Fakeshops, Netz

Fakeshops im Netz: 119.000 Seiten imitieren rund 40.000 Unternehmen

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 01:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ermittler verzeichnen über eine Million weitergegebene Geräte und mehr als 119.000 mutmaßliche Fakeshops; Seriennummern helfen bei der Prüfung.

Gefälschte Smartphones und Fakeshops: So erkennen Käufer Betrugsrisiken
Ein aufgeräumter Werkstatt-Arbeitsplatz mit verschiedenen elektronischen Bauteilen und Platinen auf einer antistatischen Matte. Illustration mit AI erstellt.

Gefälschte Smartphones stellen eine wachsende Gefahr für Verbraucher dar. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 2. Oktober 2026 berichtete, drohen beim Kauf von Mobiltelefonen erhebliche Risiken durch betrügerische Angebote, weshalb Käufer auf spezifische Merkmale manipulierter Geräte und unseriöser Vertriebskanäle achten sollten. Hinter den Angeboten stehen oft gut organisierte Strukturen, die gebrauchte Technik als Neuware tarnen oder über gefälschte Online-Präsenzen agieren.

Gebrauchte Komponenten als Neuware getarnt

Kriminelle Netzwerke verkaufen europaweit Smartphones, die aus gebrauchten Komponenten zusammengebaut und auf Online-Marktplätzen als angebliche Neuware angeboten werden. Laut einem Bericht vom 3. Oktober 2026 sollen auf diese Weise seit 2018 mehr als eine Million Telefone den Besitzer gewechselt haben. Bei den manipulierten Geräten handele es sich überwiegend um Modelle der Marke Samsung.

Ermittlungsbehörden reagieren auf das Ausmaß der Machenschaften. Das Zollfahndungsamt Essen richtete für Betrugsopfer eine eigene E-Mail-Kontaktstelle unter Troja.GZD@zka.bund.de ein, an die sich geschädigte Käufer wenden können.

Überprüfung über Seriennummer und IMEI

Verbraucher haben die Möglichkeit, verdächtige Geräte vor oder nach dem Kauf eingehend zu kontrollieren. Über die Seriennummer sowie die gerätespezifische IMEI-Nummer lässt sich beim Kundenservice des jeweiligen Herstellers eine Überprüfung vornehmen.

Auf diesem Weg können Kunden wichtige Gerätedaten abgleichen, darunter den Garantiestatus, das ursprüngliche Aktivierungsdatum, die tatsächliche Speichergröße, die Gehäusefarbe sowie die offizielle Modellnummer. Zudem bringt ein solcher Abgleich ans Licht, ob für das Smartphone Diebstahl- oder Sperrmeldungen vorliegen.

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Fakeshops imitieren zehntausende Unternehmen

Der betrügerische Handel mit Mobilgeräten und Elektronik beschränkt sich jedoch nicht allein auf etablierte Verkaufsplattformen. Nach Angaben des Bayerischen Rundfunks stieß der Münchner IT-Unternehmer Benedikt Scheungraber auf ein groß angelegtes Netzwerk von mehr als 119.000 mutmaßlichen Fakeshops.

Betroffen seien rund 40.000 Unternehmen, bei denen es sich überwiegend um kleine und mittelständische Betriebe handele, wie am 3. Oktober 2026 berichtet wurde.

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Das Netzwerk operiert mit kopierten Webseiten in mehr als 40 Sprachen, auf denen echte Inhalte, Bilder, Logos und Kontaktdaten real existierender Firmen verwendet werden, um Vertrauen vorzutäuschen. Dennoch weisen die gefälschten Angebote typische Auffälligkeiten auf.

Als Warnzeichen gelten Internetadressen mit der Endung „.shop“, Preisangaben in US-Dollar sowie ungewöhnlich hohe Rabatte im Bereich von 60 bis 70 Prozent. Auch langsam oder fehlerhaft ladende Internetseiten deuten auf unseriöse Betreiber hin.

Mehr zum Thema bei Augsburger Allgemeine: „Fakeshops bedrohen kleine Unternehmen: IT-Experte deckt 119.000 Betrugsseiten auf“

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de | wissenschaft | 70222009 |