Ferrari, Luce

Ferrari Luce: Erstes E-Auto der Marke mit 1.050 PS und Fünfsitz

27.05.2026 - 00:30:15 | boerse-global.de

Ferrari präsentiert mit dem Luce sein erstes Elektroauto und einen Fünfsitzer. Trotz starker Fahrleistungen und hoher Reichweite reagiert die Börse verhalten auf das Design.

Ferrari Luce: Erstes E-Auto der Marke mit 1.050 PS und Fünfsitz - Foto: über boerse-global.de
Ferrari Luce: Erstes E-Auto der Marke mit 1.050 PS und Fünfsitz - Foto: über boerse-global.de

Der Luce ist zugleich der erste Fünfsitzer der Marke aus Maranello und bricht mit zahlreichen Traditionen.

Vier Motoren, 1.050 PS, 2,5 Sekunden auf 100

Der Luce markiert den technologischen Wendepunkt für Ferrari. Vier Elektromotoren leisten zusammen rund 772 kW – das entspricht etwa 1.050 PS. In manchen Konfigurationen sind sogar 830 kW möglich.

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Die Fahrleistungen sind beeindruckend: Von null auf 100 km/h in 2,5 Sekunden, die 200-km/h-Marke fällt nach 6,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 310 km/h. Damit bleibt der elektrische Ableger im Segment der Supersportwagen konkurrenzfähig.

Das Herzstück bildet ein 800-Volt-Batteriesystem mit 122 kWh Bruttokapazität. An Schnellladestationen sind Ladeleistungen von 350 bis 360 kW möglich. Die Reichweite gibt Ferrari mit 510 bis 530 Kilometern an.

Erstmals bietet ein Ferrari Platz für fünf Personen und hat vier Türen. Das Kofferraumvolumen von knapp 600 Litern unterstreicht den Anspruch, den Luce als alltagstauglichen Luxusliner zu positionieren.

Wenn der Sound fehlt: Ferraris Antwort auf die Stille

Da das charakteristische Motorengeräusch entfällt, haben die Ingenieure ein besonderes System entwickelt. Es verstärkt die natürlichen mechanischen Vibrationen und das Surren der Elektromotoren. Das Ergebnis: ein authentisches Klangbild ohne künstliche Synthesizer-Sounds.

Design-Debatte: Jony Ive sorgt für Diskussionsstoff

Für die Gestaltung holte Ferrari das Designbüro LoveFrom an Bord. Die federführenden Designer: Jony Ive, früherer Designchef von Apple, und Marc Newson. Das Ergebnis ist eine Formsprache, die sich deutlich von bisherigen Ferrari-Modellen abhebt.

Die Reaktionen in den sozialen Medien fielen gemischt aus. Kritiker verglichen die Optik mit einem kompakten Elektroauto eines japanischen Herstellers oder bezeichneten den Wagen als überdimensioniertes elektronisches Abspielgerät. Die geschlossene, minimalistische Linienführung trägt jedoch klar die Handschrift von Ive und Newson.

Ferrari betont die funktionale Überlegenheit des Designs. Die Aerodynamik sei auf minimalen Luftwiderstand und stabilen Anpressdruck optimiert. Im Innenraum setzt der Hersteller auf Luxus und moderne Konnektivität – mit der typischen LoveFrom-Reduktion auf das Wesentliche.

Strategischer Kurswechsel: Elektromobilität als Bekenntnis

Die Einführung des Luce ist mehr als ein neues Modell. Ferrari bekennt sich strategisch zur Elektromobilität – in einem Segment, das lange als letzte Bastion des Verbrennungsmotors galt.

Präsident John Elkann betonte bei der Präsentation: Fahrzeuge der Marke seien nie allein über ihre Antriebstechnik definiert worden. Entscheidend sei das Gefühl, das ein Ferrari bei seinem Fahrer auslöse. Diese Philosophie soll nun ins Elektrozeitalter übertragen werden.

Die Entwicklung dauerte rund fünf Jahre. In dieser Zeit musste Ferrari nicht nur die Batterieintegration meistern, sondern auch die Frage beantworten, wie die Markenidentität ohne traditionelle Motorenklänge gewahrt bleibt.

Preis und Marktstart: Ab 550.000 Euro

Der Basispreis liegt in Europa bei etwa 550.000 Euro. In der Schweiz werden über 500.000 Franken aufgerufen. Durch umfangreiche Individualisierungsmöglichkeiten kann der Endpreis schnell auf über 700.000 Euro steigen.

Bestellungen werden bereits entgegengenommen. Der Produktionsstart ist für Ende 2026 geplant, die ersten Auslieferungen in Europa für das vierte Quartal 2026. In den USA startet Ferrari im zweiten Quartal 2027.

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Börsenreaktion: Skepsis trotz Innovation

Die Aktie von Ferrari verzeichnete nach der Vorstellung zeitweise einen Rückgang von bis zu 7,8 Prozent. Marktbeobachter führen dies auf die kontroversen Design-Diskussionen und die Ungewissheit zurück, wie die traditionelle Käuferschicht reagiert.

Die Führungsebene sieht den Luce dennoch als notwendigen Schritt. Mit dem ersten Fünfsitzer und dem ersten vollelektrischen Antrieb positioniert sich Ferrari an der Spitze eines neuen Segments für Luxus-Elektroautos. Ob der Luce die hohen Erwartungen erfüllt, wird die Akzeptanz der Kunden in den kommenden Monaten zeigen.

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