Fernzugriff-Betrug: Frau aus Sömmerda verliert 1.500 Euro durch Fake-Support
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 08:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Betrüger setzen verstärkt auf gefälschte Kurznachrichten über angebliche Paketprobleme oder unklare Mitgliedschaften, um Verbraucher zur Installation von Fernzugriffssoftware zu verleiten und deren Bankkonten zu plündern. Die Masche zielt darauf ab, unter dem Vorwand dringender Klärungen oder technischer Unterstützung direkte Kontrolle über Computer und Mobiltelefone der Betroffenen zu erlangen.
Häufig kontaktieren die Täter ihre Opfer über Messenger-Dienste oder SMS und geben sich als Mitarbeiter bekannter Unternehmen, Banken oder technischer Kundienste aus. Im Landkreis Sömmerda führten entsprechende Betrugsversuche bereits zu finanziellen Schäden.
Eine 64-jährige Frau aus Sömmerda erhielt eine Facebook-Messenger-Nachricht von einem unbekannten Profil, rief die dort genannte Telefonnummer an und steuerte eine vorgegebene Internetseite an. Kriminelle übernahmen daraufhin die Kontrolle über ihren Laptop und veranlassten eine unberechtigte Überweisung in Höhe von 1.500 Euro.
In einem weiteren Fall im selben Landkreis wurde eine 75-Jährige aus Buttstädt von einem angeblichen Amazon-Mitarbeiter kontaktiert, der behauptete, über ihr Kundenkonto seien Laptop-Bestellungen ausgelöst worden.
Die Betroffene installierte daraufhin eine Anwendung, über die sich die Täter Fernzugriff auf das Gerät und die Daten verschafften; die genaue Schadenshöhe ist in diesem Fall noch unklar.
Verlagerung auf verschlüsselte Kommunikationskanäle
Nach Analysen des Sicherheitsunternehmens Netcraft verlagert sich der Paketbetrug zunehmend von klassischen SMS auf iMessage und RCS. Da diese Protokolle Ende-zu-Ende verschlüsselt sind, können Mobilfunkbetreiber betrügerische Inhalte nicht herausfiltern.
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Typische Lockmittel sind angebliche Zoll- oder Liefergebühren in Höhe von 15, 20 oder 39 Kronen. Dabei imitieren Kriminelle Marken wie DHL, USPS, Evri, Australia Post sowie europäische Postunternehmen, wobei in Schweden PostNord der am häufigsten genutzte Köder ist.
Warnzeichen für Betrug sind unerwartete Gebühren, Absenderadressen mit iCloud-, Gmail- oder Outlook-Konten, Aufforderungen zur Antwort mit bestimmten Buchstaben sowie Webadressen, die von den echten Domains der Frachtführer abweichen.
Neben SMS geraten auch andere Nachrichtendienste in den Fokus. Die Erste Bank und Sparkassen warnen vor WhatsApp-Nachrichten, die zur Installation einer zusätzlichen App auffordern. Während die Bankkarte unberührt bleibt, zeichnet das manipulierte Programm PIN-Eingaben auf und leitet Daten im Hintergrund an die Betrüger weiter.
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Die Polizei warnt zudem vor einer Ghost-Pairing-Masche über WhatsApp, bei der gefälschte Abstimmungsaufrufe zur Eingabe von Rufnummer und Verifizierungscode verleiten, womit Angreifer fremde Konten kapern.
Empfehlungen der Ermittlungsbehörden
Die Landespolizeiinspektion Erfurt warnt eindringlich vor dieser Vorgehensweise. Bürger sollten Unbekannten unter keinen Umständen Zugriff auf Computer oder Smartphones gewähren. Programme dürfen niemals auf telefonische oder schriftliche Aufforderung hin installiert werden, und vertrauliche Informationen wie Passwörter oder Bankdaten gehören nicht in die Hände Dritter.
Kommt es dennoch zu einem Fernzugriff, empfiehlt die Polizei, das betroffene Gerät sofort vom Internet zu trennen. Passwörter und Zugangsdaten sollten unverzüglich über ein sicheres Zweitgerät geändert werden. Betroffene müssen zudem umgehend ihre Bank informieren, um verdächtige Transaktionen zu stoppen, das manipulierte Gerät technisch überprüfen lassen und Anzeige bei den Behörden erstatten.
