Exosuit der TU München: Aufstehen gelingt bis zu 21,9 Prozent schneller
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 22:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zahlreiche regionale Veranstaltungen und wissenschaftliche Projekte widmen sich verstärkt den Methoden zur Bewahrung der geistigen Fitness sowie der Förderung eines aktiven Lebensstils in der reifen Lebensphase. Im Zentrum dieser Bestrebungen stehen Präventionsmaßnahmen, neue technologische Hilfsmittel und Konzepte zur sozialen Teilhabe, die darauf abzielen, die Selbstständigkeit älterer Menschen langfristig zu erhalten.
Langzeitforschung und kognitive Gesundheit
Ein zentraler Baustein in der Erforschung des Alterns ist die Hamburger LUCAS-Studie, die bereits seit dem Jahr 2000 Menschen ab 60 Jahren begleitet. Ziel der Untersuchung ist es, Faktoren für gesundes und selbstständiges Altern sowie Ursachen für Pflegebedürftigkeit und Frailty zu identifizieren.
In diesem Rahmen wurde der populationsbasierte LUCAS Funktionsindex entwickelt, der funktionale Risiken und Ressourcen erfasst. Die Studie evaluiert Präventionsmaßnahmen sowohl im Ein-Jahres-Verlauf als auch über einen Beobachtungszeitraum von inzwischen rund 20 Jahren. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Studie findet am 8. Oktober 2026 ein Symposium im Albertinen Krankenhaus in Hamburg statt.
Ergänzend dazu liefert die aktuelle Alternsforschung, wie sie auf dem gemeinsamen Jahreskongress der DGGG und DGG in Frankfurt am Main thematisiert wurde, neue Einblicke in kognitive Prozesse.
Stella Wernicke berichtete über Ergebnisse, wonach ältere Erwachsene zwar weniger genaues Erinnern bei egozentrischen Informationen zeigen, jedoch keine Defizite bei zuverlässigen allozentrischen Informationen aufweisen.
Alexa Häger stellte die SENIOR-Studie vor, die kognitiv gesunde Erwachsene ab 50 Jahren über bis zu zehn Jahre begleitet. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass regionale Natriummuster im Gehirn als Marker für pathologische Veränderungen dienen und bei Alzheimer-Erkrankungen ansteigen könnten.
Technologische Assistenz und Sturzprävention
Neben der kognitiven Forschung gewinnen physische Unterstützungssysteme an Bedeutung. Die Technische Universität München hat einen weichen Exosuit entwickelt, der die Hüftstreckung beim Aufstehen und Gehen durch künstliche Sehnen unterstützt.
In einer Untersuchung mit zehn Teilnehmern im Alter zwischen 69 und 85 Jahren, die unter funktionellen Einschränkungen litten, konnte die Zyklusdauer beim Aufstehen um bis zu 21,9 Prozent gesenkt werden.
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Die Probanden standen mit Systemunterstützung durchschnittlich 18-mal pro Minute auf, was eine Steigerung um zwei Zyklen bedeutete. Zudem sank der Stoffwechselaufwand beim Gehen im Durchschnitt um 14 Prozent, im Einzelfall um bis zu 27,5 Prozent.
Ein weiteres Feld ist die Sturzprävention, da laut Daten des BIÖG fast jeder vierte Mensch über 65 Jahren mindestens einmal pro Jahr stürzt. Zum Internationalen Tag der älteren Menschen am 1. Oktober 2026 veröffentlichte die Organisation zwei Broschüren neu, die Übungen zu Kraft und Gleichgewicht sowie Tipps zur Beseitigung von Stolperfallen enthalten. Kostenlose Printausgaben sollen voraussichtlich ab Dezember 2026 bestellbar sein.
Kommunale Strategien und soziale Netzwerke
Auf kommunaler Ebene werden vermehrt langfristige Strategien implementiert. Die Stadt Salzburg stellte die Initiative „Silver City Salzburg 2040 – Gut leben. Länger.“ vor, die sich an Menschen ab 50 Jahren richtet und bis 2027 ein interdisziplinäres Netzwerk sowie einen Gesundheitstag plant.
Neben der kognitiven Gesundheit spielt die körperliche Stabilität eine entscheidende Rolle für die Selbstständigkeit im Alter. Dieser kostenlose Leitfaden eines erfahrenen Mediziners stellt 17 einfache Übungen vor, die in nur 3 Minuten täglich dabei helfen, Muskeln aufzubauen und Beschwerden effektiv vorzubeugen. Kostenlosen Ratgeber mit 17 Wunderübungen anfordern
In Baden-Württemberg werden im Rahmen des Programms „Quartiersimpulse“ in der 27. Förderrunde 15 Projekte mit insgesamt 1.197.236,95 Euro unterstützt. Diese Vorhaben fördern Begegnungsorte und Pflege-Netzwerke, wobei Einzelprojekte bis zu 85.000 Euro und Verbünde bis zu 115.000 Euro erhalten können.
Regionale Veranstaltungen wie der erste internationale Seniorenkongress in Magdeburg (30. September bis 1. Oktober 2026) oder die erste Seniorenmesse im Altmarkkreis am 7. Oktober 2026 bieten zudem Plattformen für Information und Austausch.
Während in Magdeburg Workshops zu mentaler Gesundheit im Fokus stehen, präsentieren in Salzwedel 36 Aussteller Angebote zu Mobilität und Pflege. Für die Messe richtet die PVGS eine Bedarfshaltestelle für die Linien 100, 200, 300, 500, 800 und 900 ein.
In Geesthacht wurde im September 2026 ein Strategieworkshop für das Projekt „AuF leben“ durchgeführt, das mit 1.500 Euro über 24 Monate aus Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen gefördert wird. Internationale Impulse setzt zudem das Projekt Neuromajo auf Fuerteventura, dessen neue Saison im Oktober 2026 unter anderem mit dem Wettbewerb „Carrera de Letras“ startet und im Februar 2027 mit einer Gala abschließt.
