Fibromyalgie: TENS-Therapie bringt 72% Patienten Besserung
18.06.2026 - 10:16:55 | boerse-global.de
Aktuelle Studien zeigen, dass physikalische Verfahren neben neuen pharmazeutischen Wirkstoffen das Potenzial haben, die Behandlung von Autoimmunerkrankungen und chronischen Entzündungen grundlegend zu verändern.
Wie Rotlicht auf zellulärer Ebene wirkt
Die Anwendung von rotem Licht beeinflusst biologische Prozesse direkt in den Zellen. Eine 2023 in Frontiers in Immunology veröffentlichte Studie zeigt: Die Photobiomodulation kann den sogenannten NF-?B-Signalweg modulieren. Die Folge: entzündliche Signalmoleküle werden reduziert, während die Konzentration des antiinflammatorischen Zytokins IL-10 steigt.
Ein weiterer Mechanismus ist die Stimulierung der Mitochondrien. Durch Bestrahlung mit spezifischen Wellenlängen erhöht sich die Produktion von Adenosintriphosphat (ATP) – der zelluläre Energiestoffwechsel verbessert sich. Laut einer Studie im International Journal of Molecular Sciences (2023) unterstützt dieser Prozess zudem die Gewebereparatur bei chronischen Entzündungsverläufen.
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Die praktische Anwendung findet bereits in Wellness-Zentren und über Heimgeräte statt. Experten weisen jedoch auf die Notwendigkeit von Augenschutz und den korrekten Abstand zu den Lichtquellen hin.
Durchbruch bei Lupus: Neue Antikörper-Therapie überzeugt
Parallel zu den physikalischen Ansätzen liefert die klinische Forschung Fortschritte bei der medikamentösen Behandlung des systemischen Lupus erythematodes (SLE). Auf dem EULAR-Kongress im Juni 2026 in London wurden Ergebnisse der Phase-3-Studie PHOENYCS GO vorgestellt.
Die Untersuchung mit 321 Patienten zeigte: Der Einsatz des Antikörpers Dapirolizumab Pegol in Kombination mit einer Standardtherapie führte bei der Hälfte der Probanden zu einer Verbesserung in allen betroffenen Organsystemen. In der Placebogruppe erreichten dies lediglich 35 Prozent.
Eine im Juni 2026 veröffentlichte Metaanalyse von 74 Studien verdeutlicht zudem das hohe Risiko durch Begleiterkrankungen. Schwere Infektionen erhöhen das Risiko für einen Krankheitsschub um das 7,4-Fache. Fast jeder zweite Patient erleidet innerhalb von 15 Jahren eine solche Infektion.
Als vielversprechender Ansatz bei besonders schweren Verläufen erwies sich die CAR-T-Zelltherapie, die in klinischen Fallberichten zu langanhaltenden Remissionen führte.
TENS gegen Fibromyalgie: 72 Prozent berichten über Besserung
Auch ergänzende Verfahren gewinnen an Bedeutung. Eine im Juni 2026 publizierte Studie mit 384 Fibromyalgie-Patienten untersuchte den Einsatz der transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS) zusätzlich zur Physiotherapie.
Nach 60 Tagen berichteten 72 Prozent der Teilnehmer über eine klinische Verbesserung – in der Kontrollgruppe waren es nur 51 Prozent. Die Reduktion bewegungsinduzierter Schmerzen hielt bei einem Großteil der Patienten über sechs Monate an.
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Früherkennung: Zweijährige Behandlung senkt Arthrose-Risiko drastisch
Daten vom Hospital Clínic Barcelona aus dem Juni 2026 zeigen zudem Fortschritte in der Frühphase rheumatischer Erkrankungen. Eine zweijährige Behandlung mit Abatacept senkt das Risiko eines Übergangs vom Vorstadium zur manifesten rheumatoiden Arthritis signifikant.
Die Wahrscheinlichkeit einer Progression sank in der untersuchten Gruppe von rund 50 Prozent auf etwa 20 Prozent.
Die Zukunft gehört dem Licht
Abgerundet werden die technologischen Entwicklungen durch neue Ansätze in der Phototechnik. Ein Team der ETH Zürich entwickelte einen lichtgesteuerten Schalter, der bestimmte Rezeptoren auf Zellen gezielt für den Abbau markieren kann.
Während dieses Verfahren primär für die Onkologie erforscht wird, unterstreicht es das wachsende Potenzial lichtbasierter Anwendungen in der modernen Medizin. Die Grenzen zwischen physikalischer und pharmazeutischer Therapie verschwimmen zunehmend – zum Wohle der Patienten.
