Fairlife-Cyberangriff: Anubis veröffentlicht 671 GB Produktionsdaten
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 16:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Coca-Cola-Tochtergesellschaft Fairlife ist Ziel eines schwerwiegenden Cyberangriffs geworden. Wie das Unternehmen bestätigte, kam es Mitte Juli zu einer Ransomware-Attacke, die erhebliche Auswirkungen auf die operativen Abläufe in den Vereinigten Staaten hatte. Infolge des Vorfalls musste die Produktion in insgesamt vier US-amerikanischen Werken vorübergehend eingestellt werden.
Erpresserbande veröffentlicht gestohlene Datensätze
Hinter dem Angriff steht nach eigenen Angaben die Erpressergruppe Anubis. Die Gruppierung beansprucht für sich, tief in die IT-Systeme des Milchprodukteherstellers eingedrungen zu sein. Über den exakten Umfang der entwendeten Informationen liegen unterschiedliche Angaben vor: Während die Angreifer von einem Datendiebstahl im Umfang von 1 TB sprachen, bezifferten Sicherheitsanalysten die Menge der kompromittierten Daten auf 671 GB.
Zu den entwendeten Informationen zählen nach vorliegenden Berichten sowohl sensible Personaldaten als auch interne Produktionsdetails. Da das Unternehmen die Forderungen der Erpresser ignorierte und keine Lösegeldzahlungen leistete, machten die Angreifer ihre Drohung wahr. Am 27. Juli 2026 wurden die entwendeten Datensätze im Internet veröffentlicht.
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Produktion läuft wieder an – Lieferverzögerungen halten an
Trotz der massiven Störungen konnte Fairlife die Produktion in den vier betroffenen Werken inzwischen wieder aufnehmen. Das Unternehmen betonte in diesem Zusammenhang, dass die Sicherheit der hergestellten Produkte zu keinem Zeitpunkt durch den digitalen Angriff gefährdet gewesen sei. Die Integrität der Abfüll- und Verarbeitungsprozesse habe gewahrt werden können.
Dennoch bleiben die Auswirkungen des mehrtägigen Stillstands für den Handel spürbar. Regional kam es bereits zu Bestandsengpässen bei verschiedenen Fairlife-Produkten. Logistikexperten rechnen zudem mit weiteren Lieferverzögerungen, bis die durch den Produktionsstopp entstandenen Rückstände vollständig aufgearbeitet sind.
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Regulatorische Meldung und finanzielle Einordnung
Das Unternehmen war den regulatorischen Anforderungen umgehend nachgekommen und hatte bereits am 16. Juli 2026 eine entsprechende Meldung bei der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) eingereicht. Zu diesem Zeitpunkt war das volle Ausmaß der Datenexfiltration noch Gegenstand der laufenden Untersuchungen.
Hinsichtlich der wirtschaftlichen Folgen gibt sich die Konzernmutter Coca-Cola vorsichtig optimistisch. Trotz der Kosten für die Systemwiederherstellung und der vorübergehenden Ertragsausfälle durch die Werksschließungen werden keine wesentlichen finanziellen Auswirkungen auf das Gesamtergebnis erwartet. Die internen Notfallpläne hätten gegriffen, um eine unkontrollierte Ausbreitung der Schadsoftware innerhalb des Konzernnetzwerks zu verhindern. Cyber-Sicherheitsexperten beobachten den Fall dennoch genau, da die Veröffentlichung der Produktionsdaten langfristige Wettbewerbsnachteile für den Spezialisten für ultrafiltrierte Milchprodukte nach sich ziehen könnte.
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