Fahrrad-Infrastruktur, Bern

Fahrrad-Infrastruktur: Bern genehmigt 10,5 Millionen für Radweg

10.06.2026 - 13:33:04 | boerse-global.de

Städte und Kreise fördern Radschnellwege, Fahrradstraßen und Abstellanlagen, um den Umstieg vom Auto attraktiver zu machen.

Kommunen investieren 2026 massiv in Radinfrastruktur für Pendler
Fahrrad-Infrastruktur - Ein breiter, moderner Radweg schlängelt sich durch eine grüne Stadtlandschaft mit verschwommenen Pendlern im Hintergrund. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ziel: Pendler vom Auto aufs Fahrrad locken. Im Fokus stehen Neubauten und die Optimierung der begleitenden Infrastruktur.

Ludwigshafen plant neue Hauptradrouten

Die Stadt Ludwigshafen erarbeitet derzeit ein Fuß- und Radverkehrskonzept. Fertigstellung: Spätsommer 2026. Der Stadtrat soll es bis Jahresende beschließen. Im Mittelpunkt stehen neue Hauptradrouten, die das Umland mit dem Stadtzentrum und Mannheim verbinden. Ein Teilstück unter der Hochstraße Süd soll bereits bis 2027 auf vier Meter Breite ausgebaut werden. Parallel dazu entstehen im Zuge des Rückbaus der Hochstraße Nord neue Mobilitätsstationen am Hauptbahnhof.

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Auch kleinere Gemeinden planen systematisch. Wölfersheim in Hessen hat von Herbst 2024 bis Herbst 2025 ein Radverkehrskonzept erstellt. Das Land fördert es mit rund 25.000 Euro. Ziel: Vernetzung der Ortsteile und Anschluss an die reaktivierte Horlofftalbahn.

Bern genehmigt Millionen für Radweg

Für überregionale Verbindungen stellen Kommunen und Kantone erhebliche Mittel bereit. Im Kanton Bern genehmigte der Grosse Rat am 8. Juni 2026 einen Kredit von 10,5 Millionen Franken für einen Radweg zwischen Oberburg und Hasle. Baustart: Herbst 2027. Die Strecke soll 2029 in Betrieb gehen.

In Brandenburg schreitet der Ausbau im Landkreis Dahme-Spreewald voran. Seit 2021 wurden dort über 40 Kilometer Radwege geplant oder realisiert. Ein Meilenstein: der für 2027 vorgesehene Baustart der Radvorrangroute zwischen Königs Wusterhausen und dem Flughafen BER. Die Kosten liegen laut Kreisangaben zwischen 600 und 900 Euro pro Meter. In Niedersachsen erörterten Bürger im Juni 2026 in Workshops verschiedene Varianten für einen Radschnellweg zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig. Eine finale Entscheidung steht noch aus.

Erste Fahrradstraße im Westerwaldkreis

Neben Neubauten rückt die Umwidmung bestehender Straßen in den Fokus. In Höhr-Grenzhausen wurde am 8. Juni 2026 die erste Fahrradstraße des Westerwaldkreises eröffnet. Auch Lahr kündigte im Juni 2026 weitere Fahrradstraßen an, um Netzlücken zu schließen. In Mönchengladbach hat die Umgestaltung der Lüpertzender Straße begonnen – in mehreren Abschnitten entsteht eine „grüne Fahrradstraße“ mit mehr Bäumen.

Chemnitz prüft derzeit eine dritte Fahrradstraße in Richtung Gablenz. Während Teilabschnitte kurzfristig realisierbar sind, erfordern komplexe Knotenpunkte laut Stadtplanung Investitionen von mindestens 350.000 Euro.

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Potsdam baut Fahrrad-Parkhaus

Um die Akzeptanz zu erhöhen, investieren Kommunen vermehrt in Service-Infrastruktur. In Potsdam begannen im Juni 2026 die Arbeiten an einer neuen Fahrrad-Abstellanlage am Hauptbahnhof. Für rund 1,2 Millionen Euro entstehen bis Dezember 2026 insgesamt 186 Stellplätze – teils videoüberwacht und mit Reparaturstationen ausgestattet.

Innovative Ansätze zur Verhaltensänderung werden erprobt. Im Main-Kinzig-Kreis startet Mitte Juni 2026 ein „Reallabor“: Fast 60 Teilnehmer testen über mehrere Monate Alternativen zum Auto. Zum Einsatz kommen E-Bikes und Lastenräder, teils in Kombination mit dem ÖPNV. Das Experiment läuft bis Oktober 2026. Die Ergebnisse sollen zeigen, welche Anreize für eine dauerhafte Änderung des Pendlerverhaltens nötig sind.

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