Feiertage am Wochenende: Grüne Jugend fordert Ausgleichstage am Montag
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 04:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fallen gesetzliche Feiertage auf einen Samstag oder Sonntag, entfällt für viele Beschäftigte ein zusätzlicher freier Tag unter der Woche. Vor diesem Hintergrund fordert die Grüne Jugend Niedersachsen gesetzliche Ausgleichstage am jeweils folgenden Montag. Ziel der Initiative ist es, die Erholungsphasen von Arbeitnehmern verlässlich zu sichern und arbeitsbedingten Überlastungen entgegenzuwirken.
Psychische Belastung und der Ruf nach Erholung
Den konkreten Anlass für den Vorstoß bot der Tag der Deutschen Einheit, der am 3. Oktober 2026 auf einen Samstag fiel. Nach Angaben der Nachwuchsorganisation führt der Wegfall von arbeitsfreien Tagen zu spürbaren Einschränkungen der Regenerationszeit.
Sprecher Lukas Kluge begründete die Forderung nach einer Neuregelung mit der zunehmenden psychischen Belastung in der Arbeitswelt. Dauerhafter Stress, Burnout und Depressionen stellten wachsende Risiken für Beschäftigte dar, weshalb feste Erholungszeiten zwingend geschützt werden müssten.
Ein Blick auf das Ausland zeigt, dass solche Regelungen andernorts bereits etabliert sind. Wie aus Berichten hervorgeht, existieren gesetzliche Ausgleichstage für auf Wochenenden fallende Feiertage bereits in Ländern wie Großbritannien, Japan, Neuseeland, Spanien und Belgien.
Widerstand aus den Unternehmerverbänden
Auf Seiten der Arbeitgeber stößt der Vorstoß hingegen auf deutliche Ablehnung. Die Unternehmerverbände Niedersachsen sprechen sich gegen die Einführung von montäglichen Ausgleichstagen aus.
Hauptgeschäftsführer Benedikt Hüppe verwies in diesem Zusammenhang auf den bestehenden Fachkräftemangel sowie die gegenwärtig wirtschaftlich herausfordernde Zeit. Zusätzliche freie Tage würden Unternehmen organisatorisch belasten und den Arbeitskräftemangel weiter verschärfen.
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Wirtschaftlich betrachtet fallen 2027 weniger Feiertage auf einen Werktag als im Vorjahr 2026. Dies gilt potenziell als vorteilhaft für die Wirtschaftsleistung, bietet den Beschäftigten jedoch rechnerisch weniger automatische Auszeiten.
Kalenderkonstellation 2027 verschärft die Diskussion
In Deutschland gibt es insgesamt 20 unterschiedliche gesetzliche Feiertage, von denen neun bundesweit gelten. Die Debatte gewinnt insbesondere mit Blick auf das Jahr 2027 an Dringlichkeit, da dann vier der neun bundesweiten Feiertage auf das Wochenende fallen. Dies betrifft den Tag der Arbeit am 1. Mai 2027 (Samstag), den Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2027 (Sonntag) sowie den 1. und 2. Weihnachtsfeiertag am 25. und 26. Dezember 2027 (Samstag und Sonntag).
Zu den verbleibenden bundesweiten Terminen unter der Woche zählen 2027 Neujahr am 1. Januar (Freitag), Karfreitag am 26. März (Freitag), Ostermontag am 29. März (Montag), Christi Himmelfahrt am 6. Mai (Donnerstag) und Pfingstmontag am 17. Mai (Montag).
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Zusätzlich fallen 2027 mehrere regionale Feiertage auf das Wochenende, darunter der Ostersonntag am 28. März und der Pfingstsonntag am 16. Mai in Brandenburg, das Augsburger Friedensfest am 8. August, Mariä Himmelfahrt am 15. August im Saarland und Teilen Bayerns sowie der Reformationstag am 31. Oktober unter anderem in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Brandenburg. Im Jahr 2028 entspannt sich die Situation wieder: Dann fällt von den neun bundesweiten Feiertagen nur noch ein einziger auf ein Wochenende.
Internationale und regionale Gegebenheiten
Auch in den Nachbarländern variieren die Kalenderbedingungen stark. In Österreich fallen 2027 vier der 13 gesetzlichen Feiertage auf ein Wochenende: der 1. Mai (Samstag), der 15. August (Sonntag) sowie der 25. und 26. Dezember.
In der Schweiz ist auf Bundesebene lediglich der 1. August als gesetzlicher Feiertag verankert, während die Kantone bis zu acht weitere Feiertage festlegen können. Da der 1. August 2026 auf einen Samstag fiel, entfiel auch dort für viele Arbeitnehmer ein arbeitsfreier Werktag.
Die Diskussion um den Wert von Erholungstagen berührt damit grundlegende Fragen der Arbeitsorganisation und der präventiven Mitarbeitergesundheit, die in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen dürften.
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