Exchange Server: Microsoft wechselt zu Abo-Modell mit Modern Support
18.06.2026 - 04:17:04 | boerse-global.de
Der neue Exchange Server Subscription Edition ersetzt die klassische Dauerlizenz. Für Unternehmen mit eigener E-Mail-Infrastruktur ändert sich damit grundlegendes.
Microsoft hat am heutigen Donnerstag die Subscription Edition (SE) seines lokalen Exchange Servers offiziell freigegeben. Die neue Version ist der Nachfolger von Exchange Server 2019 und markiert einen fundamentalen Wandel: Statt einer einmaligen Lizenz mit festem Support-Zyklus zahlen Unternehmen künftig ein Abonnement.
Moderner Support und einfacher Umstieg
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Der neue Modern Support Lifecycle ersetzt die bisherige zeitlich begrenzte Unterstützung. Microsoft plant, zweimal jährlich kumulative Updates auszuliefern, um Sicherheit und Leistung auf dem neuesten Stand zu halten.
Für Unternehmen, die bereits Exchange Server 2019 einsetzen, gestaltet sich der Wechsel überraschend einfach. Administratoren können das Upgrade ab den Cumulative Updates (CU) 14 oder 15 als normales kumulatives Update durchführen – eine vollständige Plattformmigration ist nicht nötig. Der Zeitdruck kommt jedoch von anderer Seite: Der Support für Exchange Server 2016 und 2019 endete bereits im Oktober 2025. Sicherheitsupdates für diese älteren Versionen gibt es seither nur noch für Kunden mit dem Extended Security Update (ESU)-Programm.
Sicherheitspaket im Juni
Die Einführung der Subscription Edition fällt mit einer umfassenden Sicherheitswelle zusammen. Anfang Juni veröffentlichte Microsoft ein Sicherheitsupdate, das 204 Schwachstellen schließt – 18 davon mit hohem Risiko. Die Patches betreffen sowohl lokale Exchange-Server als auch Exchange Online, SharePoint und verschiedene Windows-Server-Versionen.
Die Sicherheitsupdates vom 9. Juni enthielten spezifische Korrekturen für Exchange Server SE RTM sowie die Versionen 2019 und 2016. Sicherheitsforscher wiesen darauf hin, dass die behobenen Lücken kritische Komponenten wie Active Directory, den Windows-Kernel und Remote Desktop-Dienste betrafen.
Drittanbieter ziehen nach
Die Integration in bestehende IT-Landschaften scheint gesichert. Technische Dokumentation von Broadcom bestätigt, dass der Exchange Monitor Probe v5.42, der bislang Exchange 2019 unterstützt, voraussichtlich auch mit der Subscription Edition kompatibel ist. Grund dafür: Die neue Edition basiert auf Exchange 2019 CU15.
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Auch Tools wie ManageEngines Exchange Reporter Plus wurden aktualisiert und unterstützen nun Auditing und Reporting für lokale Exchange-Umgebungen sowie Exchange Online. Administratoren können Logs über Webhooks an Sicherheitsplattformen wie Googles Chronicle weiterleiten – für eine lückenlose Überwachung.
Zwischen Cloud und On-Premises
Die Abo-Edition kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Microsoft massiv auf seine Cloud-Dienste setzt. Erst Mitte Juni wurde der Copilot Cowork AI Agent für Microsoft 365 allgemein verfügbar. Dennoch zeigt die neue Exchange Server Subscription Edition: Für Unternehmen, die aus Compliance-, Sicherheits- oder Infrastrukturgründen auf lokale Server angewiesen sind, bleibt Microsoft an Bord. Der Preis dafür ist allerdings das Abo-Modell.
