Fehlzeiten: 19,5 Tage pro Kopf – DAK vergibt 60.000 Euro für BGM
20.06.2026 - 23:50:12 | boerse-global.de
Mit 5,4 Prozent lag der Krankenstand 2025 auf einem hohen Niveau – durchschnittlich 19,5 Fehltage pro Kopf. Besonders alarmierend: Psychische Erkrankungen legten um 6,9 Prozent zu, auf 366 Fehltage je 100 Versicherte. Die Barmer bestätigt den Trend für Rheinland-Pfalz mit 22,5 Krankheitstagen pro Versichertem.
Hohe Fehlzeiten und psychische Belastungen machen ein strukturiertes Vorgehen im Betrieb unumgänglich. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie ein rechtssicheres Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) umsetzen und gefährdete Arbeitsplätze effektiv schützen. Kostenlose BEM-Anleitung mit Muster-Betriebsvereinbarung jetzt herunterladen
Arbeitgeber und Politik reagieren. Digitale Lösungen für das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) rücken in den Fokus.
60.000 Euro für die besten Ideen
Die DAK-Gesundheit sucht innovative Konzepte. Ihr 11. Deutscher BGM-Förderpreis steht unter dem Motto einer digitalen und menschlichen Arbeitswelt. Gesucht werden Projekte, die KI oder assistenzgestützte Systeme nutzen. Der Gesamtwert der Sachleistungen: 60.000 Euro. Bewerbungsschluss ist der 4. Juli 2026.
Auch die Länder ziehen mit. Hessen weitete im Mai ein Förderprogramm für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus. Bis zu 10.000 Euro pro Betrieb gibt es für Weiterbildungen in Digitalisierung und KI. Ein Online-Tool ermittelt zudem den digitalen Reifegrad. NRW zeichnete unterdessen Start-ups wie Kaarlo aus – mit KI-gestützten Therapieansätzen für die psychosomatische Versorgung.
Digitalisierung entlastet – um bis zu 80 Prozent
Die Technik verspricht massive Effizienzgewinne. Eine Studie zum Bruttonutzen von Digital Healthcare zeigt: Zeiteinsparungen von 52 bis 62 Prozent pro digital unterstützter Aufgabe sind drin. Rund 80 Prozent der befragten Einrichtungen berichten von sinkender Arbeitsbelastung.
Im Arbeitsschutz ermöglichen digitale Unterweisungen ortsunabhängiges Lernen. Die Dokumentation läuft automatisch. Experten schätzen den Zeitgewinn auf bis zu 80 Prozent. Gerade für KMU wird die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften so deutlich einfacher.
Wearables, Gamification – und die Überwachungsdebatte
Die VivaTech in Paris zeigte im Juni, wohin die Reise geht. Hersteller verknüpfen Gesundheitsdaten von Wearables direkt mit klinischen Plattformen. Ärzte können digitale Behandlungen verschreiben und Patientendaten in Echtzeit verfolgen.
Gamification-Ansätze begeistern die Belegschaft. Die „MOVE DAYS 2026“ belegen: Bei sportlichen Challenges in Unternehmen mit 50 bis 100 Mitarbeitern liegt die Teilnahmequote bei bis zu 95 Prozent. Die meisten erreichten ihre persönlichen Bewegungsziele und tauschten sich aktiv mit Kollegen aus.
Kritisch wird dagegen Microsofts neue Funktion diskutiert. Für Juni 2026 plant der Konzern die automatische Anwesenheitserkennung via WLAN. Unternehmen sehen Vorteile für hybride Teams. Kritiker warnen vor Überwachung. In Deutschland ist für die Aktivierung die Zustimmung des Betriebsrats und die aktive Einwilligung der Mitarbeiter nötig.
Neue Technologien zur Anwesenheitskontrolle und Arbeitszeitgestaltung erfordern eine klare Mitbestimmung im Betrieb. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Betriebsräte rechtssichere Vereinbarungen zur Arbeitszeit aufsetzen und die Interessen der Belegschaft wirksam vertreten. Kostenlose Muster-Betriebsvereinbarung hier anfordern
Politik unter Druck
Die hohen Fehlzeiten fordern politische Konsequenzen. Der Vorstand der DAK-Gesundheit fordert einen Krankenstands-Gipfel im Kanzleramt. Zur Batte steht unter anderem die Teilkrankschreibung.
Derweil verzögert sich das GKV-Stabilisierungsgesetz. Die Abstimmung wurde auf den 10. Juli 2026 vertagt. Arbeitnehmervertreter fordern: Produktivitätssteigerungen und Investitionen müssen Vorrang vor reinen Sozialreformen haben.
