FANUC, Google

FANUC und Google: Gemini-KI steuert Industrieroboter

04.06.2026 - 15:54:42 | boerse-global.de

FANUC integriert Googles KI-Modelle in seine Industrieroboter, um per Sprachsteuerung und Bilderkennung die Fertigung zu revolutionieren.

FANUC und Google: KI-Partnerschaft für die Fabrik der Zukunft
FANUC - A sleek robotic arm with a subtle Google logo performs a precise task on a futuristic assembly line, with digital light streams. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Am 4. Juni 2024 gaben die Unternehmen eine strategische Partnerschaft bekannt, die Künstliche Intelligenz in die industrielle Fertigung bringen soll. Im Zentrum steht die Integration von Google Cloud Gemini Enterprise in das FANUC Physical AI Robot System – eine Kombination, die Maschinen in komplexen Produktionsumgebungen deutlich leistungsfähiger machen dürfte.

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Wenn Roboter Sprache verstehen

Die Zusammenarbeit bringt Googles generative KI-Modelle direkt in FANUCs Industriehardware. Die Roboter sollen künftig natürliche Sprachbefehle verarbeiten und Objekte mit höherer Präzision erkennen können. Das Ziel: Weg von der klassischen Programmierung, hin zu intuitiven, menschenzentrierten Steuerungsbefehlen.

„Das vereinfacht die Interaktion zwischen Mensch und Maschine grundlegend“, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Statt komplexer Codezeilen könnten Facharbeiter künftig per Spracheingabe mit den Robotern kommunizieren.

FANUC hat bereits mehr als 1.000 Roboter für Physical-AI-Anwendungen ausgeliefert. Im Rahmen des neuen Abkommens wird FANUC zudem Googles Intrinsic Flowstate unterstützen und am Google DeepMind Gemini Robotics Trusted Tester Program teilnehmen. Dieses Programm erlaubt die Feinabstimmung von KI-Modellen speziell für Roboterbewegungen und visuelle Entscheidungsprozesse.

Milliardenmarkt und Millionen-Investitionen

Der Vorstoß in die Physical AI kommt zu einem Zeitpunkt, an dem FANUC ein beachtliches Wachstum verzeichnet. In einem Geschäftsbericht vom 31. März 2024 vermeldete das Unternehmen, dass die Roboterbestellungen in den USA und China die Erwartungen übertroffen hätten – angetrieben durch die Nachfrage nach KI-gestützter Automatisierung.

Um die steigende Nachfrage zu bedienen, investiert FANUC rund 85 Millionen Euro in den Ausbau seiner Produktionsanlagen im US-Bundesstaat Michigan. CEO Michael Cicco betonte, dass die Kombination von FANUCs Robotik-Know-how mit Googles KI-Fähigkeiten entscheidend sei, um die immer komplexeren Anforderungen moderner Fertigungs- und Infrastrukturprojekte zu bewältigen.

Laut einer Marktanalyse von Fact.MR hält FANUC derzeit einen Anteil von 19,0 Prozent am globalen Fabrikrobotermarkt. Dieser Markt soll bis Ende 2024 ein Volumen von umgerechnet rund 17,5 Milliarden Euro erreichen.

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Ein wachsendes Ökosystem für Physical AI

Die Partnerschaft zwischen FANUC und Google ist Teil eines breiteren Branchentrends hin zu KI-Modellen für die Robotik. Auch andere Player erweitern ihre Physical-AI-Präsenz:

NVIDIA kündigte am 4. Juni 2024 den Start von Cosmos 3 an – einem KI-Modell für Aktionsvorhersage und visuelle Entscheidungsfindung. Zudem stellte NVIDIA den „FOX“ (Factory Operation Blueprint) für die autonome Fabrikverwaltung vor, den Partner wie Foxconn und Pegatron bereits nutzen.

Inbolt will auf der Automate 2024 in Chicago (22. bis 25. Juni) eine neue KI-gestützte Roboterprogrammierplattform vorstellen. Sie soll FANUC, Universal Robots und Yaskawa unterstützen und eine CAD-basierte Programmierung ohne herkömmliche Teach-Pendants ermöglichen.

Infineon hat quantenresistente Sicherheitslösungen in die NVIDIA Jetson Thor Plattform integriert – eine Hardwarekomponente für humanoide und Industrieroboter, die die Anforderungen des EU AI Act und des Cyber Resilience Act erfüllt.

Marktforscher sehen in Physical AI und KI-Modellen die nächste Wachstumsphase der Branche. Hersteller suchen händeringend nach Wegen, die Arbeitsproduktivität zu steigern und Maschinenausfallzeiten durch intelligentere, selbstlernende Systeme zu reduzieren. Die Partnerschaft zwischen FANUC und Google könnte hierfür zum Maßstab werden.

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