Falsches Bein amputiert: 74-Jährige verliert später auch das rechte Bein
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 19:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Berichte aus den USA und Deutschland lenken den Blick derzeit auf zwei unterschiedliche, aber verwandte Risiken im Umgang mit älteren Patienten: gravierende Fehler bei chirurgischen Eingriffen sowie die Folgen sturzbedingter Knochenbrüche. Beide Fälle zeigen, wie schnell aus medizinischen Routineeingriffen bei Senioren schwerwiegende, teils irreversible Konsequenzen entstehen können.
Der Fall Sharon Jacks
Ein besonders drastisches Beispiel für einen Behandlungsfehler betrifft die 74-jährige Sharon Jacks in den USA. Wie nbcnews.com in einem Bericht vom 30.09.2026 schilderte, wurde bei ihr zunächst das falsche Bein amputiert. Die eigentlich notwendige Amputation des rechten Beins erfolgte erst vier Monate später – in einem anderen Krankenhaus. Am Ende waren beide Beine unterhalb des Knies amputiert.
Jacks und ihr Ehemann reichten laut einem Bericht von dnyuz.com vom 29.09.2026 Klage gegen neun Beklagte ein. Die Vorwürfe lauten auf grobe Fahrlässigkeit, Körperverletzung und rücksichtsloses Verhalten. Gefordert werden kompensatorische und punitive Schadensersatzzahlungen, deren Höhe nicht näher beziffert wurde.
Das beteiligte Selby General Hospital in Ohio äußerte sich gegenüber dem Sender WBNS-TV, wie focus.de am 30.09.2026 berichtete. Die Klinik bestätigte demnach, dass es sich um ein vermeidbares Ereignis gehandelt habe und die erwarteten Abläufe im Operationssaal nicht eingehalten worden seien. Die an dem Eingriff beteiligten Beschäftigten seien mittlerweile nicht mehr in ihren früheren Positionen tätig.
Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zur Patientensicherheit bei chirurgischen Eingriffen auf, insbesondere bei älteren Menschen, für die eine fälschlich durchgeführte Amputation die verbleibende Mobilität und Lebensqualität besonders gravierend einschränkt.
Sturzfolgen bei Senioren: Der Fall Stephanie von Pfuel
Parallel zeigt der Fall der 65-jährigen Tüßlinger Bürgermeisterin Stephanie von Pfuel, wie schnell ein Sturz im Alltag zu schwerwiegenden Verletzungen führen kann. Wie merkur.de am 30.09.2026 berichtete, stürzte von Pfuel nach dem HeidiFest auf einer Treppe im Münchner Nationaltheater, nachdem sie auf den Saum ihres Abendkleids getreten war.
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Bei dem Sturz zog sie sich einen Bruch der Beckenschaufel zu. Am darauffolgenden Montag wurde sie operiert: Chirurgen fixierten den gebrochenen Knochen mit zwei Platten und zehn Schrauben. Bereits wenige Tage nach dem Eingriff konnte sich von Pfuel laut merkur.de mit Krücken fortbewegen. Ihre Amtsgeschäfte als Bürgermeisterin erledigte sie in dieser Phase überwiegend von zu Hause aus.
Zwei Facetten eines gemeinsamen Problems
Beide Fälle verdeutlichen aus unterschiedlichen Perspektiven, wie verletzlich ältere Patientinnen und Patienten im Gesundheitssystem sein können. Während im Fall Jacks ein vermeidbarer chirurgischer Fehler im Mittelpunkt steht, der laut Klinikangabe auf eine Nichteinhaltung etablierter OP-Abläufe zurückgeht, zeigt der Fall von Pfuel, welche weitreichenden gesundheitlichen und beruflichen Folgen ein alltäglicher Sturz bei älteren Menschen haben kann – bis hin zu aufwendigen operativen Versorgungen mit Platten und Schrauben zur Knochenfixierung.
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Für Angehörige und Patienten werfen solche Berichte die Frage auf, wie stark Kliniken interne Sicherheitsprotokolle tatsächlich einhalten und welche Konsequenzen aus Fehlern gezogen werden.
Im Fall des Selby General Hospital wurden nach eigenen Angaben personelle Maßnahmen ergriffen, nachdem der Fehler bekannt geworden war. Der juristische Streit um Schadensersatz für Sharon Jacks dürfte diese Fragen in den kommenden Verfahren weiter konkretisieren.
