Fake Call Detection: Google startet KI-Schutz gegen Betrüger
06.06.2026 - 10:15:34 | boerse-global.de
Die Technologie soll vor betrügerischen Anrufen schützen, die durch KI, Sprachklonen und Nummern-Spoofing immer professioneller werden. Die Funktion kommt zunächst für Pixel-Smartphones und setzt mindestens Android 12 voraus.
Verifizierung per „digitalem Handschlag“
Die technische Basis bildet der RCS-Standard (Rich Communication Services). Das System führt im Hintergrund einen automatisierten Geräteabgleich durch – einen sogenannten „digitalen Handschlag“. Dabei prüft eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, ob der Anruf tatsächlich vom physischen Gerät des angezeigten Kontakts stammt.
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Schlägt die Verifizierung fehl, erscheint eine Warnmeldung auf dem Bildschirm. Voraussetzung für den Schutz: Neben einer aktuellen Android-Version müssen die Apps „Phone by Google“, „Kontakte“ und „Google Messages“ installiert und RCS aktiviert sein. Die Analyse läuft lokal auf dem Gerät – datenschutzkonform, wie Google betont. Nach den Pixel-Geräten ist eine Integration für Samsung-Smartphones geplant.
Steigende Schäden durch Identitätsbetrug
Die Einführung kommt nicht von ungefähr. Interpol schätzt die globalen Verluste durch Identitätsbetrug für 2025 auf über 370 Milliarden Euro. In den USA bezifferte die Handelsbehörde FTC die Schäden für 2024 auf rund 2,7 Milliarden Euro.
Das FBI meldet zudem einen Anstieg von KI-gestützten Phishing-Angriffen um 1.200 Prozent in den letzten zwei Jahren. Besonders betroffen: Personen über 60 Jahre. Sie meldeten allein in den USA für 2025 Schäden von fast 7,4 Milliarden Euro.
Umfangreiches Sicherheitsupdate stopft kritische Lücken
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Parallel zur Betrugserkennung veröffentlichte Google das Android-Update für Juni 2026. Es behebt insgesamt 124 Schwachstellen. Darunter die kritische Zero-Day-Lücke CVE-2025-48595 – ein Integer-Overflow-Fehler, der Geräte ab Android 14 betrifft und bereits aktiv ausgenutzt wird. Weitere 18 kritische Lücken wurden im Android Framework und in Qualcomm-Chipsätzen geschlossen.
Neben technischen Lücken rücken organisierte Angriffskampagnen in den Fokus. Die Erpressergruppe „Pink“ nutzt gezielt Vishing-Methoden (Voice Phishing), um sich als IT-Support auszugeben. Ziel: Multifaktor-Authentifizierungscodes (MFA) erbeuten, um auf Cloud-Umgebungen wie SharePoint oder OneDrive zuzugreifen. Experten vermuten hinter der Gruppe ein Rebranding früherer Akteure, die im Frühjahr 2026 aufgelöst worden waren.
Die Malware „TrickMo“ kann inzwischen sogar die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) umgehen. Sicherheitsberichte zählen aktuell 34 verschiedene Malware-Familien, die es auf weltweit rund 1.200 Finanz-Apps abgesehen haben.
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