FCA-Sandbox, Finanzfirmen

FCA-Sandbox: 21 Finanzfirmen testen Claude-KI bis Jahresende

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 13:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Britische Finanzaufsicht erprobt mit 21 Firmen KI-Anwendungen in Zahlungen, Betrugserkennung und Compliance.

FCA startet zweite Runde des KI-Labors mit Anthropic
Modernes Finanzbüro mit digitaler Datenschnittstelle, die künstliche Intelligenz in einem regulatorischen Umfeld darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die FCA (Financial Conduct Authority) schickt die zweite Runde ihres KI-Experimentierlabors an den Start. Gemeinsam mit dem US-Unternehmen Anthropic erhalten 21 ausgewählte Finanzfirmen Zugang zu dessen Claude-Plattform – inklusive der Spezialtools Claude Code und Claude Cowork. Was wie Science-Fiction klingt, ist ein ernsthafter Testlauf für die Zukunft der Finanzbranche.

Rekordinteresse an regulatorischer Sandbox

Der Ansturm auf das Programm war enorm: 199 Bewerbungen gingen ein – ein Plus von 51 Prozent gegenüber der ersten Runde. Die Auswahl zeigt die ganze Bandbreite der Branche: Vom Traditionshaus Scottish Widows über den Zahlungsdienstleister TrueLayer bis zum Money Advice Trust sind etablierte Institute und junge Fintechs gleichermaßen vertreten. Auch Sardine AI Corp, calQrisk und Ubyx (in Kooperation mit Amazon) sind mit dabei.

Die Testphase läuft seit dem 13. Juli und endet am 31. Dezember 2026. Im Fokus stehen vor allem drei Bereiche: agentengesteuerte Zahlungen, Betrugserkennung und Compliance-Automatisierung. Darüber hinaus untersuchen die Teilnehmer, wie sich KI für die Steuerung künstlicher Intelligenz selbst – Stichwort AI Governance – sowie für mehr finanzielle Inklusion benachteiligter Bevölkerungsgruppen nutzen lässt. Am 26. November präsentieren die Firmen ihre Ergebnisse.

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Technik und Strategie

Die technische Infrastruktur liefern NayaOne und NVIDIA. Parallel dazu hat die FCA eine zehnwöchige Agentic Academy gestartet – gemeinsam mit dem Centre for Finance, Technology and Entrepreneurship (CFTE). Ziel: die Branche fit für den KI-Einsatz machen.

Der Vorstoß kommt nicht von ungefähr. Schätzungen zufolge nutzen bereits 75 Prozent der britischen Finanzfirmen irgendeine Form von künstlicher Intelligenz. Die FCA setzt dabei bewusst nicht auf neue, KI-spezifische Regularien. Stattdessen will die Behörde mit den bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen auskommen.

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Weitere Teilnehmer der zweiten Kohorte sind FSCom, GAI Labs, Condukt und Kaption – allesamt auf der Suche nach validierten KI-Lösungen im geschützten Raum der Aufsichtsbehörde.

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