Fibromyalgie, Patienten

Fibromyalgie: 40% der Patienten erhalten Opioid-Rezepte

30.05.2026 - 20:08:41 | boerse-global.de

Studie zeigt hohe Opioid-Verordnung bei Fibromyalgie. Komplementäre Methoden wie TCM und epigenetische Forschung gewinnen an Bedeutung.

Fibromyalgie: 40% der Patienten erhalten Opioid-Rezepte - Bild: über boerse-global.de
Fibromyalgie: 40% der Patienten erhalten Opioid-Rezepte - Bild: über boerse-global.de

Fibromyalgie bleibt eine medizinische Herausforderung – doch Forscher blicken zunehmend über die reine Pharmakologie hinaus. Aktuelle Daten und Therapietrends zeigen: Die Behandlung chronischer Schmerzzustände erfordert ein Zusammenspiel aus physiologischen, psychologischen und komplementären Ansätzen.

Opioid-Verordnung bei Fibromyalgie: Hohe Zahlen alarmieren

Eine aktuelle Analyse, die auf der ASCP-Jahrestagung Ende Mai in Miami Beach vorgestellt wurde, wirft ein Schlaglicht auf die medikamentöse Versorgung von Fibromyalgie-Patienten in den USA. Die Studie mit knapp 262.000 Betroffenen ergab: Rund 40 Prozent der Privatversicherten oder Medicare-Versicherten und knapp 39 Prozent der Medicaid-Patienten erhielten mindestens ein Opioid-Rezept.

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Besonders betroffen war die Altersgruppe der 61- bis 65-Jährigen mit einer Opioid-Verordnungsrate von 43 Prozent. Zudem wurden bei etwa jedem fünften Patienten gleichzeitig Benzodiazepine verschrieben. Diese Zahlen verdeutlichen die anhaltende Abhängigkeit von starken Medikamenten – und das für eine Erkrankung, von der in Deutschland nach Angaben der Sana Kliniken Lübeck etwa drei bis vier von 100 Menschen betroffen sind. Die typische Patientin ist demnach zwischen 40 und 60 Jahre alt.

TCM und Körperarbeit: Sanfte Methoden im Aufwind

Während die konventionelle Pharmakologie dominiert, gewinnen komplementäre Ansätze aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) an Bedeutung. Im Juni 2026 planen Therapeuten in Bad Vilbel Seminare zur Meridian-Klopf-Therapie – einer Methode, die gezielt gegen innere Unruhe und Stress eingesetzt wird.

Auch in der Altenpflege zeigt sich das Potenzial körperorientierter Verfahren. Ein Projekt in Steyr (Österreich) integriert Shiatsu in die Betreuung von Senioren. Die Rückmeldungen aus den Einrichtungen sind positiv: Die taktilen, auf TCM basierenden Therapien verbessern offenbar das Wohlbefinden älterer Menschen.

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Ergänzend zu manuellen Therapien wie Shiatsu bietet die Akupressur eine einfache Möglichkeit, das jahrtausendealte Wissen der TCM täglich selbst für mehr Wohlbefinden zu nutzen. Erfahren Sie in diesem bebilderten Ratgeber, wie der sogenannte 3-Finger-Trick Ihnen dabei hilft, Gelenkbeschwerden aktiv zu lindern. Kostenlosen Akupressur-Guide mit dem 3-Finger-Trick sichern

Parallel dazu erforscht die Sportmedizin den Einsatz von Sensor-Technologie zur Prävention von Überlastungsschäden. Auf dem 41. GOTS-Jahreskongress, der Mitte Juni in Osnabrück stattfindet, diskutieren Experten, wie sensorische Analysen Risikoprofile für Musiker und Tänzer erstellen können. Das vom DFG geförderte Projekt „PA.H|LIFETIME.ai" treibt diese Entwicklung voran.

Vererbte Traumata: Epigenetik als Schlüssel zum Schmerz?

Ein wachsender Forschungszweig deutet darauf hin, dass chronische Schmerzen und Ängste mit transgenerationalen Traumata zusammenhängen könnten. Der Psychotherapieforscher Florian Holsboer hat mehrfach darauf hingewiesen, dass Traumata durch epigenetische Prozesse „Narben" im Erbgut hinterlassen können. Die Erfahrungen früherer Generationen könnten so die Stressreaktionen ihrer Nachkommen beeinflussen.

Gestützt wird diese Theorie durch eine Studie der Emory University: Mäuse vererbten Stressreaktionen auf bestimmte Gerüche an ihre Nachkommen. Experten vermuten, dass sich solche vererbten Muster beim Menschen als „Wiederholungszwang" in Beziehungen oder als unerklärliche chronische Angst- und Schmerzzustände äußern.

Gen-Therapie: Erste Erfolge bei Querschnittslähmung

Während komplementäre und psychologische Ansätze chronische Leiden adressieren, sucht die Grundlagenforschung nach Lösungen für schwere körperliche Traumata. Ein Team der Uniklinik Köln hat eine Gentherapie mit einem Designer-Molekül namens hIL-6 entwickelt.

In Labortests an Mäusen mit Rückenmarksverletzungen stellte die Therapie die Gehfähigkeit teilweise wieder her. Die Forscher betonen, dass dieser Effekt durch die Umstrukturierung neuronaler Netzwerke erreicht wurde – nicht durch die Reparatur der primären Nervenbahnen. Eine Anwendung beim Menschen sei jedoch noch nicht absehbar.

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