Fable 5: Anthropic setzt OpenAI mit Preisoffensive unter Druck
12.06.2026 - 05:15:29 | boerse-global.de
Mit der Veröffentlichung des neuen Modells Fable 5 setzt Anthropic OpenAI massiv unter Druck – und zwingt den ChatGPT-Entwickler zu einer Neuausrichtung seiner Preisstrategie.
Fable 5: Leistungsstark, aber teuer
Anthropic brachte Fable 5 am 9. Juni 2026 auf den Markt. Das Modell kostet zehn Euro pro Million Input-Tokens und 50 Euro pro Million Output-Tokens – doppelt so viel wie der Vorgänger Opus 4.8. Noch ist Fable 5 in den Standard-Abos enthalten, doch das ändert sich am 22. Juni. Ab dann wird nur noch nach Verbrauch abgerechnet.
Während neue Modelle wie Fable 5 die technische Entwicklung beschleunigen, schafft der EU AI Act den verbindlichen rechtlichen Rahmen für den Unternehmenseinsatz. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden hilft Ihnen, die komplexen Anforderungen und Risikoklassen der neuen KI-Verordnung sicher zu meistern. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Branchenbeobachter sehen darin einen grundlegenden Wandel: Weg von Flatrate-Modellen, hin zur nutzungsbasierten Abrechnung. Der Grund liegt in den immensen Rechenkapazitäten, die autonome KI-Agenten benötigen.
OpenAI reagiert mit Rabatten
OpenAI denkt über deutliche Preissenkungen für GPT-5.5 nach. Aktuell kostet das Modell rund fünf Euro pro Million Input-Tokens und 30 Euro pro Million Output-Tokens. Doch das reicht offenbar nicht mehr, um Großkunden zu halten.
Der Druck kommt nicht von ungefähr: Manche Unternehmen haben ihr KI-Budget für 2026 bereits aufgebraucht. Der Fahrdienstvermittler Uber etwa erreichte sein Limit schon im April. OpenAI-Chef Sam Altman bezeichnet die Kosten als eine der größten Herausforderungen der Branche.
Dabei läuft das Geschäft auf den ersten Blick glänzend. ChatGPT zählte im Mai 2026 eine Milliarde monatliche Nutzer – Tendenz steigend.
Bewertungssprung: Anthropic jetzt mehr wert als OpenAI
Die Finanzwelt reagiert auf den neuen Wettbewerb. Ende Mai 2026 bewertete eine Series-H-Finanzierungsrunde Anthropic mit 965 Milliarden Euro – und damit höher als OpenAI, das im März auf 852 Milliarden Euro kam.
Doch die hohen Bewertungen täuschen: OpenAI verbrennt Berichten zufolge 14-mal schneller Geld als Anthropic. Ein profitables Geschäft wird frühestens 2030 erwartet. Beide Unternehmen haben inzwischen Unterlagen für Börsengänge eingereicht.
Zwei Modelle, zwei Sicherheitsstufen
Anthropic veröffentlichte mit Fable 5 auch das stärker abgesicherte Mythos 5. Beide Modelle teilen sich die Basis, unterscheiden sich aber in der Sicherheitskonfiguration. Mythos 5 bleibt US-Regierungsbehörden und Infrastrukturpartnern vorbehalten.
Fable 5 leitet heikle Anfragen aus den Bereichen Cybersicherheit, Biologie und Chemie – schätzungsweise unter fünf Prozent aller Sitzungen – an das ältere Opus 4.8 weiter. In Tests zeigte das Modell starke Leistungen: Beim SWE-bench-Pro-Benchmark erreichte es 80,3 Punkte, Opus 4.8 nur 69,2.
Allerdings berichten Forscher von Ermüdungserscheinungen bei längeren autonomen Aufgaben. Zudem blockieren die Sicherheitsfilter gelegentlich harmlose wissenschaftliche Anfragen zur allgemeinen Biologie oder Krebsforschung – ein Problem, das Anthropic noch lösen muss.
