Fasten-Forschung, Hormon

Fasten-Forschung: Hormon FGF21 reagiert unterschiedlich

18.05.2026 - 05:58:56 | boerse-global.de

Neue UKSH-Studie zeigt: Der Fasten-Stoffwechsel unterscheidet sich stark zwischen Normal- und Übergewichtigen. Auch Intervallfasten und Supplemente werden kritisch beleuchtet.

Fasten-Forschung: Hormon FGF21 reagiert unterschiedlich - Foto: über boerse-global.de
Fasten-Forschung: Hormon FGF21 reagiert unterschiedlich - Foto: über boerse-global.de

Das zeigen neue klinische Daten des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel.

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Schlüsselhormon FGF21: Schlanke profitieren, Übergewichtige nicht

Ein Team um Dr. Tim Hollstein untersuchte in einer einjährigen Pilotstudie mit 20 Teilnehmenden die Reaktionen während einer 36-stündigen Fastenperiode. Im Fokus stand das Hormon FGF21, das die Umstellung auf Fettverbrennung steuert.

Die Ergebnisse sind deutlich: Bei normalgewichtigen Probanden stieg der FGF21-Spiegel um durchschnittlich 50 Prozent an. Der Stoffwechsel stellte nahezu vollständig auf Fettverbrennung um – Werte von fast 100 Prozent wurden erreicht.

Ganz anders bei übergewichtigen Teilnehmenden: Hier fiel der FGF21-Spiegel um etwa ein Drittel ab. Die Fettverbrennung erreichte lediglich 76 Prozent. Ein Extremfall: Bei einer Probandin sank der Wert nach 36 Stunden Fasten sogar um 70 Prozent.

Die Erkenntnisse sind für die Adipositas-Therapie relevant. FGF21 könnte die Basis für neue medikamentöse Ansätze bilden – ähnlich den etablierten Abnehmspritzen. In Schleswig-Holstein gilt das als dringlich: Laut Robert Koch-Institut sind rund 56 Prozent der Menschen dort übergewichtig.

Intervallfasten: Kein Vorteil gegenüber Kalorienreduktion

Eine Cochrane-Studie vom Februar 2026 wertete 22 Einzelstudien mit 2.000 Teilnehmenden aus. Das Ergebnis: Intervallfasten führt bei Übergewichtigen zu keinem statistisch signifikant höheren Gewichtsverlust als eine herkömmliche Kalorienreduktion. Entscheidend bleibt die gesamte Kalorienbilanz, nicht der zeitliche Rahmen.

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Eine Untersuchung des ISGlobal-Instituts vom April 2026 legt nahe: Frühstücksverzicht bringt keinen spezifischen Vorteil. Stattdessen ist ein verlängertes nächtliches Fastenfenster mit frühem Frühstück eher mit einem niedrigeren BMI assoziiert. Das passt zum zirkadianen Rhythmus.

Der Europäische Adipositas-Kongress in Istanbul lieferte überraschende Daten: Eine Studie mit 284 norwegischen Erwachsenen stellte die Annahme infrage, dass langsame Gewichtsverluste nachhaltiger seien. Teilnehmende mit einer intensiven 16-wöchigen Diät (unter 1.000 kcal täglich) verloren nach einem Jahr 14,4 Prozent Gewicht. Die langsame Gruppe erreichte nur 10,5 Prozent. Ein Jo-Jo-Effekt blieb bei der schnellen Gruppe aus.

Supplemente: Überdosierung ist Standard

Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel boomt. 2022 wurden in Deutschland knapp 3 Milliarden Euro umgesetzt. Besonders kritisch: Bis zu 7 Prozent der Kinder bis sechs Jahre und 15 Prozent der Sechs- bis 17-Jährigen erhalten Supplemente.

Die Verbraucherzentralen analysierten 33 Kinderprodukte – drei Viertel waren zu hoch dosiert. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Karlsruhe stellte zwischen 2020 und 2022 fest: 31 Produkte für Kleinkinder enthielten unerlaubte Zusatzstoffe.

Auch bei Magnesium sieht es schlecht aus. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt maximal 250 Milligramm zusätzlich pro Tag. Eine Auswertung von 2020 zeigt: 57 Prozent der Präparate überschreiten diese Grenze. Der tägliche Bedarf liegt bei etwa 300 Milligramm (Frauen) und 350 Milligramm (Männern) und wird meist über die Ernährung gedeckt. Ab 300 Milligramm zusätzlich droht Durchfall, über 2.500 Milligramm können gefährlichen Blutdruckabfall auslösen. Ein echter Magnesiummangel ist selten.

Prävention: Personalisierte Konzepte in der Forschung

Rund 40 Prozent aller Sterbefälle in Deutschland gehen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück – eng verknüpft mit Lebensstil und Ernährung. Dr. Katharina Lechner vom Helmholtz Zentrum München forscht an personalisierten Präventionskonzepten. In einer laufenden Studie mit 3.000 Teilnehmenden wird untersucht, wie individuelle Gesundheitsberatung langfristig wirkt. Ergebnisse werden ab 2027 erwartet.

Neben der stofflichen Komponente rückt das psychologische Verhältnis zum Essen in den Fokus. Eine WDR-Dokumentation am 21. Mai 2026 thematisiert Orthorexie – den zwanghaften Drang zur gesunden Ernährung. Beispiele zeigen, wie Low-Carb-Konzepte oder extremer Körperkult zu Erschöpfung und psychischen Belastungen führen können.

Die Zukunft der Ernährungsforschung liegt in der Analyse individueller Stoffwechselprofile. Die UKSH-Studie zu FGF21 könnte den Weg für therapeutische Ansätze ebnen. Gleichzeitig mahnen Experten zur Vorsicht bei Supplementen – die Grenze zwischen Nutzen und Überdosierung ist oft schmal. Mit Spannung werden die Ergebnisse der Präventionsstudien in den kommenden zwei Jahren erwartet.

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