Fahrzeug-Sicherheit: 2,2 Millionen Autos anfällig für Bluetooth-Angriffe
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 17:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher der Uni San Diego haben eine gravierende Schwachstelle in Fahrzeug-Sicherheitssystemen entdeckt. Betroffen sind über 2,2 Millionen Autos von Honda, Toyota, Mazda, Ford und Jeep.
Die Lücke steckt in Bluetooth-Systemen der Anbieter KARR und SWDS, die in den vergangenen neun Jahren verbaut wurden – besonders bei Händlern in Südkalifornien. Das Problem: Alle Systeme nutzen denselben digitalen Schlüssel.
Tür auf per Bluetooth
Angreifer müssen sich nur etwa fünf Meter ans Fahrzeug nähern. Dann können sie über die Bluetooth-Schnittstelle Türen entriegeln, die Hupe betätigen, das Licht einschalten oder die Wegfahrsperre manipulieren.
KARR hat bereits ein Firmware-Update veröffentlicht. Das Unternehmen betont aber, dass nur ein geringer Prozentsatz der verkauften Einheiten tatsächlich anfällig sei. Die vollständigen Forschungsergebnisse sollen im August auf den Konferenzen DEF CON und USENIX präsentiert werden.
Keyless-Go: Diebstahl per Signalverstärkung
Die Risiken schlüsselloser Systeme zeigen sich auch in der Praxis. In der Nacht zum heutigen Freitag wurde in der luxemburgischen Gemeinde Dippach ein hochwertiges Fahrzeug gestohlen – obwohl der Keyless-Go-Schlüssel im Haus lag.
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Die Ermittler gehen von Signalverstärkung aus: Die Täter fingen das Funksignal des Schlüssels ab und verstärkten es, um das Auto zu öffnen und zu starten. Die Polizei empfiehlt, Schlüssel in abgeschirmten Behältern aufzubewahren.
US-Behörde plant schärfere Regeln für Türsysteme
Auch funktionale Sicherheitsrisiken rücken in den Fokus. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA leitete am Donnerstag ein Regelsetzungsverfahren für Notausstiegssysteme ein.
Auslöser waren mehrere tödliche Unfälle: Nach einem Stromausfall konnten Insassen ihre Fahrzeuge nicht verlassen. Besonders problematisch sind versenkbare Türgriffe, wie sie etwa bei Tesla-Modellen verbaut sind. Bei einem Ausfall der Bordelektronik lassen sie sich oft nicht öffnen – wenn keine mechanische Notentriegelung intuitiv erreichbar ist.
Die NHTSA wies zwar eine Petition zur Untersuchung mutmaßlicher Defekte an der Türentriegelung des Tesla Model 3 zurück. Sie betonte aber die Notwendigkeit allgemeingültiger Vorschriften für alle Hersteller. Ziel: Insassen müssen das Fahrzeug auch bei komplettem Stromausfall schnell verlassen können.
Vorsicht vor gefälschten Strafzetteln
Neben technischen Schwachstellen warnen Behörden vor einer anderen Masche: Das Polizeipräsidium Konstanz meldet gefälschte Strafzettel an geparkten Fahrzeugen. Darauf kleben QR-Codes, die auf betrügerische Zahlungsseiten führen.
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Experten raten: QR-Codes nicht unkritisch scannen. Bei Zweifeln lieber die offizielle Website der Kommune direkt aufrufen.
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