Fernstudium, Trend

Fernstudium im Trend: Hochschulen bieten flexible Selbststeuerung

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 07:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Flexible Studien- und Weiterbildungsangebote erhalten gute Bewertungen, während digitale Bildungsprojekte wachsen und Eltern Schulreformen fordern.

Bildung im Wandel: Mehr Flexibilität durch digitale Lernmodelle
Ein minimalistisch gestalteter Lernbereich mit einem leeren Holztisch, einer Zimmerpflanze und weichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Anforderungen an Bildungsprozesse wandeln sich hin zu einer stärkeren Individualisierung und zeitlichen Unabhängigkeit. Wie aktuelle Berichte und Erfahrungsberichte aus dem September 2026 zeigen, setzen sowohl private Akademien als auch staatliche Hochschulen verstärkt auf Formate, die eine flexible Selbststeuerung ermöglichen. Dies betrifft sowohl die akademische Erstausbildung als auch die berufsbegleitende Weiterbildung und institutionelle Lernumgebungen.

Orientierungsphasen und akademische Flexibilität

Ein neuer Ansatz zur Erleichterung des Studieneinstiegs zeigt sich am Beispiel der ecosign Akademie für Gestaltung in Köln. Mit dem Format „Close the Gap“ wurde ein Orientierungsjahr etabliert, das sich an Schulabgänger und Personen in Umorientierungsphasen richtet.

Das Programm umfasst 60 ECTS-Punkte, die auf ein späteres Studium angerechnet werden können. Ziel ist es, den Teilnehmern eine flexible Selbststeuerung vor dem eigentlichen Studienbeginn zu ermöglichen.

Parallel dazu belegen zahlreiche Erfahrungsberichte von Studierenden die wachsende Bedeutung von Fernstudienmodellen. An der AKAD University betonte ein Student die überragende Flexibilität des Formats, bei dem Lernmaterialien im eigenen Tempo bearbeitet und Online-Prüfungen jederzeit abgelegt werden können; die Gesamtbewertung lag hier bei 4,6 von 5 möglichen Punkten.

Ähnlich positive Rückmeldungen gab es laut Berichten vom 04.09.2026 für die FernUniversität in Hagen, wo ein Bachelor of Laws mit 4,8 von 5 Punkten bewertet wurde. Die dortigen Lehrveranstaltungen seien flexibel abrufbar und problemlos mit einer Berufstätigkeit vereinbar.

An der IU Internationalen Hochschule wurde das Fernstudium im Bereich Softwareentwicklung mit 4,0 von 5 Punkten bewertet, wobei hier die Notwendigkeit einer festen Routine und ausgeprägter Selbstständigkeit hervorgehoben wurde.

Spezialisierte Weiterbildung und digitale Infrastruktur

Im Bereich der beruflichen Weiterbildung zeigen Berichte von Anfang September 2026 eine hohe Zufriedenheit mit spezialisierten Anbietern. René, ein Teilnehmer der Deutschen Akademie für Management, bewertete den Abschluss als Certified Business Manager mit 4,7 von 5 Punkten. Die Business Academy Ruhr erreichte für den Kurs E-Commerce Manager eine Bestbewertung von 5,0 von 5 Punkten, wobei insbesondere die Praxisnähe der Tutoren gelobt wurde.

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An der ELG E-Learning Group (FH BFI Wien) wurde ein MBA-Programm im General Management mit 4,8 von 5 Punkten bewertet, wobei die schnelle organisatorische Abwicklung unter 14 Tagen positiv auffiel. Ein gegensätzliches Bild ergab sich jedoch im Bereich Wirtschaftspsychologie am selben Institut: Hier wurde die persönliche Betreuung als mangelhaft kritisiert, was zu einer Bewertung von lediglich 2,9 von 5 Punkten führte.

Weitere Bewertungen im technischen und kaufmännischen Bereich stützen den Trend zur Flexibilität:
- Wilhelm Büchner Hochschule: Fahrzeugtechnik (B.Eng.) mit 4,3 von 5 Punkten durch individuelle Prüfungsplanung.
- Business School der Sparkassenakademie Nordrhein-Westfalen: Betriebswirt (S) mit 4,6 von 5 Punkten und Personalfachkaufleute (IHK) mit 4,9 von 5 Punkten. Kritisch angemerkt wurde hier jedoch das Verfahren des Online-Proctoring bei Klausuren.

Institutionelle Innovationen und digitale Plattformen

Neben individuellen Bildungsangeboten investieren Institutionen in die langfristige digitale Infrastruktur. Die Jade Hochschule entwickelt gemeinsam mit dem BFE im Projekt „DiLeEF“ bis Mitte 2029 eine digitale Lernplattform für die Elektrotechnik. Dieses Vorhaben wird durch die Zukunftsregion JadeBay mit 930.000 Euro aus Mitteln der EU und des Landes Niedersachsen gefördert.

Auch im staatlichen Sektor wird die Digitalisierung vorangetrieben. In Bayern wird die E-Learning-Plattform „Elis“ im Strafvollzug ausgebaut. Im Laufe des Jahres 2026 soll das System in elf weiteren Anstalten mit insgesamt 136 PC-Arbeitsplätzen eingeführt werden. Das Angebot umfasst über 500 schulische und berufliche Bildungsmaßnahmen. Bereits im Jahr 2025 nahmen 4.615 Inhaftierte an entsprechenden Ausbildungsmaßnahmen teil.

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Reformbedarf im schulischen Sektor

Während die akademische und berufliche Bildung stark auf digitale Eigenverantwortung setzt, wird im klassischen Schulsystem eine Modernisierung gefordert. In Minden werden derzeit neue Unterrichtsmodelle wie „Inselklassen“ getestet, um das Lernen schülerfokussierter zu gestalten.

Der Bundeselternrat übte laut Berichten vom 03.09.2026 deutliche Kritik an der aktuellen Situation an weiterführenden Schulen. Bemängelt werden überladene Lehrpläne, hoher Prüfungsdruck und Unterrichtsausfall. Die Organisation fordert eine Überprüfung der Anforderungen sowie eine stärkere Gewichtung kreativer Fächer.

In der politischen Debatte in Sachsen-Anhalt wird zudem das Konzept einer allgemeinen Bildungspflicht anstelle der Schulpflicht diskutiert. Als Orientierung dient das Modell in Österreich, wo etwa 4.000 Kinder im häuslichen Unterricht unterrichtet werden. Dort brechen jedoch circa 25 % der Teilnehmer ab, und bei den jährlichen Externistenprüfungen fällt etwa jeder fünfte Teilnehmer durch.

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