Fernzugriff-Betrug: 89% der Banken melden KI-gestützte Attacken
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 10:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Cyberkriminelle geben sich als Bankmitarbeiter aus und verschaffen sich per Fernzugriff Zugang zu Konten. Die Polizei meldet eine Häufung solcher Fälle – mit teils hohen Schäden.
Besonders perfide: Die Täter nutzen aktuelle Themen wie die „ID Austria“ als Vorwand. In Villach etwa wurde ein 65-Jähriger zwischen dem 22. und 27. Juli mit SMS und Anrufen bombardiert. Die angeblichen Bankmitarbeiter forderten eine Zertifizierung für das digitale Identitätssystem und brachten den Mann dazu, ihnen Fernzugriff auf sein Online-Banking zu gewähren. Ergebnis: mehrere tausend Euro weg.
Social Engineering und gefälschte Apps
Die Methoden sind unterschiedlich, das Ziel ist immer gleich. In Hörstel kontaktierte ein angeblicher PayPal-Mitarbeiter eine Frau und warnte vor unautorisierten Abbuchungen. Das Opfer installierte auf Anweisung spezielle Apps und tätigte Testüberweisungen. Schaden: mittlerer vierstelliger Bereich.
Am selben Tag traf es einen 62-Jährigen in Ludwigshafen. Eine angebliche Bankmitarbeiterin lotste ihn per Telefon durch den Betrugsprozess – diesmal mit fünfstelligem Schaden.
Parallel dazu läuft eine Phishing-Welle gegen Sparkassen- und Commerzbank-Kunden. Die Mails fordern zur Datenbestätigung auf oder täuschen eine neue Authentifizierung in der Banking-App vor. Wer auf den gefälschten Seiten seine Daten eingibt, liefert sie direkt den Betrügern.
KI macht Betrug gefährlicher
Die Angriffe werden technisch immer aufwendiger. Laut der „TrendAI-Studie“ vom Juni 2026 melden 89 Prozent der Finanzinstitute eine Zunahme KI-gestützter Attacken. In Freiburg täuschte ein Täter über heute zehn Wochen per KI eine Liebesbeziehung vor – Love-Scamming mit System.
Banking, PayPal und sensible Apps – auf dem Smartphone sind unsere wichtigsten Finanzdaten gespeichert, was sie zum Hauptziel für Hacker macht. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen in 5 einfachen Schritten, wie Sie Ihr Android-Gerät effektiv gegen Ausspähung und Datenmissbrauch absichern. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken
Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg zählte für 2025 fast 1.000 solcher Fälle. Gesamtschaden: rund 14 Millionen Euro.
Datenlecks verschärfen die Lage zusätzlich. Bei der Bank of Baroda entwendeten Hacker über ein Terabyte Kundendaten – Namen, Ausweise, Kreditunterlagen. Die Daten kursieren im Darknet und liefern perfekte Vorlagen für personalisierte Betrugsanrufe.
EZB fordert Aktionspläne
Die Europäische Zentralbank reagiert: Bis Oktober 2026 müssen Finanzinstitute detaillierte Sicherheitspläne vorlegen. Doch viele IT-Abteilungen stehen unter Druck. Laut Marktbeobachtern haben 54 Prozent der Chief Information Officers keine erhöhten Budgets für die Abwehr der neuen Bedrohungen.
Veraltete Systeme und fehlende Sicherheits-Updates sind wie eine offene Haustür für Cyberkriminelle, die es auf Ihr Online-Banking abgesehen haben. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Sie Sicherheitslücken schließen und Ihr Smartphone durch die richtigen Einstellungen dauerhaft vor Malware schützen. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen
Sicherheitsexperten raten zur Skepsis. Banken fordern niemals telefonisch zur Installation von Fernzugriffs-Software auf. Auch TANs für Testzwecke sind ein klares Warnsignal. Wer ungewöhnliche Kleinsttransaktionen auf dem Kontoauszug entdeckt oder Probleme beim Login hat, sollte sofort das Konto sperren lassen und Anzeige erstatten.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
