen Euro.

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Spezialisierte Plattformen für Nischenmärkte

Die Hardware wird vielfältiger. Unitree Robotics bringt den H1-Humanoiden nach Indien – für 90.000 bis 96.000 Euro. Er trägt 50 Kilogramm und bewegt sich mit 3,3 Metern pro Sekunde. Noch spektakulärer ist der GD01: ein 500 Kilogramm schwerer „Mecha“, der vom Zweibeiner zum Vierbeiner umschalten kann – gedacht für Sicherheits- und Katastropheneinsätze.

Selbst im Weltraum sind humanoide KI-Gehirne gefragt. Orbit Robotics präsentierte Helios, einen vierarmigen Roboter für Wartungsarbeiten auf Raumstationen. Er soll rund 35 Prozent der Astronauten-Arbeitszeit übernehmen – zu Kosten von umgerechnet 140.000 Euro pro Stunde.

Vom Experiment zum Industriestandard

Die Entwicklung der Roboter-KI folgt einem ähnlichen Pfad wie das autonome Fahren. End-to-End-Neuronale Netze werden zum Standard. Doch der Weg ist steinig: Waymo pausierte Ende Mai 2026 seinen Freeway-Dienst in mehreren US-Städten, um die Software für Baustellen und Extremwetter zu verbessern.

Für humanoide Roboter gilt die 100-Einheiten-Schwelle als entscheidend. Wer so viele Maschinen im aktiven Industrieeinsatz hat, hat das Experimentierstadium hinter sich gelassen. Figure AI und UBTECH haben diese Marke geknackt. Mit Rechenplattformen von 3.000 Billionen Operationen pro Sekunde ist die Hardware-Leistung kein Engpass mehr.

Ausblick: Massenproduktion senkt die Kosten

Die Branche steht vor einer Phase der Massenfertigung. Wenn Hyundai und UBTECH zehntausende Einheiten pro Jahr produzieren, werden die Preise fallen – auch für kleine und mittlere Unternehmen. Regionale Servicezentren, wie Unitree sie in Mumbai plant, deuten auf eine reifende globale Infrastruktur hin.

Die nächsten Schritte zielen auf noch schnellere Entscheidungen. Die Verzögerung der KI-Modelle liegt bereits unter 80 Millisekunden. Künftig sollen Roboter Aufgaben mit Präzision im Millisekundenbereich ausführen. Angesichts von Investitionen in Höhe von rund 1,2 Billionen Euro allein in den USA wird die Nachfrage nach autonomen Arbeitskräften die Entwicklung weiter antreiben.

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