Fedora, Bazzite

Fedora 44 und Bazzite 44: Linux profitiert vom Windows-10-Aus

29.04.2026 - 23:28:39 | boerse-global.de

Fast die Hälfte aller PCs läuft noch mit Windows 10. Linux profitiert und schließt mit neuen Distributionen die Leistungslücke zu Windows 11.

Fedora 44 und Bazzite 44: Linux profitiert vom Windows-10-Aus - Foto: über boerse-global.de
Fedora 44 und Bazzite 44: Linux profitiert vom Windows-10-Aus - Foto: über boerse-global.de

Sechs Monate nach dem Ende des Windows-10-Supports laufen noch immer fast 45 Prozent aller PCs mit dem alten Betriebssystem. Grund dafür sind die strikten Hardware-Anforderungen von Windows 11, insbesondere der TPM-2.0-Chip. Diese Zwangslage beschert Linux einen unerwarteten Aufschwung. Am heutigen Mittwoch erscheinen gleich zwei große Distributionen, die speziell auf Leistung und Spiele getrimmt sind.

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NTSYNC-Durchbruch: Windows-Spiele laufen jetzt flüssiger

Die Veröffentlichung von Fedora Linux 44 markiert einen technischen Meilenstein für die Open-Source-Gemeinde. Die neue Version bringt GNOME 50 und KDE Plasma 6.6 mit – eine moderne Desktop-Oberfläche, die mit Windows konkurrieren kann. Entscheidend ist jedoch die standardmäßige Aktivierung des Wine-NTSYNC-Kernel-Moduls. Diese Technologie verbessert die Windows-Kompatibilität, indem sei die Synchronisation von Prozessen optimiert. Für Gamer, die Spiele über die Kompatibilitätsschicht Proton nutzen, bedeutet das spürbar mehr Leistung.

Parallel dazu erscheint Bazzite Linux 44, eine Distribution, die speziell für Gaming-Handhelds und Heimkino-PCs entwickelt wurde. Die neue Version ist rund ein Gigabyte schlanker als der Vorgänger, bringt spezielle Patches für ASUS-Hardware mit und unterstützt Elgato-4K-Capture-Geräte. Unter der Haube arbeiten der Linux-Kernel 6.19 und Mesa 26.0.5 – die aktuellsten Grafiktreiber für Enthusiasten.

Benchmarks: Der Abstand zu Windows 11 schrumpft

Aktuelle Vergleichstests vom April 2026 zeigen, wie nah Linux an Windows 11 herangerückt ist. Auf einem High-End-System mit AMDs RX 9070 XT erreichte Ubuntu 26.04 in Counter-Strike 2 rund 257 Bilder pro Sekunde – Windows 11 kam auf 329 FPS. In Marvel Rivals lag Linux bei 66 FPS, Windows bei 75 FPS. Die Lücke wird kleiner, auch wenn Windows in vielen Titeln noch die Nase vorn hat.

Die Community bewertet die Kompatibilität inzwischen positiv: Rund 40 Prozent der getesteten Spiele erhalten die Höchstwertung „Platin" für einwandfreie Leistung, weitere 43 Prozent erreichen „Gold". Mehr als 80 Prozent der geprüften Spielebibliothek laufen also mit minimaler oder gar keiner Konfiguration. Sogar auf der PlayStation 5 ist Linux jetzt nutzbar: Ein Projekt vom 29. April erlaubt es, ältere „Phat"-Modelle mit spezifischer Firmware in vollwertige Linux-Workstations zu verwandeln – GTA 5 läuft dann in 4K mit 60 FPS.

Windows 11: Updates werden zum Platzfresser

Der wachsende Zuspruch für Linux hat auch mit den Eigenheiten von Windows 11 zu tun. Die kumulativen Updates erreichen mittlerweile eine Größe von vier bis fünf Gigabyte im Microsoft Update Catalog. Entpackt belegen sie bis zu neun Gigabyte. Verantwortlich sind KI-Komponenten wie die Semantische Suche und die Onyx Runtime.

Für Unternehmen wird das zum Kostenfaktor: Die jährlichen Speicherkosten pro Architektur stiegen von elf Gigabyte im Jahr 2024 auf 52 Gigabyte im Jahr 2026. Microsoft hat zwar „Checkpoint"-Updates eingeführt, um die Download-Größen zu reduzieren, doch der grundlegende Platzbedarf wächst weiter. Hinzu kommen Berichte über Boot-Schleifen und Systemabstürze nach dem April-Patch-Day (KB5083769), auch wenn diese offenbar nur bestimmte Hardware-Konfigurationen betreffen.

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Microsoft reagiert: Ab September 2026 sollen Nutzer Updates bis zu 35 Tage lang verschieben können und getrennte Optionen für Neustart oder Herunterfahren ohne Update-Installation erhalten.

Wirtschaftlicher Druck: ESU-Gebühren explodieren

Für Unternehmen, die noch nicht auf Windows 11 migrieren konnten, wird die Lage teuer. Die Extended Security Updates (ESU) kosten im ersten Jahr rund 61 Euro pro Gerät – und verdoppeln sich jährlich. Für viele kleine und mittlere Betriebe ist das eine massive ungeplante Ausgabe.

Im Gaming-Sektor zeigt sich ein gespaltenes Bild: 66 Prozent der Spieler sind auf Windows 11 umgestiegen, 25 Prozent harren noch auf Windows 10 aus. Diese Gruppe muss sich entscheiden: Hardware aufrüsten, Support-Gebühren zahlen oder die Plattform wechseln. Genau hier setzen Distributionen wie Fedora und Ubuntu an, die moderne Funktionen ohne die Hardware-Hürden von Windows 11 bieten.

Ausblick: Das Zeitfenster für Linux ist offen

Der Rest des Jahres 2026 wird zeigen, ob Microsoft die Hardware- und Leistungsprobleme von Windows 11 in den Griff bekommt. Das Support-Ende für Windows 11 Version 24H2 im Oktober 2026 wird eine weitere Update-Welle erzwingen – und IT-Infrastrukturen erneut belasten.

Für Linux geht es jetzt darum, die Dynamik der Fedora-44- und Bazzite-44-Veröffentlichungen zu nutzen. Der NTSYNC-Modul wird zum entscheidenden Gradmesser: Gelingt es, die Leistungslücke zu Windows weiter zu schließen, könnten Mainstream-Gamer folgen. Und wenn Cloud-Speicherkosten weiter explodieren – über die Hälfte aller Organisationen überschreitet bereits ihre Budgets durch Transaktions- und Ausgabegebühren –, gewinnen lokale, effiziente Open-Source-Umgebungen auch jenseits der Enthusiasten-Nische an Attraktivität.

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