Fibromyalgie: Wie Nordic Walking und Yoga die Schmerztoleranz erhöhen
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 01:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Projekte zeigen: Differenzierte Bewegungsansätze helfen nicht nur bei chronischen Erkrankungen wie Fibromyalgie, sondern beugen auch Muskelschwund vor und verbessern die Medikamentenverträglichkeit.
Multimodale Ansätze bei chronischen Schmerzen
Bei der Behandlung von Fibromyalgie gewinnen nicht-medikamentöse Maßnahmen an Bedeutung. Die Krankheit ist durch chronische Schmerzen, Erschöpfung und Schlafstörungen gekennzeichnet. Das EU-Projekt „xPEDition“ – eine Kooperation der Universitätsmedizin Oldenburg mit der Universität Groningen – klärt über die Mechanismen chronischer Schmerzen auf. Ziel des grenzüberschreitenden Vorhabens in der Ems-Dollart-Region: die Lebensqualität Betroffener durch Information und gezielte Bewegungsempfehlungen verbessern.
Fachleute beobachten bei Fibromyalgie-Patienten häufig eine verstärkte Aktivierung der Schmerzzentren im Gehirn. Sozialer Stress und frühere Schmerzerfahrungen gelten als Risikofaktoren. Als wirksam erwiesen sich moderate Aktivitäten wie Nordic Walking, Tanzen oder Yoga. Diese sanften Bewegungsformen können die Schmerztoleranz erhöhen und die Schlafqualität verbessern. Die Intensität muss individuell angepasst werden – Schlafmangel, Wetter oder Überanstrengung beeinflussen die Symptome.
Innovative Gehtechniken und gelenkschonendes Training
Im Ausdauertraining rücken Methoden in den Vordergrund, die die Fettverbrennung fördern, ohne den Körper übermäßig zu erschöpfen. Eine rhythmische Gehmethode nutzt einen Acht-Schritt-Atemzyklus: drei Schritte einatmen, ein Schritt pausieren, drei Schritte ausatmen, ein Schritt pausieren. Diese Technik soll die Sauerstoffverwertung optimieren und Stresshormone senken. Empfohlen wird eine Anwendung drei- bis fünfmal pro Woche für jeweils 45 bis 60 Minuten.
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Für Personen mit Gelenkproblemen oder bei hohen Außentemperaturen bietet Wassergymnastik eine physische Entlastung. Das Körpergewicht wird im Wasser auf etwa zehn Prozent reduziert, bei gleichzeitig zwölffach höherem Widerstand als an der Luft. So lassen sich alle Muskelgruppen gelenkschonend trainieren. Fachleute raten zu Wassertemperaturen zwischen 29 und 33 Grad Celsius. Herzpatienten sollten die Belastung vorab medizinisch abklären.
Muskelerhalt im Alter
Ein wesentlicher Schwerpunkt der aktuellen Sportmedizin liegt auf der Bekämpfung von Sarkopenie – dem altersbedingten Muskelschwund. Eine Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining gilt als effektivste Maßnahme. Ein Facharzt für Orthopädie betont: Regelmäßigkeit ist der entscheidende Faktor für die Muskelstärkung im Alter.
Zusätzlich rückt die Stabilität der Hüftmuskulatur in den Fokus, die aus 20 bis 29 Einzelmuskeln besteht. Gezielte Übungen wie Seitstütz, Hüftheben oder Ausfallschritt-Dehnungen fördern die Mobilität und beugen Schmerzen vor. In Zürich finden im Sommer 2026 spezielle Stretching-Kurse statt. In Kassel wurden bereits im Mai 2026 Ganzkörpertrainings wie Schlingentraining angeboten, die Stabilität und Koordination kombinieren.
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Wechselwirkungen zwischen Medikation und Training
Ein neuer Forschungsaspekt betrifft die Verträglichkeit von Statinen in Verbindung mit Sport. Die Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin untersucht in ihrer Ausgabe 4/2026 die Hypothese, ob niedrig belastende Ausdaueraktivitäten statinassoziierte Muskelsymptome lindern können.
Grundlage sind GILZ-vermittelte Signalwege (Glucocorticoid-Induced Leucine Zipper). Studien deuten darauf hin: Training mit sehr hoher Muskelbelastung unterdrückt diese Signalwege. Moderate, niedrig belastende Aktivitäten tun dies nicht – und verbessern so potenziell die Verträglichkeit der Cholesterinsenker. Diese Erkenntnisse könnten künftig zu präziseren Trainingsempfehlungen für Patienten führen.
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