Fakeshop-Netzwerk, Münchner

Fakeshop-Netzwerk: Münchner IT-Unternehmer deckt mehr als 119.000 Seiten auf

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 10:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das aufgedeckte Netzwerk imitiert rund 40.000 Unternehmen; Recherchen zeigen zudem betrügerische Anzeigen und finanzielle Schäden.

Fakeshops im Netz: Scheungraber entdeckt mehr als 119.000 Verdachtsfälle
Dunkler Serverraum mit ungenutzten Netzwerkschränken und herabhängenden Kabeln in einer industriellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der Münchner IT-Unternehmer Benedikt Scheungraber hat ein weltweites Netzwerk von mehr als 119.000 mutmaßlichen Fakeshops aufgedeckt. Wie die Augsburger Allgemeine in einem Bericht vom 3. Oktober 2026 meldete, handelt es sich um das größte bislang bekannt gewordene Betrugsnetzwerk dieser Art.

Die Masche zielt demnach nicht nur auf Schnäppchenjäger ab, sondern gefährdet vor allem etablierte Händler: Rund 40.000 Unternehmen seien direkt betroffen, wobei die Täter vorwiegend kleine und mittelständische Firmen imitieren.

Perfide Kopien in über 40 Sprachen

Die Betrugsseiten agieren mit hohem technischem Aufwand. Nach Angaben von Scheungraber kopieren die Kriminellen reale Unternehmensauftritte in mehr als 40 Sprachen. Dabei übernehmen sie nicht nur Produktkataloge, sondern auch originale Bilddateien, Firmenlogos und vollständige Kontaktdaten der geschädigten Händler, um Vertrauen vorzutäuschen.

Trotz der professionellen Fassade weisen die gefälschten Angebote spezifische Erkennungsmerkmale auf. Scheungraber verweist insbesondere auf Webadressen mit der Endung „.shop“, durchgängige Preisangaben in US-Dollar sowie auffallend hohe Preisnachlässe von 60 bis 70 Prozent. Darüber hinaus machten sich viele der betrügerischen Server durch fehlerhafte Darstellungen oder ungewöhnlich langsame Ladezeiten bemerkbar.

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Betrugslinks über Online-Kleinanzeigen

Wie leicht Verbraucher im Netz auf solche Angebote stoßen können, belegt eine aktuelle Recherche des Fachmediums ChannelPartner. Bei drei einfachen Produktsuchen auf der Plattform Kleinanzeigen.de stieß die Redaktion laut einem Bericht vom 2. Oktober 2026 direkt auf Werbeanzeigen, die zu mutmaßlichen Fakeshops weiterleiteten.

Unter anderem führte eine Anzeige für einen Kabelrouter des Typs Fritzbox 6690 Cable zu einem Preis von 78,77 Euro – bei einem regulären Marktpreis von rund 270 Euro – auf die fragwürdige Webadresse varlixon.shop. Ein E-Book-Reader Kobo Libra für 78,64 Euro verlinkte auf eine Shop-Kopie der Handelskette Lidl unter xjyehli.shop.

Eine gesuchte Kühl-Gefrierkombination von Bosch leitete Nutzer auf haushalts-fuchs.de weiter – eine Webadresse, die von der Verbraucherzentrale bereits offiziell als betrügerisch eingestuft wird. Eine Anfrage des Fachmagazins ließ der Portalbetreiber Kleinanzeigen.de unbeantwortet.

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Spürbare Schäden für Endverbraucher

Die Maschen der Online-Kriminellen führen regelmäßig zu empfindlichen finanziellen Verlusten. Ein konkreter Fall ereignete sich am 21. September 2026 in Österreich: Wie die Landespolizeidirektion Kärnten mitteilte und regionews.at am 2. Oktober 2026 berichtete, bestellte ein 60-jähriger Mann aus dem Bezirk Klagenfurt-Land über das Internet einen Stromspeicher für ein Balkonkraftwerk. Die Bezahlung erfolgte per Kreditkarte, die Ware wurde jedoch nie ausgeliefert. Der finanzielle Schaden liegt bei mehr als tausend Euro.

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