Fabmatics-Roboter: Wiferion liefert kabellose Energie mit bis zu 60 Ampere
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 18:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Dresdner Automatisierungsspezialist Fabmatics stattet seine mobilen Roboter für den Wafer-Transport in Reinraumumgebungen mit einer neuen Energieversorgung aus. Wie aus einem Branchenbericht vom 28. September 2026 hervorgeht, implementiert das Unternehmen für die zweite Generation seiner Robotersysteme eine induktive Ladelösung des Anbieters Wiferion. Die Technologie ermöglicht eine kabellose Energieübertragung von bis zu 60 Ampere.
Effizienzsteigerung durch In-Process-Charging
Die Integration der kontaktlosen Ladetechnik zielt darauf ab, die Betriebszeiten der Transportroboter in der Halbleiterfertigung zu optimieren. Durch das sogenannte In-Process-Charging werden die Systeme während der regulären Arbeitsabläufe geladen, konkret während des Be- und Entladens der Wafer-Kassetten. Dieser Ansatz soll dedizierte Ladezeiten und damit verbundene Stillstände reduzieren.
Ein wesentliches Merkmal der eingesetzten Lösung ist laut dem Bericht die hohe Positionierungstoleranz. Diese erlaubt es den Robotern, den Ladevorgang auch dann zuverlässig zu starten, wenn sie nicht millimetergenau über der Ladestation zum Stehen kommen. Dies erhöht die Prozesssicherheit im autonomen Fahrbetrieb innerhalb des Reinraums.
Nahtlose Integration in die Reinraum-Infrastruktur
Für die bauliche Umsetzung der Ladeinfrastruktur kooperiert Fabmatics mit dem Partner Pohlcon. Die Ladepads werden direkt in den Doppelboden der Fertigungshallen eingebettet. Dabei ist das System so konzipiert, dass die Ladestationen eine standardmäßige Bodenplatte ersetzen.
Mobile Wafer-Transportroboter laden künftig während des Be- und Entladens der Kassetten — mit bis zu 60 Ampere und hoher Positionierungstoleranz, ganz ohne millimetergenaues Andocken. Wie Sie In-Process-Charging in Ihrer Fertigung nachrüsten, zeigt unser kostenloser Leitfaden Schritt für Schritt. Leitfaden In-Process-Charging jetzt anfordern
Nach Angaben des Unternehmens sind für diese Installation keine umfangreichen Umbauten an der bestehenden Gebäudestruktur erforderlich. Dies erleichtert die Nachrüstung in bestehenden Fabriken, in denen Platzverhältnisse und Reinraumanforderungen oft wenig Spielraum für zusätzliche Hardware-Installationen lassen.
Fokus auf Modernisierung bestehender Halbleiterwerke
Die mobilen Robotersysteme von Fabmatics sind für den Transport von Wafern mit Durchmessern von 200 und 300 mm ausgelegt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Automatisierung von Anlagen, die 200-mm-Wafer verarbeiten. Diese stammen häufig aus älteren Gerätegenerationen, bei denen eine nachträgliche Automatisierung der Materialflüsse zur Standortsicherung beitragen kann.
Reinraum-Umbauten sprengen Budget und Zeitplan — doch die Ladepads lassen sich direkt in den Doppelboden einbetten und ersetzen eine Standard-Bodenplatte. Unser kostenloser Leitfaden zeigt, wie Sie die Nachrüstung ohne Eingriff in die Gebäudestruktur planen. Nachrüstung ohne Umbau: Leitfaden sichern
Das Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrung in diesem Segment und entwickelt bereits seit dem Jahr 2009 eigene mobile Roboterlösungen. Während die ersten Systeme noch schienengebunden agierten, setzt Fabmatics heute auf frei fahrende Einheiten, wie beispielsweise das Modell HERO Fab.
Der Wechsel von der schienengebundenen zur autonomen Navigation spiegelt den Branchentrend hin zu flexibleren Fertigungslayouts wider, die nun durch die kontaktlose Energiezufuhr weiter unterstützt werden.
