Fernzugriff-Betrug in Sömmerda: Täter erbeuten 1.500 Euro von 64-Jähriger
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 15:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im thüringischen Landkreis Sömmerda sind am Wochenende zwei Frauen Opfer von Betrügern geworden, die sich über Fernwartungssoftware unberechtigten Zugriff auf deren Computer verschafften.
Wie die Polizei in einem Bericht vom 28. September 2026 mitteilte, führten die Angriffe in mindestens einem Fall zu einem finanziellen Verlust. Die Ermittler nutzen den Vorfall, um erneut vor betrügerischen Anrufen durch angebliche Mitarbeiter bekannter Unternehmen zu warnen.
Fälle in Sömmerda und Buttstädt
Nach behördlichen Angaben ereigneten sich die Vorfälle an zwei verschiedenen Orten im Landkreis. In Sömmerda geriet eine 64-jährige Frau ins Visier der Täter. Durch die Manipulation und den unberechtigten Zugriff auf das System veranlassten die Kriminellen eine nicht autorisierte Überweisung. Der entstandene Schaden beläuft sich auf 1.500 Euro.
Ein weiterer Fall trug sich in Buttstädt zu. Dort kontaktierte ein Unbekannter eine 75-jährige Frau und gab sich während der Kontaktaufnahme als Mitarbeiter des Online-Händlers Amazon aus. Unter dem Vorwand einer notwendigen Maßnahme wies er die Seniorin an, eine spezielle Anwendung auf ihrem Rechner zu installieren.
Nach der Ausführung des Programms gelang es dem Anrufer, eine Fernzugriffsverbindung herzustellen. Dadurch konnte der Betrüger im System gespeicherte Daten einsehen. Ob daraus bereits ein finanzieller Schaden entstanden ist, war zum Zeitpunkt der polizeilichen Veröffentlichung noch nicht bekannt.
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Die Vorgehensweise der Täter
Die registrierten Vorfälle verdeutlichen eine etablierte Masche im Bereich der Cyberkriminalität. Betrüger nutzen dabei gezielt das Vertrauen in bekannte Großunternehmen oder IT-Dienstleister aus, um über emotionale Druckmittel wie angebliche Sicherheitsprobleme, verdächtige Bestellungen oder drohende Kontosperrungen eine Kooperation der Angerufenen zu erzwingen.
Sobald die Zielpersonen dazu bewegt werden, eine Fernwartungssoftware auf ihrem Computer oder Smartphone zu installieren, übernehmen die Kriminellen faktisch die Steuerung des Endgeräts. Dies erlaubt es ihnen, sensible persönliche Daten abzufangen, Zugangsdaten für das Online-Banking auszuspähen oder im Hintergrund unbemerkt Überweisungen auszulösen.
Polizei warnt vor Fernzugriff durch Fremde
Angesichts der aktuellen Vorfälle im Landkreis Sömmerda warnt die Polizei ausdrücklich vor der Kontaktaufnahme durch angebliche Unternehmensmitarbeiter, die den Zugriff auf private Endgeräte fordern.
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Sicherheitsbehörden betonen regelmäßig, dass seriöse Unternehmen und Plattformbetreiber Kunden nicht unaufgefordert anrufen, um die Installation von Software oder die Gewährung von Fernzugriff auf Rechner zu verlangen.
Betroffene sollten solche Telefonate umgehend beenden und unter keinen Umständen Fremden Zugang zu ihren Geräten gewähren. Wurde ein Zugriff bereits gestattet, empfiehlt sich die sofortige Trennung des Geräts vom Internet sowie die Information der zuständigen Bankinstitute und der Polizei.
