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Exchange Web Services: Microsoft startet Abschaltung, Mac-Apps fallen aus

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 00:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die schrittweise EWS-Sperre beeinträchtigt Microsoft-365-Konten in Mac-Standardapps; Apples Graph-Umstellung hat noch keinen Termin.

Microsoft blockiert Exchange Web Services: Erste Mac-Nutzer melden Ausfälle
Ein minimalistischer, moderner Arbeitsplatz mit abstrakten Papierformen und weichem, natürlichem Licht auf einer Holzoberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Bei der Anbindung von Microsoft-365-Arbeitskonten auf macOS kommt es zu ersten Ausfällen. Obwohl die Frist für den Beginn der Abschaltung von Exchange Web Services im Oktober liegt, melden erste Anwender bereits Probleme beim Datenabgleich. Microsoft hat damit begonnen, die Schnittstelle in Exchange Online mandantenweise zu deaktivieren. Dabei wird die entsprechende Einstellung für betroffene Tenants blockiert.

Schrittweiser Abschied von einer historischen Schnittstelle

Die Umstellung erfolgt als gestaffelter Prozess. Dadurch verlieren Organisationen den Zugang nicht zeitgleich, sondern der Zugriff kann je nach Nutzer früher oder später enden. Eine konkrete Zahl betroffener Organisationen nennt Microsoft nicht.

Die Schnittstelle Exchange Web Services existiert seit Exchange Server 2007 und ermöglichte bislang plattformübergreifend den Zugriff auf Postfächer, darunter E-Mails, Kalender, Kontakte, Ordner, Regeln sowie die Archivierung. Bereits im Juli 2018 verhängte Microsoft einen Entwicklungsstopp, seitdem wurden keine neuen Funktionen mehr ergänzt.

Im Jahr 2023 kündigte das Unternehmen schließlich das Auslaufen für Oktober 2026 an. Im Januar 2024 folgte zudem der Sicherheitsvorfall rund um die Gruppe Midnight Blizzard. Am 1. April 2027 soll EWS in Exchange Online endgültig abgeschaltet werden; Ausnahmen oder Fristverlängerungen sind laut Microsoft nicht vorgesehen.

Nicht von der Abschaltung betroffen sind lokale Exchange-Server sowie Mobilgeräte wie iPhone und iPad, da diese für den Abgleich auf Exchange ActiveSync setzen.

Folgen für Standardprogramme unter macOS

Auf dem Mac trifft die Blockade vor allem die Standardanwendungen Apple Mail, Kalender, Kontakte, Notizen und Erinnerungen, sofern diese für geschäftliche Microsoft-365-Konten konfiguriert sind. Anwender selbst können die Konfiguration in Apple Mail nicht anpassen.

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Apple hatte im April mitgeteilt, gemeinsam mit Microsoft an einer Umstellung dieser systemeigenen Programme auf die Microsoft Graph API zu arbeiten. Die Integration soll über ein künftiges Update für macOS 27 erfolgen, ein konkreter Veröffentlichungstermin steht jedoch noch aus.

Weder in der Version macOS 27.0.1 noch in den Betaversionen von macOS 27.2 ist die Graph-Unterstützung bislang enthalten; Vorabversionen von macOS 27.1 wurden übersprungen.

Handlungsoptionen für IT-Abteilungen

Für Administratoren besteht in der Übergangsphase die Möglichkeit, die Schnittstelle vorübergehend wieder zu aktivieren. Über eine Freigabeliste für Anwendungsidentifikatoren lassen sich bestimmte Programme bis April 2027 zulassen. Bleibt diese Liste jedoch unbefüllt, können Anwendungen trotz Reaktivierung blockiert bleiben. Die von Microsoft empfohlene Frist zur Pflege dieser Kennungen endete bereits Ende August 2026.

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Nach Einschätzung des Technologiechefs eines Integrationsdienstleisters besteht die größte Hürde für Unternehmen darin, alle im Einsatz befindlichen EWS-Verbindungen überhaupt zu identifizieren. Als unmittelbare Ausweichlösung für Mac-Nutzer verbleiben der Wechsel auf das seit 2023 kostenlose Outlook für Mac oder die Nutzung der Webdienste von Microsoft 365.

Mehr zum Thema bei The Register: „Exchange Web Services enters the final stretch before Microsoft pulls access“

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