Félix erhält 200 Millionen Dollar: WhatsApp-Fintech expandiert
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 00:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das auf WhatsApp basierende Fintech-Unternehmen Félix (Felix Pago) hat eine Finanzierung in Höhe von 200 Millionen US-Dollar gesichert. Die Runde setzt sich aus 87 Millionen US-Dollar Eigenkapital unter Führung von Andreessen Horowitz (a16z) sowie einer Kreditlinie über 113 Millionen US-Dollar von General Catalyst zusammen. Damit steigt das Gesamtfunding des Unternehmens auf rund 300 Millionen US-Dollar.
Während Crunchbase die Runde als Series C einordnet, bezeichnen andere Quellen dieselbe Finanzierung als Series B in Höhe von 200 Millionen US-Dollar.
Gründung und Geschäftsmodell
Félix wurde 2020 in Miami von Manuel Godoy aus Venezuela und Bernardo García aus Mexiko gegründet. Das Kernversprechen des Unternehmens: Nutzer benötigen keine separate App, um Geld über Landesgrenzen hinweg zu versenden – die gesamte Abwicklung läuft über WhatsApp.
Im Hintergrund setzt die Plattform auf USDC-Settlement, um grenzüberschreitende Überweisungen abzuwickeln. Nach eigenen Angaben reduziert das Unternehmen so Kosten und Zeit für Überweisungen insbesondere auf der Strecke zwischen den USA und Mexiko.
Reichweite und bisheriges Wachstum
Félix hat bislang Transaktionen im Volumen von 8 Milliarden US-Dollar verarbeitet und bedient nach eigenen Angaben 6 Millionen Nutzer in 11 lateinamerikanischen Märkten. Der adressierbare Markt für Überweisungen (Remittances) nach Lateinamerika wird auf über 160 Milliarden US-Dollar jährlich beziffert, für 2024 wurde dieser Wert mit 161 Milliarden US-Dollar angegeben. Dieses Marktvolumen erklärt das Interesse großer Investoren an dem Segment.
Geplante Verwendung der Mittel
Das frische Kapital soll nach Unternehmensangaben in drei Bereiche fließen: Künstliche Intelligenz, Engineering sowie die weitere Expansion in Lateinamerika. Konkret plant Félix, seine Präsenz auf Brasilien, Venezuela, El Salvador, Nicaragua, die Dominikanische Republik und Kolumbien auszuweiten.
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Zusätzlich zum bestehenden Überweisungsgeschäft sollen neue Dienste hinzukommen, darunter Kredite, Sparprodukte und ein KI-gestützter Assistent. Damit würde sich Félix von einem reinen Überweisungsdienst zu einer breiter aufgestellten Finanzplattform für die lateinamerikanische Diaspora und ihre Familien entwickeln.
Wettbewerbsumfeld
Im Markt für grenzüberschreitende Geldtransfers trifft Félix auf etablierte Anbieter wie Western Union und Remitly sowie auf jüngere Fintech-Konkurrenten wie Wise und Bitso.
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Der Zugang über WhatsApp und die Nutzung von Stablecoin-Infrastruktur positionieren Félix dabei als Anbieter, der auf niedrigschwellige Nutzung und geringere Transaktionskosten setzt – ein Ansatz, der angesichts der Größe des Remittance-Marktes für Lateinamerika als aussichtsreich gilt.
Mit der neuen Kapitalspritze von a16z und General Catalyst verfügt das Unternehmen nun über zusätzliche Mittel, um seine Wachstumsstrategie in weiteren Ländern der Region umzusetzen und sein Produktangebot über klassische Überweisungen hinaus auszubauen.
