Fake Call Detection: Android 12+ erkennt jetzt KI-Deepfake-Anrufe
07.06.2026 - 07:30:32 | boerse-global.de
Es reagiert auf die massiv gestiegene Bedrohung durch KI-gestützte Betrugsversuche. Neben der Behebung zahlreicher technischer Schwachstellen führt der Konzern eine neue Funktion zur Erkennung manipulierter Anrufe ein.
Hintergrund ist eine besorgniserregende Entwicklung: Branchenexperten registrierten in den letzten zwei Jahren einen Anstieg von KI-basierten Phishing-Angriffen um 1.200 Prozent.
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Ein zentraler Bestandteil des Updates ist die sogenannte „Fake Call Detection“. Sie wird ab Android 12 auf Pixel-Smartphones ausgerollt. Die Funktion bekämpft Betrugsmaschen wie Voice-Phishing (Vishing) und Number Spoofing.
Das System verifiziert eingehende Anrufe über einen kryptografischen digitalen Handschlag mittels des RCS-Standards. Anders als herkömmliche Filter analysiert die Anwendung nicht die Sprache selbst. Sie prüft im Hintergrund die Authentizität der Anrufer-Identität. Fehlt diese Verifizierung, warnt das System vor potenziellem Betrug.
Die Maßnahme ist eine direkte Antwort auf die zunehmende Qualität von KI-generierten Stimmen. Kriminelle nutzen sie, um sich als Bankmitarbeiter oder Verwandte auszugeben.
Kritische Zero-Day-Lücke geschlossen
Das Sicherheitspaket schließt insgesamt 124 dokumentierte Schwachstellen im Android-Ökosystem. Besonders hervorzuheben ist die Behebung einer kritischen Zero-Day-Lücke mit der Kennung CVE-2025-48595. Diese Schwachstelle betrifft einen Integer-Overflow in Android 14 und neueren Versionen. Sicherheitsanalysten zufolge wurde sie bereits aktiv für Angriffe ausgenutzt.
Auch andere Hersteller ziehen nach: Samsung hat im Zuge der Aktualisierung 45 eigene Sicherheitslücken geschlossen. Die Notwendigkeit dieser schnellen Reaktionen unterstreichen Berichte von Sicherheitsfirmen wie Zimperium. Sie identifizierten allein in weniger als einem Jahr fast 250 manipulierte Android-Apps, die für Spionagekampagnen eingesetzt wurden.
Eskalierende Betrugslage im Finanzsektor
Finanzinstitute in Deutschland, Österreich und Irland meldeten in den letzten Tagen eine deutliche Zunahme koordinierter Betrugsversuche. Besonders im Fokus stehen Messenger-Dienste und spezialisierte Banken-Apps.
In Deutschland warnten Sparkassen vor Phishing-Wellen, die auf die Entwendung von Zugangsdaten für die S-pushTAN-App abzielen. In Österreich berichtete die Erste Bank von Versuchen, Autorisierungscodes für das Online-Banking-System „George“ via WhatsApp zu erschleichen.
Die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich. Das FBI bezifferte die Verluste durch Cyberkriminalität in den USA für das vergangene Jahr auf rund 19,2 Milliarden Euro – ein Plus von 26 Prozent. Weltweit schätzt Interpol die Schäden durch Identitätsbetrug für 2025 auf über 370 Milliarden Euro.
Neue Taktiken der Erpressergruppe UNC3753
Sicherheitsbehörden und Googles Bedrohungsanalyse warnen zudem vor einer neuen Eskalationsstufe. Die Gruppierung UNC3753, auch bekannt als Silent Ransom Group, setzt auf eine Kombination aus physischen und digitalen Angriffen.
Die Täter geben sich als IT-Support-Techniker aus, um physischen Zugang zu Büroräumen von Banken, Anwaltskanzleien und Versicherungen zu erhalten. Vor Ort erfolgt der Datendiebstahl meist über USB-Speichermedien in weniger als einer Stunde. Die anschließende Erpressung beginnt oft bereits 30 Minuten nach dem Datenabfluss.
Das FBI bestätigte diese Vorfälle, die sich in den ersten Monaten des Jahres gehäuft hatten. Die Behörde empfiehlt Unternehmen eine strengere Überwachung der Zugangskontrollen und Netzwerkaktivitäten.
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WhatsApp testet lokalen Betrugswarner
Flankierend zu den Betriebssystem-Updates testet auch WhatsApp neue Sicherheitsfunktionen. In aktuellen Beta-Versionen für Android wird ein lokaler „Scam Alert“ erprobt. Dieser erkennt Phishing-Muster direkt auf dem Gerät und warnt den Nutzer – ohne die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu beeinträchtigen.
Zusätzlich reagieren Dienste auf Datenlecks bei Drittanbietern. So wurden Informationen aus einem Leck bei Booking.com im Frühjahr genutzt, um gezielte Betrugsnachrichten an Hotelgäste zu versenden. Allein in der Schweiz registrierten Behörden im Mai über 20 solcher Fälle. Kriminelle operierten dabei mit realen Buchungsdaten, um Zahlungen auf gefälschte Konten umzuleiten.
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