Fibromyalgie-Therapie, TENS

Fibromyalgie-Therapie: TENS reduziert Schmerzen bei 72% der Patienten

18.06.2026 - 14:21:13 | boerse-global.de

Studie belegt: TENS lindert Schmerzen bei Fibromyalgie. Ayurveda und Rückenmarkstimulation erweitern das Behandlungsspektrum.

Fibromyalgie-Therapie: Neue Wege mit Ayurveda und TENS
Fibromyalgie-Therapie - Ältere Frau hält eine Schale mit ayurvedischen Kräutern, im unscharfen Hintergrund sind medizinische Geräte angedeutet. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Weltweit leiden zwei bis vier Prozent der Bevölkerung an Fibromyalgie. Der Frauenanteil liegt bei rund 75 Prozent. Die konventionelle Pharmakotherapie stößt oft an Grenzen. Deshalb rücken integrative Ansätze in den Fokus.

Ayurveda: Diagnose vor Therapie

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Die ayurvedische Medizin führt Fibromyalgie und entzündliches Rheuma auf ein Stoffwechselungleichgewicht zurück. Im Zentrum steht die Unterscheidung zwischen „Sama“ (mit Ablagerungen) und „Nirama“ (ohne Ablagerungen). Diese Diagnose ist entscheidend: Bei Sama-Zuständen braucht der Körper erst eine Verdauungsstärkung und Reinigung, bevor nährende Therapien wirken können.

In der klinischen Praxis im indischen New Tehri kommen spezifische Panchakarma-Verfahren zum Einsatz. Fallbeobachtungen zeigen deutliche Verbesserungen von Schwellungen und Beweglichkeit. Genutzt werden mehrtägige Wärmebehandlungen mit Sand und Kräuterstempel-Massagen mit Nirgundi, Rizinus und Moringa. Ergänzend wirken Ashwagandha, Brahmi und Kurkuma entzündungshemmend.

TENS: Elektrische Hilfe gegen Schmerzen

Die klinische Forschung liefert neue Daten zur apparativen Schmerztherapie. Eine Studie mit 384 Patienten aus 28 Physiotherapie-Zentren untersuchte die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS). Ergebnis: Eine tägliche zweistündige Anwendung zusätzlich zur Physiotherapie reduzierte bewegungsinduzierte Schmerzen signifikant stärker als Physiotherapie allein.

41 Prozent der Teilnehmer erreichten eine Schmerzreduktion von mindestens 30 Prozent. In der Kombinationsgruppe bestätigten 72 Prozent die klinische Verbesserung, in der Kontrollgruppe waren es 51 Prozent. Die Effekte zeigten sich nach 30 Tagen und hielten sechs Monate an.

Millionen für Rückenmarkstimulation

Der Markt für Schmerztherapie lockt Investitionen. Das Unternehmen Wise SpA sicherte sich 30 Millionen Euro, unter anderem von der Enea Tech and Biomedical Foundation. Das Geld fließt in die klinische Entwicklung von „Heron“ – einer Elektrode zur Rückenmarkstimulation bei chronischen Schmerzen. Auch Technologien für die Neurochirurgie profitieren.

Parallel dazu fördert die Grundlagenforschung das Verständnis von Entzündungen. Ein Verbund der Universität des Saarlandes und der TU Dresden untersucht die Rolle des Proteins Interleukin-1 alpha an Blutgefäßen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt ab Herbst 2026 für drei Jahre mit rund 500.000 Euro. Ziel: neue therapeutische Ansätze ermöglichen.

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Stationäre Versorgung: Lücken bei nicht-medikamentösen Verfahren

Die Relevanz nicht-medikamentöser Verfahren zeigt eine Analyse österreichischer Patientendaten von 2021 bis 2023. Zwar erhalten 90 Prozent der Patienten mit akuten und 86 Prozent mit chronischen Schmerzen Analgetika. Physiotherapie kommt aber nur bei etwa 40 Prozent zum Einsatz. Andere ergänzende Methoden bleiben unter der Zehn-Prozent-Marke.

Experten betonen die Bedeutung der Schlafqualität für die Schmerzbewältigung. Im Ayurveda gilt Schlaf als eine der drei Säulen der Gesundheit. Therapien wie Shirodhara (Stirnguss) oder medizinierte Öle wie Narayana Thailam lindern nervliche Beschwerden und fördern die Regeneration. Erste Verbesserungen der Schlafqualität zeigen sich in spezialisierten Zentren oft bereits nach drei bis sieben Tagen.

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