Fahrradklima-Test, Umfrage

Fahrradklima-Test 2026: Neue Umfrage für Kinder ab 10 Jahren

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der ADFC startet die bundesweite Erhebung zum Fahrradklima 2026 mit eigener Befragung für 10- bis 20-Jährige und Ergebnissen im Frühjahr 2027.

ADFC-Fahrradklima-Test 2026: Neue Umfrage für junge Radfahrer
Ein leerer Fahrradweg in einer deutschen Stadt im Herbst mit goldenen Blättern und moderner Architektur im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Die bundesweite Befragung zum ADFC-Fahrradklima-Test 2026 markiert einen zentralen Punkt in der Analyse der deutschen Radverkehrsinfrastruktur. Der Zeitraum für die Datenerhebung erstreckt sich vom 1. September bis zum 30. November 2026. In dieser Phase sind Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, die Fahrradfreundlichkeit ihrer Kommunen zu bewerten.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden für das Frühjahr 2027 erwartet und dienen traditionell als wichtiger Gradmesser für die Verkehrsplanung in den Städten und Gemeinden.

Erweiterter Fokus auf die Mobilität von Kindern und Jugendlichen

Eine wesentliche Neuerung in der Struktur des Fahrradklima-Tests 2026 ist die Einführung einer spezifischen Umfrage für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 20 Jahren. Damit reagieren die Verantwortlichen auf die besonderen Anforderungen dieser Altersgruppe im Straßenraum.

Im Rahmen der Befragung werden Zusatzfragen zur Kinder- und Jugendmobilität gestellt, um ein differenziertes Bild der Sicherheit und Attraktivität der Radwege für junge Verkehrsteilnehmer zu erhalten.

Insgesamt besteht die Befragung aus drei Säulen: der Erhebung unter Erwachsenen, der neuen Umfrage für Kinder und Jugendliche sowie einer Befragung der Kommunen selbst. Die Teilnahme erfolgt über die Online-Plattform www.fkt.adfc.de. Das Beantworten der 27 Fragen nimmt laut Angaben der Organisatoren etwa 10 Minuten in Anspruch. Gefördert wird das gesamte Projekt durch das Bundesministerium für Verkehr.

Rückblick auf die Beteiligung und Ergebnisse früherer Erhebungen

Die Bedeutung des Instruments zeigt sich in den Teilnehmerzahlen der vergangenen Jahre. Im Jahr 2024 nahmen deutschlandweit etwa 213.000 Menschen am Fahrradklima-Test teil. Allein in Brandenburg beteiligten sich zu diesem Zeitpunkt 3.800 Personen. Diese Daten ermöglichen es, die Entwicklung der Radverkehrsbedingungen über längere Zeiträume hinweg zu verfolgen.

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Am Beispiel der Stadt Potsdam lässt sich diese Entwicklung konkret ablesen. Im Jahr 2024 erreichte die brandenburgische Landeshauptstadt eine Gesamtnote von 3,8. Dies entsprach dem 11. Platz von insgesamt 42 Städten in der Größenklasse zwischen 100.000 und 200.000 Einwohnern.

Im Vergleich dazu belegte Potsdam im Jahr 2014 noch den 4. Platz, was auf eine Veränderung der relativen Zufriedenheit im Vergleich zu anderen Kommunen hindeutet. In Rheinland-Pfalz erreichte Koblenz im Jahr 2024 die Note 3,96 und positionierte sich auf Rang 16 von 42 Städten in derselben Kategorie.

Infrastrukturmaßnahmen und politische Zielsetzungen

Die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests dienen oft als Basis für lokale Infrastrukturanpassungen. In Potsdam werden aktuell Projekte wie die Erneuerung des Radwegs in der Nedlitzer Straße sowie die Schaffung zusätzlicher Fahrradabstellplätze am Hauptbahnhof verfolgt. Solche Maßnahmen zielen darauf ab, die im Test identifizierten Schwachstellen direkt zu adressieren.

Auf Landesebene werden ebenfalls ambitionierte Ziele formuliert. Rheinland-Pfalz strebt an, bis zum Jahr 2030 das attraktivste Radreiseland zu werden. Der Geschäftsführer des ADFC in Rheinland-Pfalz merkte dazu jedoch an, dass dieses Ziel noch weit entfernt sei.

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Ein Kritikpunkt betrifft die Finanzierung: So gebe es derzeit kein originäres Fördergeld vom Land Rheinland-Pfalz, sondern lediglich Mittel aus dem Bundesprogramm „Stadt und Land“. Erwartet wird in diesem Zusammenhang ein Radverkehrsgesetz, das im Koalitionsvertrag verankert ist. Als positive Beispiele innerhalb des Bundeslandes werden derzeit die Städte Landau und Koblenz hervorgehoben.

Ein weiteres Instrument zur Einordnung verkehrspolitischer Positionen stellt das sogenannte Wahl-o-Rad dar, das im Vorfeld der Kommunalwahl am 13. September 2026 in Lüneburg eingesetzt wird. Es dient dazu, die Positionen der Parteien zum Radverkehr transparent zu machen und die Wählerentscheidung zu unterstützen.

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