FairFrame Certificate: Neues Gütesiegel für KI in der Werbung
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 21:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Gislerprotokoll und das ZHAW-Institut für Marketing Management (IMM) erarbeiten einen gemeinsamen Prüfrahmen für die Werbewirtschaft. Unter der Bezeichnung «FairFrame Certificate» soll ein Gütesiegel etabliert werden, das den verantwortungsvollen Umgang mit künstlicher Intelligenz in Marketing und Kommunikation bewertet.
Wie das Branchenportal persoenlich.com in einem Bericht vom 15. September 2026 darlegt, ist vorgesehen, dass das Zertifikat sowohl betriebliche Prozesse als auch ganze Unternehmen erfasst und regelmäßige Rezertifizierungen einschließt.
Transparenzbedarf bei generativen Werbeinhalten
Ausgangspunkt für die Entwicklung des Zertifikats sind Erhebungen zur Akzeptanz von Bild- und Textgeneratoren in der Werbung. Die Untersuchungen zeigen, dass weite Teile des Schweizer Publikums eine verlässliche Kennzeichnung von KI-Inhalten klar befürworten.
Zwar ist sich eine deutliche Mehrheit der Konsumenten prinzipiell bewusst, dass Werbetreibende auf künstlich erzeugte Bildmotive zurückgreifen, doch bereitet das tatsächliche Erkennen solcher Bildwelten vielen Menschen nach wie vor Schwierigkeiten.
Vor diesem Hintergrund wird das Ausbleiben klarer Hinweise von vielen Verbrauchern als unaufrichtig bewertet. Fehlende Transparenz schwächt das Verhältnis zwischen Konsument und Werbetreibendem. Zugleich formulieren Werbeadressaten ein starkes Bedürfnis nach realistischen und glaubwürdigen Menschendarstellungen.
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Schutz des Markenvertrauens
Die Rückmeldungen aus dem Markt verdeutlichen zudem geschäftliche Risiken für Unternehmen: Stereotype Darstellungen und unrealistische Inszenierungen können das Vertrauen in eine Marke spürbar beschädigen.
Entsprechend beschränkt sich der Wunsch nach verlässlichen Maßstäben nicht allein auf den technischen Aspekt generativer Systeme. Vielmehr besteht auch ein breit verankerter Anspruch an faire und vielschichtige Menschendarstellungen in der klassischen und digitalen Werbegestaltung.
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Mit dem «FairFrame Certificate» soll ein systematischer Standard geschaffen werden, der diesen Erwartungen Rechnung trägt. Der Prüfrahmen setzt bei den internen Abläufen an, um sicherzustellen, dass Richtlinien zur Vermeidung von Verzerrungen und Klischees von der Konzeption bis zur Ausspielung einer Kampagne greifen.
Die Kopplung an ein institutionalisiertes Prüfverfahren und wiederkehrende Rezertifizierungen soll verhindern, dass Richtlinien rein deklaratorischen Charakter behalten, und Unternehmen ein Instrument an die Hand geben, ihre Qualitätsansprüche nach außen überprüfbar zu dokumentieren.
