Fachkräfte-Offensive: 250 Millionen Euro für Berufsschulen in MV
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 18:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am Montag hat die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, das neue Ausbildungszentrum des Maschinenbauunternehmens Weber Food Technology in Neubrandenburg offiziell eröffnet. Mit dem Start des neuen Ausbildungsjahres nehmen dort 47 Auszubildende ihre berufliche Laufbahn auf. Die Eröffnung markiert einen wichtigen Schritt für die regionale Fachkräftesicherung in der Branche der Lebensmittelverarbeitungstechnologie.
Investitionen in den Standort Mecklenburg-Vorpommern
Um die Attraktivität der Ausbildung zu steigern, stellt Weber Food Technology den neuen Nachwuchskräften ein spezielles Azubi-Ticket für 43 Euro pro Monat zur Verfügung. Die Eröffnung des Zentrums ist zudem eingebettet in eine breitere Qualifizierungsstrategie des Landes.
Wie die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern mitteilte, sind Investitionen in Höhe von 250 Millionen Euro für die Modernisierung und den Ausbau der Berufsschulen im gesamten Bundesland vorgesehen.
Neben der industriellen Ausbildung im Bereich der Lebensmitteltechnik wird auch die Infrastruktur für die Bahninfrastruktur gestärkt. In Knappenrode in der Oberlausitz eröffnete die DB Bahnbau Gruppe am Montag ein erweitertes Qualifizierungszentrum.
Auf einer Übungsfläche von über 15.000 Quadratmetern starten rund 50 Auszubildende. Der Standort ist einer von sechs bundesweiten Zentren des Unternehmens und soll künftig Kapazitäten für bis zu 70 Auszubildende bieten.
Expansion und internationale Rekrutierung in der Intralogistik
Auch in anderen Teilen Deutschlands verzeichnen Industriebetriebe zum 1. September einen deutlichen Zuwachs an Nachwuchskräften. Der Hamburger Intralogistik-Spezialist STILL startete mit 58 neuen Auszubildenden und dual Studierenden in das neue Ausbildungsjahr.
Insgesamt beschäftigt das Unternehmen damit 241 Nachwuchstalente an acht Standorten. Besonders erfolgreich verlief der Abschluss des Jahrgangs 2022: Alle 34 Absolventen wurden übernommen, was einer Quote von 100 Prozent entspricht.
In der Oberpfalz setzt das Unternehmen WITRON auf eine verstärkte Internationalisierung. Unter den 65 neuen Auszubildenden und dual Studierenden, die in Parkstein ihre Arbeit aufnehmen, befinden sich acht internationale Nachwuchskräfte aus Ländern wie Kanada, den USA, Polen, Großbritannien und El Salvador. Das Unternehmen, das im Jahr 2025 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro erwirtschaftete, beschäftigt insgesamt rund 7.500 Mitarbeiter.
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Technologische Spezialisierung und KI-Integration
Der Trend zur Spezialisierung zeigt sich deutlich bei den neuen Ausbildungsgängen im Bereich der Automatisierung und Kältetechnik. Der Verdichterspezialist Bitzer startete an den Standorten Sindelfingen und Ergenzingen mit 13 Auszubildenden und vier dual Studierenden, wobei der Schwerpunkt auf Industriemechanikern liegt.
Neu eingeführt wurden duale Studiengänge in den Bereichen Informatik mit Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI) sowie Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Kälte-Klima. Am Standort Schkeuditz begrüßte Bitzer zudem elf neue Auszubildende, darunter erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder eine Industriemechanikerin.
Die Relevanz digitaler Kompetenzen wird auch durch aktuelle Forschungsprojekte unterstrichen. Am Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen entwickelt das Forschungsprojekt „Skipro“ unter der Leitung von Professor Robert H. Schmitt Softwarelösungen, um generative KI direkt für die Produktion nutzbar zu machen. Im Fokus stehen dabei Informationsarchitekturen und Multi-Agenten-Workflows, die künftig auch in die Ausbildung einfließen könnten.
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Passend zur technologischen Transformation erweitern Handelsunternehmen ihr Angebot: ElectronicPartner und Terra Robotics eröffnen zur IFA in Berlin einen speziellen Shop-in-Shop für Serviceroboter. In einem Medimax-Markt in Berlin-Pankow werden künftig Systeme für Reinigung, Empfang und Kehraufgaben präsentiert, wobei ein Ausbau des Konzepts bis zum Jahresende geplant ist.
