FedNow: US-Notenbank erweitert Echtzeit-Zahlungen auf Auslandsüberweisungen
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 23:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Federal Reserve Financial Services treiben den Ausbau ihres Echtzeit-Zahlungssystems voran. Am 23. September 2026 kündigte die Institution an, dass der Dienst FedNow künftig auch grenzüberschreitende Transaktionen unterstützen wird. Damit unternimmt das System seinen ersten Schritt über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus, seit es im Juli 2023 den operativen Betrieb aufnahm. Bislang war die Infrastruktur ausschließlich auf US-Inlandstransfers beschränkt.
Abwicklung über Hybridmodell und neue Nachrichtenstandards
Das vorgestellte Modell sieht eine Aufgabenteilung vor: FedNow soll künftig den US-Inlandsabschnitt der jeweiligen Transaktion in Echtzeit abrechnen, während das Auslandssegment weiterhin über bestehende Korrespondenzbanken abgewickelt wird. Banken und Kreditgenossenschaften erhalten somit die Möglichkeit, den US-Teil einer internationalen Zahlung direkt über die FedNow-Infrastruktur zu initiieren.
Technisch setzt die Notenbank dabei auf erweiterte Messaging-Formate nach dem Standard ISO 20022. Aktuell befindet sich der Dienst noch nicht im allgemeinen Produktivbetrieb. Stattdessen testen frühe Anwender die erweiterten Formate im Rahmen einer Pilotphase für den US-Inlandsleg.
Während die Federal Reserve selbst keine Namen von teilnehmenden Instituten nannte, bestätigte das Unternehmen Payall Payment Systems seine Beteiligung an den Tests. Payall-Chef Gary Palmer erklärte, die Integration spiegele das Engagement für schnellere und transparentere Zahlungslösungen wider.
Ein Datum für einen breiten Rollout nannte die Notenbank bisher nicht; nach Abschluss der Testphase sollen die neuen Formate jedoch allen Teilnehmern zur Verfügung stehen.
Einsatzbereiche und Resonanz im Bankensektor
FedNow-Chef Nick Stanescu bezeichnete die geplante Erweiterung als wichtigen ersten Schritt. Die neuen grenzüberschreitenden Fähigkeiten böten Finanzinstituten neue Handlungswege, zumal die Teilnehmer des Netzwerks derartige Anwendungsfälle zuvor als Priorität benannt hätten.
Die Federal Reserve öffnet FedNow erstmals für grenzüberschreitende Zahlungen: Der US-Inlandsabschnitt soll in Echtzeit über FedNow laufen, das Auslandssegment weiter über Korrespondenzbanken. Für Institute in DACH, die internationale Lohn- und Unternehmenszahlungen abwickeln, verschiebt sich damit die Kalkulation von Liquidität und Abwicklungsdauer. Der Leitfaden ordnet die Pilotphase, die erweiterten ISO-20022-Formate und das geplante Anreizprogramm ein. Kostenlosen Treasury-Leitfaden anfordern
Als potenzielle Einsatzbereiche für die Lösung nennt die Federal Reserve unter anderem internationale Gehalts- und Lohnzahlungen, allgemeine Unternehmenszahlungen, Immobilientransaktionen, Versicherungsansprüche sowie das globale Treasury-Management.
Wachsende Teilnehmerbasis und Anreizprogramme
Seit dem Start im Juli 2023 verzeichnet das US-Bezahlsystem ein kontinuierliches Wachstum. Die Teilnehmerbasis, die Ende 2025 bei mehr als 1.500 Instituten lag, wuchs auf rund 1.800 bis 1.900 teilnehmende Finanzinstitute an. Unter diesen befinden sich sieben der zehn größten US-Banken. Über das Netzwerk werden mittlerweile mehr als 50 Prozent aller US-Giro- und Sparkonten erreicht.
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Im zweiten Quartal wickelte die Plattform über rund 5 Millionen Zahlungen ein Volumen von fast 275 Milliarden US-Dollar ab, was einem starken zweistelligen Wachstum entspricht.
Um die Verbreitung und Nutzung des Systems weiter zu beschleunigen, kündigte die Federal Reserve Financial Services zudem ein Förderprogramm an: Ab dem Jahr 2027 sollen Rabatte und finanzielle Anreize von bis zu 80.000 US-Dollar gewährt werden, wenn Institute Zahlungen über FedNow aktivieren und im Volumen skalieren.
