Feuchte AMD: Zenkuda ermöglicht 54 Prozent der Patienten sechs Monate Pause
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 21:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der ophthalmologischen Forschung zeichnen sich signifikante Entwicklungen bei der Behandlung altersbedingter Netzhauterkrankungen ab. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf der Optimierung von Therapien für die feuchte altersabhängige Makuladegeneration (AMD).
In diesem Zusammenhang belegen klinische Daten der Phase-3-Studie DAYBREAK die Wirksamkeit und Sicherheit des Wirkstoffs Zenkuda, wie aus Berichten vom 28. September 2026 hervorgeht. Die Ergebnisse deuten auf eine potenzielle Entlastung für Patienten durch verlängerte Behandlungsintervalle hin.
Klinische Ergebnisse der DAYBREAK-Studie
Die von Kodiak Sciences durchgeführte DAYBREAK-Studie untersuchte die Wirksamkeit von Zenkuda im Vergleich zum Standardtherapeutikum Aflibercept. Nach einem Behandlungszeitraum von einem Jahr erreichte Zenkuda den primären Endpunkt der Nicht-Unterlegenheit hinsichtlich der Sehverbesserung mit einem p-Wert von 0,0007. Ein wesentlicher Aspekt der Untersuchung betraf die Dosierungsfrequenz.
Unter Anwendung strenger Wiederbehandlungskriterien (Treat-to-dryness) gelang es 54 % der mit Zenkuda behandelten Patienten, ein Dosierungsintervall von sechs Monaten (24 Wochen) einzuhalten.
Neben Zenkuda wurde in der Studie auch der Wirkstoff Tabirafusp-Ted untersucht. Dieser erreichte ebenfalls den primären Endpunkt für die Sehschärfe (p=0,0036) sowie den anatomischen sekundären Endpunkt (p<0,0001). Die Daten unterstreichen das Bestreben, die Injektionslast für Patienten bei gleichbleibender therapeutischer Qualität zu senken.
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Sicherheitsaspekte und regulatorische Planung
Die Sicherheitsanalyse der DAYBREAK-Studie lieferte differenzierte Ergebnisse. Bei Zenkuda wurden im Studienzeitraum keine intraokularen Entzündungen (0 %) festgestellt, während die Rate bei Tabirafusp-Ted bei 0,4 % lag. Hinsichtlich unerwünschter Katarakt-Ereignisse wies Zenkuda eine Rate von 0,5 % auf, was unter dem Wert von Aflibercept (0,9 %) lag. Bei Tabirafusp-Ted traten keine derartigen Ereignisse auf.
Auf Basis dieser Daten aus insgesamt fünf positiven Phase-3-Studien plant Kodiak Sciences für das vierte Quartal 2026 die Einreichung eines Zulassungsantrags (Biologics License Application, BLA) für Zenkuda. Ergänzend dazu werden für Dezember 2026 erste Daten zum Wirkstoff KSI-101 erwartet. Das Unternehmen adressiert damit ein Marktsegment für retinale Gefäßerkrankungen, das ein Volumen von etwa 15 Milliarden US-Dollar umfasst.
Wirtschaftliche Einordnung und Marktumfeld
Die Veröffentlichung der Topline-Ergebnisse führte zu einer deutlichen Reaktion am Kapitalmarkt. Die Aktie von Kodiak Sciences verzeichnete im vorbörslichen Handel einen Anstieg um 31,9 %. Das Papier bewegte sich in einem 52-Wochen-Bereich zwischen einem Tiefstand von 10,94 US-Dollar und einem Höchststand von 47,84 US-Dollar.
Analysten bewerten das Potenzial unterschiedlich: Während die UBS vor Bekanntgabe der Ergebnisse eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 80 US-Dollar bestätigte, bezifferte ein weiterer Experte Mitte September 2026 das Kursziel auf 58 US-Dollar.
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Das Marktumfeld für innovative Netzhauttherapien ist derzeit von hoher Dynamik geprägt. Neben medikamentösen Ansätzen gewinnen auch technologische Lösungen an Bedeutung. So wurde auf dem DOG-Kongress in Berlin das Netzhautimplantat PRIMA der Science Corp. vorgestellt, das im Juli 2026 die CE-Kennzeichnung erhielt. In einer klinischen Studie mit 38 Patienten konnten 84 % der Teilnehmer nach 12 Monaten mit dem System zu Hause lesen.
Parallel dazu treiben Unternehmen wie 4D Molecular Therapeutics die Gentherapie voran. In der SPECTRA-Studie stieg die Sehschärfe bei Patienten nach zwei Jahren im Mittel um 10,8 Buchstaben.
Auch Beacon Therapeutics berichtete am 21. September 2026 über positive Ergebnisse einer Phase-2/3-Studie zu einer einmaligen Gentherapie bei Retinitis pigmentosa. Diese Entwicklungen verdeutlichen den Trend hin zu langanhaltenden oder einmaligen Behandlungsformen, um die chronische Belastung durch regelmäßige Injektionen in der alternden Bevölkerung zu reduzieren.
