F02-Flotte, Figure

F.02-Flotte von Figure AI: Humanoide landen in 75-Tonnen-Schmelzofen

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 05:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach der Einschmelzung des Großteils der F.02-Flotte verkauft Figure AI aus dem Stahl gefertigte Erinnerungsstücke.

Figure AI schmilzt F.02-Roboter ein und richtet Fokus auf F.04
Ein glühender Elektrolichtbogenofen mit flüssigem Stahl in einem finnischen Stahlwerk. Illustration mit AI erstellt.

Das US-Robotikunternehmen Figure AI hat am 30. September 2026 die Stilllegung seiner Flotte humanoider Roboter des Typs F.02 bekannt gegeben. Um proprietäre Technologie vor möglicher Industriespionage zu schützen, wählte das Unternehmen ein ungewöhnliches Dekommissionierungsverfahren: Die Maschinen vollführten einen autonomen Sprung direkt in einen 75-Tonnen-Elektrolichtbogenofen mit flüssigem Stahl in einem finnischen Werk in Imatra. Der Ofen arbeitete dabei mit drei Graphitelektroden.

Spektakuläre Inszenierung und virales Echo

Am 1. Oktober 2026 veröffentlichte Figure AI ein Video der Aktion auf der Plattform YouTube. Die Aufnahmen zeigen die Zerstörung der F.02-Einheiten im Schmelzofen, angelehnt an eine bekannte Filmszene aus „Terminator 2“. Der Beitrag verzeichnete mehr als 1,8 Millionen Aufrufe.

Die Idee für diesen Abschied geht auf eine Interaktion in den sozialen Medien zurück: Am 19. August 2026 hatte Arnold Schwarzenegger auf der Plattform X auf eine Anfrage von Unternehmenschef Brett Adcock nach Ideen für einen angemessenen Abschied reagiert. Schwarzenegger schlug vor, die Roboter einzuschmelzen, und betätigte im veröffentlichten Video schließlich selbst den Auslöser.

Technische Vorbereitung und logistische Hürden

Die Entscheidung zur vollständigen Zerstörung der F.02-Reihe fiel, da sich die laufende Wartung der älteren Generation wirtschaftlich nicht mehr lohnte. Das Nachfolgemodell F.03 wächst heran, während sich die nächste Generation F.04 bereits in der Entwicklung befindet.

Eine manuelle Demontage der Flotte wäre nach Unternehmensangaben zu zeitaufwändig gewesen, hätte die Einführung des F.04 verzögert und das Risiko geborgen, dass Details zu den proprietären Aktuatoren nach außen dringen.

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Die Entsorgung erwies sich als logistische Herausforderung. Gießereien in den USA sowie in Mexiko verweigerten die Annahme der Maschinen aufgrund der verbauten Lithium-Ionen-Batterien. Lediglich das Werk in Imatra erklärte sich zur Durchführung bereit.

Am Standort in San Jose in Kalifornien bereitete das Entwicklungsteam die Roboter akribisch auf ihren letzten Schritt vor. Das Training umfasste Sprünge aus dem zweiten Stock auf Luftkissen sowie die Nutzung von Bewegungsdaten professioneller Stuntleute als Referenz. Ein eigens in Simulationen trainiertes KI-Modell steuerte schließlich den akrobatischen Sprung in die Schmelze.

Vor Ort stand dem Team ein Zeitfenster von 24 Stunden über sechs Schmelzgänge hinweg zur Verfügung, wobei vor der einsetzenden Krustenbildung jeweils rund 20 Minuten blieben. Zwar versagte die Bordelektronik unter der extremen Hitzeeinwirkung und den elektromagnetischen Feldern der drei Graphitelektroden, die mechanischen Bewegungsabläufe liefen dennoch bis zuletzt weiter.

Vermarktung von Artefakten und Blick nach vorn

Der Großteil der F.02-Flotte wurde bei der Aktion bereits eingeschmolzen; lediglich wenige Einheiten verbleiben im Lager der Unternehmenszentrale. Der flüssige Stahl wurde zu Metallbarren gegossen und in die Vereinigten Staaten zurücktransportiert. Dort wurden daraus limitierte F.02-Artefakte und Erinnerungsstücke gefertigt, die das Unternehmen über seinen Shopify-Merchandising-Shop vertreibt.

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Der F.02 galt als bedeutender Entwicklungsschritt für das Unternehmen. Die 70 Kilogramm schweren und 1.680 Millimeter großen Maschinen verfügten über 35 Freiheitsgrade, Hände mit 16 Freiheitsgraden und eine Nutzlast von 25 Kilogramm.

Ausgestattet mit zwei Grafikprozessoren von Nvidia boten sie die dreifache Rechenleistung für Inferenz im Vergleich zum Vorgängermodell F.01 und nutzten das Helix-VLA-Modell.

Zu den Meilensteinen des F.02 gehören der erste Praxiseinsatz beim Autobauer BMW, die Einführung von Helix sowie erste Anwendungen bei Haushaltsaufgaben und in der Logistik. Nach dem Ende der F.02-Ära konzentrieren sich die internen Ingenieure nun vollständig auf die Entwicklung des kommenden F.04-Modells.

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