Familienbudget: 5,67 Millionen Erwachsene in Deutschland überschuldet
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 09:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die finanzielle Absicherung des Alltags stellt viele Haushalte vor erhebliche Herausforderungen. Wie ein Bericht vom 29. September 2026 darlegt, greift das Familien.Kompetenz.Zentrum Graz diese Thematik mit einem speziellen Workshop zur Budgetplanung für Familien auf.
Die kostenfreie Veranstaltung in der Grabenstraße 90b in Graz, die auf eine Dauer von 1,5 bis 2 Stunden angelegt ist und von Elisabeth Papst vom Institut für Familienförderung betreut wird, richtet sich gezielt an Erziehungsberechtigte.
Für den Termin, der für das Zeitfenster von 14:30 bis 16:30 Uhr angesetzt ist, war eine vorherige Anmeldung bis zum 28. September 2026 erforderlich. Kommunale Angebote dieser Art gewinnen vor dem Hintergrund wachsender Belastungen privater Haushalte zunehmend an Bedeutung.
Belastungsfaktoren und Ursachen familiärer Überschuldung
Dass eine strukturierte Haushaltsführung für breite Bevölkerungsschichten notwendig ist, verdeutlichen aktuelle Erhebungen zur Überschuldung. Laut Berichten vom 28. September 2026 weist der iff-Überschuldungsreport 2026 für das Jahr 2025 rund 5,67 Millionen überschuldete Erwachsene in Deutschland aus, was einem Anstieg um 111.000 Personen im Vergleich zu 2024 entspricht.
Die Überschuldungsquote kletterte damit auf 8,16 Prozent nach 8,09 Prozent im Vorjahr, während die mittlere Schuldenhöhe bei 19.168 Euro lag. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform bezifferte die Gesamtzahl ebenfalls auf 5,7 Millionen Betroffene bei einer durchschnittlichen Schuldenlast von rund 19.200 Euro.
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Die Datenbasis des Reports stützt sich auf 224.768 Beratungsfälle aus 122 Schuldnerberatungsstellen zwischen 2015 und 2025, darunter 36.480 Fälle mit Beginn im Jahr 2025. Mit einem Anteil von 41 Prozent stellen Personen im Alter von 30 bis 44 Jahren die größte Altersgruppe unter den Ratsuchenden dar.
Besonders gravierend schlägt die finanzielle Schieflage bei Familien durch. Nach den Befunden des iff-Überschuldungsreports 2026 machen Alleinerziehende 14,4 Prozent der Ratsuchenden aus, wobei fast vier von des Betroffenen Mütter sind.
Bei Familien mit drei oder mehr Kindern liegt sogar eine siebenfache Überrepräsentation vor. Zu den primären Ursachen zählen bei Alleinerziehenden Trennung oder Scheidung mit rund 20 Prozent, Arbeitslosigkeit mit etwa 12,6 Prozent sowie Krankheit mit rund 10,6 Prozent.
Über alle Fallgruppen hinweg erweist sich das Wohnen als wesentlicher Kostentreiber: Ratsuchende wenden im Schnitt 38 Prozent ihres Haushaltseinkommens für Wohnkosten auf, während dieser Wert in der Gesamtbevölkerung bei 24 Prozent liegt. Zwei von drei Hilfesuchenden müssen mehr als ein Drittel ihres Einkommens für das Wohnen bereitstellen.
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Vorsorgeverhalten und praktische Methoden der Budgetkontrolle
Trotz der finanziellen Hürden existiert in vielen Familien ein ausgeprägtes Bewusstsein für die eigene Absicherung. In Österreich belegt eine Umfrage der Wiener Städtischen unter 1.000 Müttern und Vätern, wie am 28. September 2026 berichtet wurde, dass sieben von zehn Eltern finanziell für ihre Kinder vorsorgen. Als zentrales Motiv gaben 63 Prozent an, ihrem Nachwuchs einen guten Start ins Erwachsenenleben ermöglichen zu wollen.
Um finanzielle Engpässe im Alltag frühzeitig abzuwenden, erachten Fachleute für persönliche Budgetierung strukturierte Kontrollsysteme als sinnvoll. Während feste Verpflichtungen über ein Monatsbudget gesteuert werden, empfiehlt sich für variable Posten ein Tagesbudget.
Die Ausgaben sollten dabei über mindestens eine Woche, idealerweise über einen vollen Monat, lückenlos dokumentiert werden, um Einsparmöglichkeiten sichtbar zu machen. Die Auswertungen des iff-Überschuldungsreports zeigen zudem, dass die Eigeninitiative eine zentrale Rolle spielt: Im Jahr 2025 nahmen zwei Drittel der Betroffenen aus eigenem Antrieb den Kontakt zu einer Beratungsstelle auf.
