Ez-PAVE-Studie, Statin

Ez-PAVE-Studie: Statin plus Ezetimib senkt LDL auf 53 statt 62 mg/ dL

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ez-PAVE senkte LDL stärker, ohne signifikante Unterschiede bei klinischen Ereignissen; STREAM fand nach Statinabsetzen keinen signifikanten Anstieg.
Ein heller, moderner Klinikflur mit weißem Boden und natürlichem Lichteinfall in einer medizinischen Einrichtung. Illustration mit AI erstellt.

Die medikamentöse Senkung des LDL-Cholesterins bleibt ein zentraler Baustein in der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei den AHA Scientific Sessions 2026 in Chicago präsentierte die Ez-PAVE-Studiengruppe neue Daten zum Vergleich einer kombinierten lipidsenkenden Therapie gegenüber einer Monotherapie.

Die zeitgleich im Fachjournal Circulation veröffentlichte Untersuchung liefert detaillierte Einblicke in das Verhältnis von erreichter Cholesterinsenkung und klinischen Ereignisraten bei kardiovaskulären Risikopatienten.

Stärkere LDL-Senkung bei vergleichbarer Ereignisrate

Die Ez-PAVE-Studie umfasste 3.048 Erwachsene mit atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankung an 17 Zentren in Südkorea, die zwischen Januar 2021 und Juli 2022 rekrutiert wurden. Das Durchschnittsalter der Kohorte lag bei 64,4 Jahren, der Männeranteil betrug 79,1 Prozent.

Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 3 Jahren untersuchte die Studiengruppe 1.525 Teilnehmer unter einer Kombination aus Statin und Ezetimib im Vergleich zu 1.523 Teilnehmern unter einer alleinigen Statintherapie.

In der Auswertung nach 3 Jahren zeigte sich bei den vordefinierten LDL-Zielwerten ein deutlicher Unterschied zwischen den Behandlungsansätzen. Bei einem Zielwert von unter 55 mg/dL erreichten Patienten unter der Kombinationstherapie durchschnittlich 53 mg/dL gegenüber 62 mg/dL in der Statin-Monotherapie. Bei der Zielmarke von unter 70 mg/dL lagen die Werte bei 63 mg/dL unter der Kombination und bei 70 mg/dL unter der Monotherapie.

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Trotz der stärkeren Senkung des LDL-Wertes durch Statin plus Ezetimib ergab sich bei den harten klinischen Endpunkten kein signifikanter Unterschied. Die Rate kardiovaskulärer Ereignisse – definiert als Herztod, Herzinfarkt, Schlaganfall, Revaskularisation oder Hospitalisierung wegen instabiler Angina – lag bei 8,5 Prozent in der Kombinationsgruppe gegenüber 7,9 Prozent bei der alleinigen Statingabe.

Bei den Nebenwirkungen zeigten sich beide Behandlungsarme ähnlich. Allerdings wurde Ezetimib im Studienverlauf auch bei einem Teil der Monotherapie-Gruppe nachträglich ergänzt: Dies betraf über 34 Prozent der Teilnehmer mit dem Zielwert unter 55 mg/dL und rund 25 Prozent in der Gruppe mit dem Zielwert unter 70 mg/dL.

Erkenntnisse zum Absetzen im höheren Lebensalter

Parallel zur Ez-PAVE-Untersuchung wurden auf dem Fachkongress in Chicago auch Ergebnisse der STREAM-Studie vorgestellt, die zeitgleich im New England Journal of Medicine erschienen sind. Die Untersuchung ging der Frage nach, welche Auswirkungen das Absetzen einer Statintherapie zur Primärprävention bei älteren multimorbiden Patienten hat.

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An 24 Zentren in der Schweiz, Frankreich und den Niederlanden wurden zwischen November 2021 und April 2026 insgesamt 1.880 Erwachsene ab 70 Jahren (Durchschnittsalter 77 Jahre; 53 Prozent Männer, 47 Prozent Frauen) mit mindestens zwei chronischen Erkrankungen, aber ohne bekannte kardiovaskuläre Erkrankung, beobachtet.

Bei 938 Teilnehmern wurde das Statin abgesetzt, während 942 die Therapie fortführten. Nach rund 2 Jahren zeigte sich kein signifikanter Anstieg von Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod. Die Differenz der eingeschränkten mittleren ereignisfreien Überlebenszeit nach 2 Jahren lag bei minus 2,0 Wochen.

Auch hinsichtlich Lebensqualität, Muskelschmerzen, Stürzen oder Sarkopenie gab es keine Unterschiede. Über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 103 Wochen trat ein primäres Ereignis bei 119 Teilnehmern (12,7 Prozent) in der Absetzgruppe auf, verglichen mit 87 Teilnehmern (9,2 Prozent) in der Fortführungsgruppe.

Mindestens ein schweres unerwünschtes Ereignis wurde bei 43 Prozent gegenüber 39,8 Prozent dokumentiert. Eine Limitation der Studie bestand darin, dass rund 14 Prozent der Teilnehmer die zugewiesene Gruppe wechselten.

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